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Beratung: Baumloser Sattel kaufen - Das müssen Reiter beachten

Baumlose Sättel - 6 Fabrikate im Test

Sattel ohne Baum: Baumlose Sättel sind die Lösung für jedes Pferd. Angeblich. Denn das Versprechen der Hersteller macht ganz schön Druck. CAVALLO hat sechs Sättel mit Pferd und Reiter getestet.

Sättel ohne Sattelbaum eignen sich für jedes Pferd und sparen lästiges Anpassen, versprechen die Hersteller. Baumlose Sättel verteilen Druck und Reitergewicht nicht und sind deshalb schädlich, sagen die Kritiker. Selbst die Frage, wann ein Sattel eigentlich baumlos ist, blieb bislang offen.

Reiter lässt diese Diskussion ratlos zurück. Sie wollen einfach Gewissheit, ob sich ein baumloser Sattel für ihr eigenes Pferd und Gesäß besser eignet als ein Sattel mit Baum.

Die Redaktion bestellte deshalb für einen aufwändigen Test sechs baumlose Sättel bei renommierten Herstellern. Margit Köhler, FN-Pferdephysiotherapeutin aus dem brandenburgischen Mittenwalde, und Diplom-Ingenieur Frank Obenaus von der Firma Medilogic maßen mit einem modernen Funksystem die Druckwerte der Sättel in der Bewegung.

Der 14jährige Hannoveraner-Wallach Sandro, bis zu Lektionen der Klasse S ausgebildet, trug alle Modelle im Schritt, Trab und Galopp auf beiden Händen Probe.

Seine Reiterin, Sabine Ellinger aus dem schwäbischen Murrhardt, dokumentierte für jeden Sattel ihr Sitzgefühl. Zusätzlich beobachtete Dr. Ludwig Massmann, FN-Trainer B und Schüler Egon von Neindorffs, die Testritte. Er notierte etwaige Verspannungen von Pferd und Reiterin. Vergleichsmessungen bei einem für Sandro maßgefertigten Hennig-Sattel mit konventionellem Baum klärten die Frage nach der besseren Druckverteilung in drei Bereichen (vorn, Mitte, hinten).

Fazit der CAVALLO-Messung: Baumlose Sättel verteilen den Druck nicht besser, sondern anders. Das kann Vorteile haben – oder Reiter zum Absteigen zwingen, wie im Test geschehen.

Sattelgurt-Messung: 6 Modelle im CAVALLO-Test

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Rädlein 1/11 So finden Sie den passenden Sattelgurt fürs Pferd Mit Gefühl gurten: Schon ein kräftiger Ruck an der Strupfe genügt, und das Pferd entwickelt Gurtzwang. Klicken Sie hier für den kompletten Artikel : https://www.cavallo.de/test/sattelgurt-messung-wo-drueckt-der-gurt-6-modelle-im-cavallo-test.511452.233219.htm Das große CAVALLO Sattelspecial - unserer Experten geben Antwort : https://www.cavallo.de/test/das-grosse-cavallo-sattelspecial.454347.233219.htm
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Equiscan: So wird die Sattel-Passform ermittelt

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Rädlein 1/10 Topograph Pro: Der Sattel-Check Sattler Christoph Rieser fixiert die vielen Gelenke seines neuen Mess-Systems Topograph Pro - nutzbar für alle Satteltypen. Sättel anpassen: klicken Sie hier für den kompletten Artikel : https://www.cavallo.de/test/damit-der-sattel-passt-cavallo-zeigt-wie-sie-die-passform-ermitteln.514139.233219.htm CAVALLO Sattel-Ratgeber: Sattel muss zum Reiter passen : https://www.cavallo.de/test/cavallo-sattel-ratgeber-sattel-muss-zum-reiter-passen.453567.233219.htm CAVALLO Sattel-Ratgeber: Druckmessung prüft Passform : https://www.cavallo.de/test/cavallo-sattel-ratgeber-druckmessung-prueft-passform.453734.233219.htm CAVALLO Sattel-Ratgeber: So sind Sättel aufgebaut : https://www.cavallo.de/test/cavallo-sattel-ratgeber-so-sind-saettel-aufgebaut.453889.233219.htm
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Test: Sattelpads für Pferde - Preise + Material im Überblick

CAV Sattel-Pads Pads Sattelunterlage Gel-Pad Krämer
Hersteller: Krämer Pferdesport 1/6 Sattelunterlage: Gel-Pad Krämer Pferdesport Recht schweres, klebriges Pad aus Gel, dessen Luftlöcher einen Hitzestau vermeiden sollen. Verteilt Druck recht symmetrisch, relativ große Auflagefläche. Preis: 40 Euro Hersteller/Vertrieb: Krämer Pferdesport, 4. Industriestraße 1 + 2, 68766 Hockenheim-Talhaus, Tel. 0180-5949400, www.kraemer.de Zum Artikel: Sattelpads im Test : https://www.cavallo.de/test/sattelpad-test-hersteller-material-preise-im-ueberblick.612414.233219.htm?skip=2++ ++
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Barefoot „London“

Laut Hersteller anatomisch geschnitten, mit Widerristfreiheit. Mit zwei dicken, für das Reiterbein anatomisch geformten Polstern links und rechts der Pferdewirbelsäule, die eine Kammer über den Dornfortsätzen bilden; dadurch deutlich verbesserte Wirbelsäulenfreiheit. Das entnehmbare Formteil des Vorderzwiesels (Kopfeisen) ist aus Fiberglas und austauschbar in verschiedenen Größen. Hinterzwiesel mit körpergerechtem Formteil aus stabilem, elastischem Material, das für das Pferd im hinteren Rücken absolute Druckfreiheit gewährleisten soll. Weiches, tiefes Sitzgefühl für den Reiter. Sitzfläche abnehmbar und rutschsicher mit Klettband befestigt.

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Rädlein

Sabine Ellinger, Dressurreiterin bis Klasse S:

Der Sattel wirkt bequem, hat aber einen sehr breiten Sitz. Ich sitze mit leicht abgegrätschten Beinen. Das ist nicht nur ungewohnt, ich muß auch mehr Kraft aufbringen, um die Schenkel ans Pferd zu legen. Wollte man mit dem Sattel Dressurreiten, wäre das kräfteraubend. Außerdem habe ich das Gefühl, dass meine Hüfte blockiert, weil mich der Sattel sehr weit nach hinten setzt. Das Sitzgefühl ist auf Dauer schwammig.

Dr. Ludwig Massmann, FN-Trainer B, Centered-Riding-Instructor, Neindorff-Schüler:

Die Beobachtungen der Reiterin kann ich nur bestätigen. Sie hat fliegende Schenkel und eine feste Hüfte, weil sie ihren gewohnten Sitz nicht findet. Das Pferd reagiert auf den ungewohnten Sattel mit Unwillen. Es verspannt sich zunehmend, ähnlich wie die Reiterin – ein Teufelskreis. Bleibt zu fragen, ob die Verspannung eine Erstreaktion auf den ungewohnten Sattel ist.

Margit Köhler, Messexpertin Physio-Equine:

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Margit Köhler

Der Sattel wurde mit der vom Hersteller empfohlenen Satteldecke gemessen (Barefoot Sattelunterlage spezial mit Moosgummi-einschüben). Das Formteil im Vorderzwiesel hat Normalgröße; Sattelgröße 1. Das entspricht den Konfektionsgrößen 36 bis 40.

Der Sattel lässt die Reiterin wie alle gemessenen baumlosen Sättel durch seine Bauart bedingt weit hinten auf dem Pferd sitzen. Die Sattelunterlage zog sich mit der Zeit auf den Widerrist herunter, verursacht durch die Hin- und Herbewegung des Sattels.
Die Druckspitzen durch die heruntergezogene Decke habe ich bei der Beurteilung der Druckverteilung der Sattelauflagefläche außer Acht gelassen. Der Barefoot London hat im mittleren Drittel (unter dem Reitergewicht) höhere Werte als der Maßsattel. Dies kann bei schwereren Reitern (Sabine Ellinger wiegt nur 68 Kilo) zum Problem werden. Das konnte ich auch schon bei anderen Gelegenheiten messen. Dafür ist der Druck vorne niedriger als beim Maßsattel, was positiv bewertet werden muss.

Alle Infos zum Sattel Hersteller/Sattelname:

Preis: 596 Euro
Gewicht: ca. 4,5 kg
lieferbar in den Größen:
1 (Sitzfläche 34 cm),
2 (Sitzfläche 39 cm),
0 (Sitzfläche 29 cm).

