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cav-201812-sitzvarianten-mit-TEASER-lir1763 (jpg) Lisa Rädlein

12 Übungen für einen besseren Reitersitz

Anders sitzen, besser reiten

Tempo, Losgelassenheit, Anlehnung und Balance: Wir haben 12 Übungen zusammengestellt, wie Sie mit Ihrem Sitz dem Pferd helfen können.

Tempo: Das Knie zur Brust

Haben Sie im Sattel einen aufrechten Sitz und können Sie geschmeidig mitschwingen, kann Ihr Pferd sich frei und ungebremst bewegen.

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So spielen Sie beim Reiten mit Ihrem Sitz
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So geht's: Gehen Sie aus den Steigbügeln heraus und lassen Sie beide Beine locker hängen. Dann abwechselnd das Knie in Richtung Brust ziehen – so weit wie möglich. 8 bis 15 Wiederholungen reichen pro Seite. Dann die Steigbügel wieder aufnehmen und normal weiterreiten.

Was es nützt: Diese Übung dehnt den unteren Rücken und lockert Becken und Hüfte. Das hilft Reitern, die zu einem Hohlkreuz neigen oder gerne die Beine hochziehen.

Tempo: Mit dem Oberkörper federn

So geht's: Bilden Sie mit Ihren Armen ein leichtes „V“ und halten Sie dabei die Gerte waagerecht mit beiden Fäusten. Federn Sie mit den Armen nach oben, bis es im Bereich der oberen Bauchmuskeln leicht zieht. Dann wippen Sie noch ein wenig mehr nach oben und mit den Schultern nach hinten. Wiederholen Sie diese Übung dreimal.

Was es nützt: Diese Übung dehnt Ihre Faszien und Muskeln vorne am Rumpf. Diese sind bei Reitern, die viel am Schreibtisch sitzen, häufig verkürzt. Durch diese Übung sitzen Sie aufrechter und bekommen eine neue Wahrnehmung für Ihren Oberkörper.

Tempo: Kontraste für den Oberkörper

So geht's: Wechseln Sie eine lange Seite lang zwischen extremer Vor- und Rücklage mit Ihrem Oberkörper. Falls Ihr Pferd es akzeptiert, können Sie sich auch deutlich zu den Seiten neigen. Danach richten Sie sich wieder in die Mitte aus.

Was es nützt: Für Reiter, die sich zu weit nach vorne neigen oder nach hinten kippen. Die extremen Bewegungen helfen, alte Muster aufzulösen und liefern dem Gehirn und dem Körper neue Varianten, um die Mitte zu finden. So kommt der Reiter meistens von ganz alleine zurück in die Senkrechte.

Tempo: Mit den Armen kreisen

So geht's: Halten Sie die Zügel mit einer Hand fest und drehen Sie Ihre Schulter zusammen mit Ihrem Arm nach hinten. Falls Ihr Pferd gelassen ist, können Sie es auch mit beiden Armen gleichzeitig machen. Noch eine Variante für die Cross-Koordination: einen Arm vorwärts- und den anderen rückwärtsdrehen. Kreisen Sie in jeder Variante eine ganze Bahn lang, danach die Arme kurz hängen lassen und die Zügel aufnehmen.

Was es nützt: Reiter, die viel am Schreibtisch arbeiten, lassen die Schultern gerne nach vorne hängen und haben zudem feste Brustmuskeln. Dann kann der Bereich der Lende nicht harmonisch arbeiten und der Reiter kann im Becken nicht so gut mit dem Pferd mitschwingen. Armekreisen lockert nicht nur die Schultern und Arme, sondern auch die Brustmuskeln.

Losgelassenheit: Mit dem Pferd mitlaufen

Leichter gesagt als getan: immer entspannt zu sitzen. Doch wenn Sie sich verspannen, überträgt sich das aufs Pferd. Diese Übungen sorgen für losgelassene Reiter und Pferde.

So geht's: Gehen Sie aus den Steigbügeln heraus und lassen die Beine locker nach unten hängen. Bewegen Sie die Beine von der Hüfte aus nach vorne und hinten im Takt des Pferds. Wichtig: Die Bewegung kommt nicht nur aus dem Knie heraus, sondern geht von der Hüfte aus. Laufen Sie eine ganze Bahn lang mit. Für einen noch größeren Effekt können Sie Ihre Arme dabei diagonal wie beim Nordic Walking mitnehmen.

Was es nützt: Viele Reiter sind im Becken sowie im Übergang von der Brust- zur Lendenwirbelsäule fest. Diese Klassiker-Übung mobilisiert den Übergang von den Brust- zu den Lendenwirbeln sowie die Kreuzdarmbeingelenke des Reiters.

Losgelassenheit: Der leichte Sitz im Trab

So geht's: Schnallen Sie Ihre Bügel etwa zwei Löcher kürzer. Traben Sie an und wechseln Sie mehrere Zirkelrunden zwischen Leichttraben und leichtem Sitz. Ist Ihnen das zu einfach, können Sie dabei mit dem Rücken abwechselnd einen Katzenbuckel und eine Hängebrücke machen.

Was es nützt: Der leichte Sitz im Trab nützt Reitern, die eher fest und steif sind oder die Beine gerne hochziehen. Für diese Übung sollten Reiter schon fortgeschritten und sattelfest in allen Gangarten sein. Dann federt der leichte Sitz alle großen Gelenke wie Sprunggelenke, Hüft- und Kniegelenke durch und schult das Gleichgewicht des Reiters. Katzenbuckel und Hängebrücke mobilisieren zusätzlich den Rücken und vor allem die Wirbelsäule.

