Freiarbeit fürs Reiten

1. Freiarbeit für den richtigen Takt

Foto: Lisa Rädlein
In der Ausbildung unter dem Reiter muss das Pferd zunächst ruhig und gleichmäßig gehen. So ist es körperlich und psychisch gelassen.

Geht das Pferd zu eilig, ist es angespannt – gymnastizierende Arbeit ist so nicht möglich, es kommt zu Balanceproblemen und Taktfehlern.

Ist das Pferd dagegen triebig, hält es sich ebenfalls in der Muskulatur fest und reagiert verzögert auf die Signale des Menschen. Wer sich in der Freiarbeit einen gleichmäßigen Schritt und Trab erarbeitet, kann daran bei der Arbeit unter dem Sattel anschließen.

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Gleichmäßiger Takt im Schritt

Bei der Freiheitsdressur soll das Pferd zunächst vertrauensvoll neben Ihnen herschreiten, Sie geben das Tempo vor. Gehen Sie zwischen Kopf- und Schulterhöhe des Pferds, da Sie von hier aus treiben oder auch durchparieren können. Legen Sie das Tempo im Schritt nicht zu gering an – das kann zu Verspannungen und einer schleppenden Hinterhand führen.

Das Gehen im Gleichschritt ist eine gute Übung, um einen flüssigen Schritt zu erzielen. Versuchen Sie, schon aus dem Losgehen im Halten im Takt des Pferds zu gehen. So spüren Sie zum Beispiel viel besser, wann Ihr Pferd gut aus dem Anhalten mitgehen wird, und können seine Reaktionen besser vorausahnen. Sie spüren außerdem, ob die Schritte Ihres Pferds wirklich gleichmäßig oder mal kurz, mal lang, mal schnell, mal langsam sind.

Auch die Pferde werden dadurch aufmerksamer und versuchen ihrerseits, sich dem Menschen in puncto Takt und Geschwindigkeit anzupassen.

Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Auf die klassische Tour

Im natürlichen Trab kann das Pferd Balance und Takt finden.

Natürlicher Trab

Der natürliche Trab ist ein Begriff der Reitvorschrift, der heutzutage verloren gegangen ist. Er bezeichnet ein ruhiges Gehen, bei dem es noch nicht auf die Aktivität der Hinterhand ankommt. Im natürlichen Trab soll das Pferd sein Gleichgewicht finden und jede psychische Anspannung ablegen. Nur so können Sie später treibend einwirken, ohne dass das Pferd davoneilt.

Damit ist der natürliche Trab die Voraussetzung für das spätere Arbeiten an der Aktivität der Hinterhand. Bei einem unruhigen Pferd sollen Ruhe und Gleichmaß entstehen. Bei einem langsamen Pferd stärkt der natürliche Trab die Kraft und somit die Freude am Gehen. Mit der Zeit wird der natürliche Trab von selbst schwungvoller und entwickelt sich zum Arbeitstrab.

Fließende Übergänge

vom Schritt in den Trab erreichen Sie, indem Sie sich früh genug minimal nach vorne lehnen, ohne sich kleinzumachen und beginnen, ein Schnellerlaufen anzudeuten (Foto). Gleichzeitig können Sie das Pferd auf Höhe der Hinterhand mit Gerte oder Bogenpeitsche leicht antreiben.

Dabei gehen Sie etwa auf Kopfhöhe neben dem Pferd. Traben Sie anfangs nur für wenige Tritte. Dann parieren Sie durch Aufrichten Ihres Oberkörpers durch.

Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Auf die klassische Tour

Lehnen Sie sich minimal vor, um das Antraben anzukündigen.

Ihre Position variieren

... können Sie, wenn alles gut klappt als Vorbereitung auf das Traben auf dem Zirkel. Dazu gehen Sie weiter neben dem Pferd, drehen sich aber mit Kopf und Oberkörper zur inneren Seite des Pferds. Oft kennt das Pferd diese Position vom Longieren und Sie können gut mit ihm kommunizieren.

Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Auf die klassische Tour

Drehen Sie sich zum Pferd und variieren so Ihre Position.

24.12.2018
Autor: Natalie Steinmann
© CAVALLO
Ausgabe 12/2018