Barefoot; Sabine Ullmann,
Pferdephysiotherapeutin,
Brentanostraße 27,
69434 Hirschhorn,
Tel. (06272) 920500;
www.barefoot-saddle.de

Barefoot „Cherokee“

Laut Hersteller anatomisch geschnitten mit Widerristfreiheit. Modell mit Ledereinfassung. Sieben D-Ringe und Lederbänder vorn und hinten zur Gepäckbefestigung. Zwei dicke, für das Reiterbein anatomisch gepolsterte Kissen links und rechts der Pferdewirbelsäule, die eine Kammer über den Dornfortsätzen bilden. Dadurch deutlich verbesserte Wirbelsäulenfreiheit. Das entnehmbare Formteil des Vorderzwiesels (Kopfeisen) ist aus Fiberglas und austauschbar. Hohes Cantle (Hinterzwiesel) mit körpergerechtem Formteil aus stabilem, elastischem Material. Soll im hinteren Rückenbereich für absolute Druckfreiheit sorgen und die Bewegungen und das Aufwölben des Rückens nicht beeinträchtigen. Dem Reiter gibt das Formteil ein sehr weiches, tiefes Sitzgefühl. Sitzfläche abnehmbar. Kann mit Barefoot-Fendern oder englischen Steigbügelriemen ausgestattet werden.

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Rädlein

Sabine Ellinger, Dressurreiterin bis Klasse S:

Der Sitz ist sehr breit, ich sitze mit gegrätschten Beinen. Ein korrekter Sitz wird vom Sattel nicht unterstützt. Das kostet Kraft und ermüdet. Die Probleme des Barefoot „London“ kommen beim „Cherokee“ stärker heraus: Meine Hüfte blockiert, weil ich sehr weit hinten sitze. Der Sattel kippelt stark in der Rechts-Links-Bewegung. Ein dressurmäßiges Einwirken über das Gewicht ist kaum möglich, die Hilfen kommen schwammig oder gar nicht beim Pferd an.

Dr. Ludwig Massmann, FN-Trainer B, Centered-Riding-Instructor, Neindorff-Schüler:

Alle Probleme des Barefoot „London“ sind verstärkt: Die Reiterin hat eine feste Hüfte, sie fühlt sich deutlich unwohl. Ebenso das Pferd: Es verspannt sich und hat eine schleifende Hinterhand. Durch die Rechts-Links-Bewegungen wird es deutlich aus der Balance gebracht. Durch die Form des Sattels wird der Reiter fast in einen Klemmsitz gezwungen. Ein solcher Sattel auf einem Reitschulpferd ist für den Reitschüler unbequem.

Margit Köhler, Messexpertin Physio-Equine:

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Margit Köhler

Genau wie Modell „London“ wurde der „Cherokee“ mit der vom Hersteller empfohlenen Satteldecke gemessen. Das Druck-verteilungsmuster ähnelt dem des „London“: Im mittleren Drittel sind die Werte etwas höher als unter dem Maßsattel, der Druck vorne ist niedriger. Bei der Messung zog sich die vorn ausgeschnittene Satteldecke noch stärker als beim „London“ auf den Widerrist. Schuld haben der Ausschnitt der Decke (der ein Vorteil sein soll, aber ein Nachteil ist) und die starke Bewegung des Sattels.

Alle Infos zum Sattel Hersteller/Sattelname:

Preis: 549 Euro
Gewicht laut Hersteller: ca. 6 kg
Größen: Rückenlänge Größe 1 = 53 cm, empfohlen für Konfektionsgröße 36 bis 40, entspricht ungefähr einem 15-Zoll-Westernsattel oder 17- bis 17,5-Zoll-Englischsattel. Rückenlänge Größe 2 = 58 cm, empfohlen für
Konfektionsgröße 42 bis 46, entspricht ungefähr einem 17-Zoll-Westernsattel oder 18- bis 18,5-Zoll-Englischsattel.

Barefoot; Sabine Ullmann,
Pferdephysiotherapeutin,
Brentanostraße 27,
69434 Hirschhorn,
Tel. (06272) 920500;
www.barefoot-saddle.de

Silverado "Freemax Classic"

Laut Hersteller „total flexibel mit einem flexiblen High-Tec-Spritzguss-Grundbauteil“. Dadurch optimale Gewichtsverteilung. Sattel hat eine mit Klett verstellbare Steigbügelposition. Verstellbare oder austauschbare Kammerweite durch Metallbügel, der mit doppeltem Klett stabil fixiert ist. Zusätzliche abnehmbare Bügel in verschiedenen Breiten können bestellt werden. Geeignetes Sandwichpad mit Einschubfächern zum Freistellen der Wirbel empfohlen, „da der Freemax-Sattel keine besondere Wirbelfreiheit hat“.

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Rädlein

Sabine Ellinger, Dressurreiterin bis Klasse S:

Diesen Sattel finde ich am bequemsten. Er erlaubt mir am ehesten einen korrekten Dressursitz ohne allzu große Kraftanstrengung. Ich bekomme die Schenkel ans Pferd. Wie bei allen Testsätteln setzt der Sattel mich aber zu weit nach hinten, wodurch meine Hüfte mit der Zeit blockiert. Ich habe das Gefühl, dass der Sattel nach rechts rutscht und kippelt.

Dr. Ludwig Massmann, FN-Trainer B, Centered-Riding-Instructor, Neindorff-Schüler:

Das Pferd ist deutlich entspannter und aktiver mit den Hinterbeinen. Trotzdem läuft es leicht verkürzt, was daran liegt, dass der Sattel nach rechts rutscht. Die Reiterin wird wie in den anderen Sätteln zu weit nach hinten gesetzt. Auch zum bequemen Ausreiten ist diese Position nicht günstig.

Margit Köhler, Messexpertin Physio-Equine:

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Margit Köhler

Der Sattel wurde mit mitgelieferter Sattelunterlage (Schaumstoffeinlagen rechts und links) gemessen. Die Messung zeigt, dass die Wirbelsäulenfreiheit trotz des vom Hersteller empfohlenen Sandwichpads nicht gewährleistet ist. Das wird verstärkt durch die große Bewegung des Sattels auf dem Pferd. Ähnlich wie beim Silverado Trecking ist eine Brückenbildung zu beobachten. Im hinteren Teil steigen die Druck-werte auf 2,3 Newton pro Quadratzentimeter. Vorn und mittig hat der Freemax Classic aber niedrigere Werte als der konventionelle Sattel.

Alle Infos zum Sattel Hersteller/Sattelname:

Preis: 498,98 Euro
Gewicht laut Hersteller: ca. 3,5 kg
Größen: 3 Größen: Schmal (für sehr schmale Pferde oder Pferde mit sehr hohem Rist); Mittel/Standard (für Vollblut-Pferde und Pferde mittlerer Breite); Breit (für breite Pferderassen, z.B. Haflinger und Pferde mit wenig Widerristhöhe);
Sattelgesamtlänge: ca. 55 cm. Die Gesamtlänge ist bei allen Sitzgrößen gleich, nur der Sitz wird ausgetauscht. Extra kleine oder große austauschbare Sitzoberteile sind ebenfalls erhältlich. Sattel wird ohne Gurte, Riemen und Steigbügel geliefert.

Silverado; Fa. R. Oesterle, Kaisersbacherstraße 35,
71540 Murrhardt-Kirchenkirnberg, Tel. (07184) 2100, www.reitsport-silverado.de

Silverado „Trecking“

„Beste Wirbelfreiheit durch unseren baumlosen Sattel“ verspricht der Hersteller. Durch anatomischen Schnitt dem Pferderücken anzupassen. Zwei abnehmbare Trachten mit Klett wahlweise mit 1 cm oder 2,5 cm Stärke aus elastischem High-Tec-Material. „Stabile, jedoch total flexible Bauart“ gewährleistet komplette Bewegungsfreiheit fürs Pferd. Keine Gewichtsbeschränkung für den Reiter; selbst bei Reitern über 100 kg gute Gewichtsverteilung. Fork in einer Breite und Widerrist-höhe passend für die meisten Pferde. Demnächst ist auch eine extrabreite Fork für extrem breite Pferde lieferbar. Sattel wird komplett mit Steigbügeln geliefert.

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Rädlein

Sabine Ellinger, Dressurreiterin bis Klasse S:

Im Vergleich zu meinem konventionellen Sattel fühle ich mich im Silverado wie auf einem Thron. Ich sitze scheinbar sehr hoch über dem Pferd. Dafür ist der Silverado nicht so breit, so dass ich nicht aufgespreizt sitze und die Schenkel besser ans Pferd bekomme. Stattdessen habe ich ein starkes seitliches „Kippelgefühl“, an das ich mich während des Testreitens nicht gewöhnen kann.

