Die neue DILBA-Therapie für Pferd und Reiter

Besseres Gleichgewicht durch DILBA-Therapie
Zwei Körper, eine Bewegung

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.01.2026
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Die Reiterin sitzt ohne Steigbügel aus.
Foto: Lisa Rädlein

Wenn wir ans Reiten denken, denken wir an Schweben, Harmonie, ein unsichtbares Zusammenspiel. Aber sind wir mal ehrlich: In der Realität ruckelt es oft an der ein oder anderen Stelle. Wir können nicht geschmeidig im Sattel mitgehen, oder die Bewegungsenergie versickert im Pferdekörper. Ganz gleich, ob wir unser Pferd stören oder sich die Vierbeiner auf unseren Sitz auswirken: An beiden Stellen setzt eine neue Therapieform an, die Pferd und Reiter zusammen in den Blick nehmen, Ursachen für ruckelnde Bewegungen aufdecken – und vor allem: relativ schnell lösen will.

Zwei Lebewesen im Einklang

Die Rede ist von der DILBA-Therapie (D=Dual, I=Interaktion, L=Linien, BA=Balance). Dahinter steckt eine so simple wie einleuchtende Idee: "Wir bringen die myofaszialen Linien von zwei Lebewesen, also Pferd und Reiter, die miteinander interagieren, zurück in ihre ursprüngliche Balance”, erklärt Gloria Grothe.

Die 39-Jährige ist Begründerin, Herz und Kopf des Konzepts – zu dem sie ganz zufällig kam, erzählt sie. Vor rund drei Jahren recherchierte die Pferde-Physiotherapeutin zu myofaszialen Leitbahnen bei Pferden (siehe Infokasten auf S. 64). Von dort kam sie zu den myofaszialen Leitlinien bei Menschen – und zur Frage: Gibt es hier zwischen Pferd und Reiter eigentlich Verbindungen? "Ja, gibt es”, nimmt Gloria Grothe die Antwort vorweg. "Und zwar ziemlich klare, eindeutige.”

Die Expertinnen Gloria Grothe und Caroline Igelmann haben die DILBA-Therapy entwickelt.
Lisa Rädlein

Sie forschte genauer nach, testete mehr als vierzig Pferd-Reiter-Paare und kam zum Schluss: "Myofasziale Leitbahnen können sich gegenseitig koppeln. Hat der Reiter eine Fehlspannung im Körper, spiegelt sich das im Pferd wider.” Einprägsames Beispiel: Bei einer Reiterin waren die Schuhe genauso schief über die Außenkante abgelaufen wie die Hufe ihres Pferds. Gloria Grothe fand zudem Zusammenhänge zwischen Sitzfehlern der Reiter und Lahmheiten und sogar Atemwegsproblematiken bei Pferden.

Mit der DILBA-Therapie, sagt sie, könne sie gezielt bei reiterlichen und pferdischen Problemen ansetzen – und diese relativ einfach lösen. "Mein Ziel ist, dass Reiter und Pferd wieder eine Einheit werden können”, so Gloria Grothe.

Wir machen den Test

Das wollten wir selbst erleben. Wir luden Gloria Grothe und ihre Mitstreiterin Carolin Igelmann auf eine Reitanlage in der Nähe von Stuttgart ein. Drei Reiterinnen ließen sich von den beiden durchchecken, auf Turnmatte und Reitsimulator schicken und ihre Pferde behandeln. Was dabei herauskam, kannst du hier lesen. Den kompletten Artikel mit allen praktischen Übungen herunterladen: