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Hufrehe: Wie eine Operation helfen kann

Hufrehe zerstört den Hufbeinträger

Hat Hufrehe den Hufbeinträger des Pferds zerstört, kann eine Operation die Verbindung zwischen Wand und Hufbein manchmal wieder kitten.

Bei chronischer Hufrehe schädigt die Entzündung im Huf die Verbindung zwischen Hufbein und Hufwand so stark, dass sich die Position des Knochens verändert. Die zerstörten Zellen des Hufbeinträgers, auch Blättchenschicht genannt, bilden anstelle normaler Zellen unkoordiniertes Narbenhorn. Daraus wird ein Keil, der dazu führt, dass sich die Hufkapsel verformt.

Deshalb sind Hufkorrekturen für Reheexperten wie Professor Florian Buchner ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung. „Das Ziel ist es, die normale Hufform und eine enge Verbindung des Hufhorns mit dem Hufbein so weit wie möglich wieder herzustellen“, erklärt der Tierarzt, der in der Klinik für Orthopädie bei Huf- und Klauentieren an der Veterinärmedizinischen Universität Wien arbeitet.

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Pferdehaltung

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So funktioniert die Hufrehe-OP

„Je nachdem, wie stark das Narbenhorn ist und wie die Hornbildung funktioniert, kann es nötig sein, die dorsale Hufwand zu bearbeiten und dort Wandhorn und gegebenenfalls auch das darunterliegende Narbenhorn zu entfernen“, so Buchner. Wird das Wandhorn nicht nur abgeraspelt, sondern von der Lederhaut abgeschält, spricht man von einer Hufwand-Resektion, die meist unter Vollnarkose durchgeführt wird.

Wieviel Horn mit welchem Werkzeug
weggenommen wird, richtet sich nach dem Einzelfall. „Es kann sein, dass wir nur wenig Horn an der Zehe entfernen, damit dies nicht noch als Hebel wirkt“, sagt Buchner. „Ist dagegen Luft zwischen Wand und Lederhaut und der Hufbeinträger komplett zerstört, kann man die darüberliegende Wand getrost entfernen. Sie hat sowieso keine mechanische Funktion mehr.“

Dr. Burkhard Barthel aus Ansbach in Bayern wendet die Resektion regelmäßig
an. „Der Narbenhornkeil verhindert, dass die Blättchenschicht sich wieder regeneriert. Die Durchblutung unter dem Keil bleibt schlecht, und der Keil selbst hebelt die Wand vom Hufbein weg“, schildert der Tierarzt seine Erfahrungen mit Huf­rehe. „Das zeigt eine verbreiterte und gelb verfärbte Weiße Linie deutlich.“

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Müller Rüschlikon
Schnabelwuchs: Das Rehehuf-Horn wächst vom Kronsaum aus gesund nach. Die lange Zehe kann aber die Wand weiterhin vom Hufbein hebeln.

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Warum Tierärzte vor der Hufrehe-OP kneifen

„Die Situation kann dann durch eine Resektion nur besser werden“, meint Barthel, der bedauert, dass viele Kollegen noch davor zurückschrecken.

Denn viele Tierärzte sehen eine Resektion, bei der die Hufwand bis auf die Lederhaut abgetragen wird, nur als letztes Mittel, das sehr sparsam eingesetzt werden sollte. Sie beschränken sich darauf, die dorsale Hufwand stark zu beraspeln und dabei nicht nur Wand-, sondern auch Narbenhorn abzutragen.

Der Narbenkeil allein reicht für viele Praktiker als Indikation für eine Resektion nicht aus. Sie sind dagegen, den Huf durch einen solch massiven Eingriff zu schwächen, solange noch eine – wie auch immer geartete – Verbindung zwischen Wand und Hufbein besteht. Die Skeptiker führen eine Resektion nur selten durch und reservieren sie für Pferde, wo die Verbindung zwischen Hufbein und Wand zu stark beschädigt ist oder Luft zwischen Lederhaut und Hufwand kommt.

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Wie es nach der Hufrehe-OP weitergeht

Der dazu verwendete so genannte Castverband wird wie ein Gipsverband angelegt. Er ist aber aus Kunststoff und bleibt bei Feuchtigkeit stabil. Zusammen mit einem harten Hufkitt unter der Sohle sorgt er dafür, dass sämtliche Last von der Hufwand auf die Sohle umgelenkt wird.

Die Patienten von Dr. Barthel tragen den Hartverband drei Wochen. Danach werden die Hufe mit geschlossenen Spezialeisen und Hufkittfüllung beschlagen, welche die Huwand weiterhin entlasten.

Vom Kronsaum aus wächst nun die neue Hufwand herunter. „Damit sie möglichst gerade wird, entfernen wir wöchentlich neues Narbenhorn, das von der geschädigten Lederhaut weiterhin gebildet wird“, erklärt Dr. Barthel.

Der Erfolg der Operation kommt nicht über Nacht. Bis die Hufwand vollständig wiederhergestellt ist, kann es ein halbes bis ein Jahr dauern – je nach dem, wieviel Wandhorn entfernt wurde.

Manche Pferde haben in der ersten Zeit noch Schmerzen. „Zum einen kann die Sohle durch das ungewohnte Gewicht überlastet sein,“ sagt Dr. Barthel. „Zum anderen ist es durchaus möglich, dass ein Pferd auch nach einer Resektion neue Reheschübe bekommt. Denn mit der OP werden ja nicht die Ursachen, sondern nur die Folgen der vorangegangenen Schübe behandelt.“

Viele Rehehufe sind nach der Regeneration kaum noch als solche zu erkennen. „Die erweiterte und verfärbte Weiße Linie schließt sich wieder und nimmt ihre normale Farbe an. Die Hufwand wächst paralleler zum Hufbein, und die Rotation geht dabei oft zumindest ein wenig zurück“, beschreibt Barthel die Erfolgsaussichten.

Eine Garantie dafür, dass mit einer Resektion alles gut wird, gibt es freilich nicht. Jede Hufrehe ist anders und muss individuell betrachtet werden. Wird die Operation jedoch nach ausgiebiger Untersuchung von einem erfahrenen Tierarzt durchgeführt, kann sie dem Pferd erhebliche Erleichterung verschaffen.

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