Losgelassenheit: Die Augen bewegen

So geht's: Bewegen Sie Ihre Augen mehrere Male in einer liegenden Acht. Sie können als Variante auch Kreise nach oben oder unten machen. Für Profis: Bewegen Sie Augen und Kopf entgegengesetzt – also etwa den Kopf nach links drehen, während die Augen nach rechts gehen.

Was es nützt: Ein fester Blick verspannt den Nacken und macht den ganzen Reiter fest. Durch die Augenbewegungen lockert sich automatisch der Nacken, weil Augen und Kopf immer zusammengehören. Das hilft vor allem Reitern, die gerne dem Pferd auf den Hals starren und den Blick beim Reiten nicht locker schweifen lassen. Zudem verbessert sich die Koordination des Reiters.

Anlehnung: Die Zügel mal anders führen

Ruhige, weiche und getragene Reiterhände sind eine wichtige Voraussetzung für eine feine Verbindung zum Pferdemaul.

So geht's: Haben Sie schon mal von der Littauer Zügelführung gehört? Dabei läuft der Zügel nicht wie gewohnt zwischen Ring- und kleinem Finger hindurch, sondern zwischen Zeigefinger und Daumen. Damit können Sie ruhig mal zehn Minuten lang all Ihre Lektionen durchreiten.

Was es nützt: Mit dieser Zügelführung ist die Hebelwirkung und der Druck auf die Laden des Pferds geringer. Das hilft Reitern, die ihre Hände oft nach unten drücken, nicht aufrecht tragen oder rückwärts einwirken. Sie bekommen mit dieser umgekehrten Zügelführung ein völlig neues Gefühl für Ihre Hände und wirken nach oben statt nach hinten.

Anlehnung: Brücken bauen

So geht's: Für Westernreiter mit offenen Zügeln ist es ganz normal, Klassikreiter kennen die Zügelbrücke oftmals nicht. Dazu nehmen Sie die Zügel zunächst wie gewohnt auf. Dann zusätzlich einen Teil der Zügelschlaufe, die von der anderen Hand ans Ende verläuft, aufnehmen. Dadurch bildet sich eine Zügelbrücke zwischen beiden Händen und Sie halten nun die Zügel je zweifach.

Was es nützt: Die Zügelbrücke hilft Ihnen, die Hände ruhiger zu halten und verhindert, dass Sie an einem oder beiden Zügeln unbewusst zuppeln. Denn die Abstände zwischen den Händen bleiben durch die Brücke immer gleich. So stabilisieren sich die Hände. Da Sie mit den Zügeln weniger stark einwirken können, müssen Sie sich mehr auf Sitz-, Gewichts- und Schenkelhilfen konzentrieren.

Balance: Der angeschossene Cowboy

Sitzt der Reiter zentriert, hilft das dem Gleichgewicht des Pferds. Je ausbalancierter Sie sind, desto besser können Sie Ihr Pferd unterstützen.

So geht's: Halten Sie Ihr Pferd an. Dann lassen Sie den Oberkörper zu einer Seite hin locker herunterhängen. Beide Arme und Ihr Kopf hängen auf einer Seite. Diese Haltung erinnert an einen angeschossenen Cowboy. Bleiben Sie etwa 30 Sekunden in dieser Position, bevor Sie die gleiche Haltung ebenfalls für 30 Sekunden auf der anderen Seite einnehmen. Zwei Wiederholungen reichen.

Was es nützt: Diese Übung dehnt eine Körperseite ab dem unteren Rücken über den Beckenrand bis hoch zur Rippe. Durch das Hängenlassen des Kopfs wird der Nacken gedehnt. Das hilft insbesondere Reitern, die im Nacken verspannt sind, eine Körperseite stark verkürzt haben oder in der Hüfte einknicken.

Balance: Umplatzieren im Leichttraben

So geht's: Traben Sie Ihr Pferd an und traben Sie leicht. Beim Einsitzen setzen Sie sich jetzt abwechselnd deutlich nach rechts und nach links. Stellen Sie sich vor, Sie wollen dabei mit dem linken und rechten Sitzbeinhöcker abwechselnd den Sattel betupfen. Nach ein bis zwei Runden auf jeder Hand traben Sie normal weiter.

Was es nützt: Diese Übung sorgt dafür, dass Sie Ihre Gesäßknochen anders wahrnehmen, und hilft Reitern, die schief sind. Hören Sie genau in Ihren Körper hinein – in welche Richtung geht es leichter und in welche Richtung sind Sie schiefer? Das Umplatzieren bewirkt, dass Sie Ihr Becken bewusster wahrnehmen und mobilisieren. Das hilft Ihnen, Ihre Mitte zu finden.

Balance: Zügel-Tausch

So geht's: Fassen Sie mit der rechten Hand den linken Zügel und umgekehrt. Dann reiten Sie zehn Minuten lang Ihre gewohnten Lektionen und versuchen umzudenken: Der äußere Zügel ist jetzt der innere und umgekehrt.

Was es nützt: Sie müssen sich jetzt komplett neu sortieren, weil der innere und der äußere Zügel vertauscht sind. Das verbessert Ihre gesamte Koordination und hilft Ihnen, die linke mit der rechten Gehirnhälfte zu verknüpfen. Davon profitieren vor allem Reiter, die unbewusst stärker mit einem Zügel einwirken. Reiter, bei denen eine Körperhälfte deutlich kräftiger ist, finden mit dieser Übung leichter ihre Balance. Das Zusammenspiel zwischen Nerven und Muskeln verbessert sich.

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