Tacheles-Diskussion
„Dressurreiten ohne Gebiss: ja oder nein?“

Viele Ausbilder sind der Meinung, ohne Gebiss fehle die Anlehnung und der Kontakt zum Pferdemaul. Leser diskutieren, ob feines Reiten auch gebisslos möglich ist.

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Foto: Lisa Rädlein

Geht schon: bei gut gerittenen und ausgebildeten Pferden. Nur oft sieht man im Freizeitbereich irgendwelche unpassenden gebisslosen Variationen auf noch nicht gut ausgebildeten Pferden. Es wird gezogen und gebüffelt und die Pferde haben eine schlechte Haltung. Diana Alt aus Heidelberg

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Dressurreiten ohne Gebiss: Geht das?
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Ich reite seit etwa zehn Jahren gebisslos, weil mein Pferd damit deutlich zufriedener ist. Ich musste natürlich umlernen, hauptsächlich, was mein Sicherheitsgefühl angeht. Mein Fazit: Alles geht über den Sitz. Versammlung bedeutet, das Gewicht von vorne nach hinten zu verlagern, und zwar über den Sitz, nicht über den Zügel. Lediglich der direkte Kontakt zum Maul fehlt. Das ist leider so, aber auch damit kann man zurecht kommen. Dörte Schneider via Facebook

"Klar, das geht sehr gut! Und es zeigt, was das Pferd wirklich kann und ob es gut über den Sitz geritten ist. Ich finde, das gebisslose Reiten kann ruhig auf den Turnieren Einzug halten." Sandra Schumacher aus Leverkusen

Gibt es überhaupt einen feinen Kontakt zwischen Zügel und Pferdemaul? So wie ich mich kenne, bin ich nicht fürs "Feine" gemacht, da kann ich üben wie ich will. Darum gibt es kein Gebiss mehr im Maul. Alles ist lernbar, auch ohne das Ding drin. Anja Hummel aus Düsseldorf

Auch gebissloses Reiten muss gelernt sein. Und es kommt auf die gebisslose Zäumung an. Da gibt es auch einige, die nicht pferdegerecht sind. Grundsätzlich unterrichte ich so, dass das Pferd sowieso über den Sitz und dessen Einwirkung in die Versammlung kommt und nicht durch die Zügel, jedoch sucht das Pferd durchaus die Anlehnung an die Hand. Das fällt bei passender Gebisswahl leichter als ohne Gebiss. Fazit: Beides ist möglich. Es kommt auf den Reiter und dessen Ausbildung sowie das richtige Kopfstück und die Vorlieben des Pferds an. Anja M. aus Bokel

Ja, das geht, aber erst später. Denn vorher braucht das Pferd Anlehnung. Wenn es dann gut auf die Gewichtshilfen reagiert, ist das möglich. Eine Freundin ist ihr Pferd bis zum Grand Prix so geritten. Natürlich nur zuhause im Training. Michaela Beurer via Facebook

Natürlich geht das! Es ist sogar gut, mal etwas Abwechslung reinzubringen. Dabei lernen Reiter, mehr über den Sitz einzuwirken als über die Hand und flexibler zu werden. Viele Pferde kauen auch ohne Gebiss wunderbar ab und fühlen sich über die "Anlehnung" an der Nase sogar wohl. Wichtig ist, alle Hilfsmittel am Kopf fein zu benutzen, egal ob mit Gebiss oder der Einwirkung über Nase oder Genick. Mit zu viel Druck wirkt jedes Kopfstück scharf oder grob. Pia Tress via Facebook

Anlehnung gibt es für mich, gemäß der klassischen Reitlehre, nur mit Gebiss. Alles andere definiere ich als weiche, angepasste Verbindung. Kathrin S. aus Bodenmais

Was, wenn bei der FN auch gebisslos gerittene Pferde starten dürften? Wie würde es mich freuen, wenn jemand ohne zugeschnürtes Maul und alle anderen üblichen Hilfsmittel eine wunderschöne Dressur abliefert! Kirsten Marquart aus Frankfurt

"Anlehnung muss nicht im Maul stattfinden. Sie ist eine ganzheitliche Hilfe und umfasst das ganze Pferd." Julia Steinmann via Facebook

Ich wäre sogar dafür, die Pflicht einzuführen, dass Reiter alle Lektionen mit und ohne Gebiss zeigen müssen. Und ja, gebisslos Dressurreiten ist möglich! Sarah Ahaus aus Rastatt

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