Dressur in der Natur: Die 20 besten Geländelektionen

Lektion 6-10: Schnee, Hindernisse, Hang, Wellenbahn

Diese Übungen helfen Ihnen, Ihr Pferd im Gelände zu gymnastizieren. Ob Kondition, Durchlässigkeit oder harmonisches Miteinander - Geländereiten macht Ihr Pferd fit.
Foto: Rädlein CAVALLO Reitunterricht

Ein flotter Galopp motiviert Pferde fürs Viereck.

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(6) Gruppenübungen

Damit Ihr Pferd nicht nur seinem Herdentrieb folgt, sollten Sie bei Gruppenausritten immer wieder Gehorsamsübungen einschieben. Auf breiten Waldwegen kann zum Beispiel der letzte Reiter der Gruppe nach vorn reiten. So lernen auch heiße Pferde, Überholmanöver nicht als Aufforderung zum Wettrennen zu begreifen. Variieren Sie die Abstände zum Vorder- und Hintermann, bis das Vorderpferd außer Sicht gerät. Auf großen Wiesen kann sich die Gruppe teilen, und je ein Reiter reitet von einer Gruppe zur nächsten. All diese Übungen sollte das Pferd ­gelassen und ruhig absolvieren. Beginnen Sie im Schritt. Sind die Pferde sicherer und eignet sich das Gelände, sind auch Trab und Galopp möglich. Wichtig: Alle Reiter sollten sich jederzeit wohl und sicher fühlen.

(7) Reiten im Schnee

Auch wenn im Winter das Gelände oft ­unfreundlich erscheint, bietet es eine groß­artige Trainingsgrundlage – den Schnee. Darin heben die Pferde ihre Beine, als ob sie mit jedem Tritt ein Cavaletti überwinden müssten. Das trainiert alle Muskeln des ­Be­wegungsapparats. Ein Ritt durch den ­Tiefschnee strengt sehr an, deshalb reicht anfangs eine halbe Stunde im Schritt. Ist Ihr Pferd gut trainiert, können Sie auch traben und galoppieren, solange es nicht rutscht und der Schnee nicht in Hufeisen aufstollt.

(8) Geländehindernisse

Baumstämme bis 40 Zentimeter Höhe und schmale Gräben geben gute Trabstangen und Gymnastiksprünge ab. Der Boden muss griffig und stabil sein, sonst besteht Verletzungsgefahr. Reiten Sie die Hinder-nisse erst aus dem Schritt, später in höherem Tempo. Im Unterholz lernt Ihr Pferd, seine Füße ganz bewusst zu setzen. Achten Sie auch hier darauf, dass sich Ihr Pferd nicht verletzen kann. In privatem Gelände können Sie Cavaletti-Strecken oder einen Gymnastik­parcours installieren.

(9) Steilhang

An Böschungen oder steilen Hängen können Sie Ihr Pferd richtig klettern lassen. Dabei werden Muskeln und Gelenke besonders gefordert. Selbst verspannte Pferde wölben hier zwangsweise den Rücken auf und werden dabei oft viel lockerer. Bergauf sollte Ihr Pferd kontrolliert und ruhig gehen, bergab immer senkrecht zum Hang bleiben. Kommt Ihr Pferd schräg, kann es leicht den Halt verlieren, rutschen oder stolpern. Steilhangklettern ist sehr anstrengend, drei bis vier Wiederholungen reichen völlig aus.

(10) Wellenbahn

Sehr effektiv sind Wellenbahnen, die sich selten in der Natur und öfter im Übungs­gelände von Vielseitigkeitsreitern finden. Die kurze Bergauf-bergab-Folge fördert Tritt­sicherheit und Balance. Bergauf wird die Schubkraft trainiert, bergab muss die Hinterhand mehr untersetzen, die Schultern fangen das Gewicht ab. Das Pferd muss dabei seinen Hals als Balancierstange einsetzen können, weshalb Sie die Zügel etwas länger lassen müssen als beim Dressurreiten. Reiten Sie ein gleichmäßiges, mittleres Tempo.

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15.04.2009
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 05/2009