Dr. Ludwig Massmann, FN-Trainer B, Centered-Riding-Instructor, Neindorff-Schüler:

Augenscheinlich fehlt bei diesem Sattel die Wirbelsäulenfreiheit. Der Sattel bewegt sich stark nach links und rechts, außerdem wandert der Sattel während des Testritts nach hinten. Die Reaktion des Pferds ist deutlich: Es hält sich fest, was an der schlurfenden Hinterhand zu erkennen ist. Verspannungen sind besonders im Galopp zu sehen.

Margit Köhler, Messexpertin Physio-Equine:

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Margit Köhler

Starke seitliche Bewegung nach rechts und links, welche die mitgelieferte Satteldecke vorn herunterarbeitete. Hinterer Formteil des Sattels drückte sichtbar ins Pferd und scheuerte dort, was nach dem Absatteln deutlich am Fell zu sehen war. Das Pferd reagierte mit häufigem Ohrenanlegen. Die Messung zeigt erhöhte Werte im Bereich der heruntergerutschten Satteldecke. Außerdem deutliche Brückenbildung der Druckwerte mit punktuellem Druck im hinteren Bereich. Der Druck nimmt Richtung Sattelende zu (Maximalwert des Durchschnittsdrucks: 2,2 Newton/ cm2). Dort sind die meisten Pferde viel empfindlicher auf Druckspitzen als im mittleren oder vorderen Bereich. Zusätzlich liegt der Druckwert vorne links höher als beim konventionellen Sattel.

Alle Infos zum Sattel Hersteller/Sattelname:

Preis: 449,98 Euro
Gewicht laut Hersteller: ca. 5 bis 6 kg
Größen: Sitzgröße 17 bis 18 Zoll (Englisch); Western: 16 Zoll (Western);
Sitzlänge: ca. 40 cm.

Silverado; Fa. R. Oesterle, Kaisersbacherstraße 35,
71540 Murrhardt-Kirchenkirnberg, Tel.(07184) 2100, www.reitsport-silverado.de

Trekker „Pro Endurance“

Laut Hersteller einer der individuellsten und am besten zu verstellenden baumlosen Sättel. Vorderzwiesel, Sitzgröße, Trachten und Kniepauschen verstellbar. Anatomischer Sitz. 4 cm dicke, per Klett abnehmbare Trachten an der Unterseite. Die Trachten sind durch Memoryfoam- und Wollfilzverstärkungen gut stabilisiert. Trachten behalten ihre Form und müssen nicht aufgepolstert werden. „Kein wabbeliges Reitgefühl, wirkliche Druckverteilung, echte Wirbelsäulenfreiheit.“ Auch gut geeignet für Pferde mit nicht optimal bemuskelter Wirbelsäule oder anderen „Problemrücken“. Vorderzwiesel in der Weite verstellbar.

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Rädlein

Sabine Ellinger, Dressurreiterin bis Klasse S:

In diesem Sattel fühle ich mich am stabilsten. Ich werde nicht allzuweit nach hinten gesetzt und kann gerade sitzen, ohne das Becken abzukippen. Ich kann entspannen und reiten. Das Sitzgefühl ist, verglichen mit meinem konventionellen Sattel, ungewohnt, aber vertrauter als bei den anderen baumlosen Sätteln.

Dr. Ludwig Massmann, FN-Trainer B, Centered-Riding-Instructor, Neindorff-Schüler:

Man sieht sofort, dass der Sattel der Reiterin angenehm ist. In allen anderen Sätteln hatte sie einen Rundrücken. Der wirkt zwar bequem, ist unter Umständen aber gefährlich für die Bandscheiben. In diesem Sattel sitzt Frau Ellinger korrekt. Das Pferd scheint sich jedoch nicht ganz wohl zu fühlen und wirkt leicht verspannt.

Margit Köhler, Messexpertin Physio-Equine:

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Margit Köhler

Der Trekker lag als einziger der getesteten Sättel in der Waage und war ausbalanciert. Die Reiterin konnte einfacher das Becken in physiologischer Aufrichtung halten. Da der Hersteller keine spezielle Satteldecke empfiehlt, wurde mit einer nicht sehr dicken Lammfellsatteldecke gemessen. Die Messung spiegelte wie alle anderen die Asymmetrie von Pferd und Reiter wieder: stärkeres Hereinlehnen des Oberkörpers auf der rechten Hand. Das Pferd setzte die Reiterin durch seine eigene Asymmetrie auf der rechten Seite des Beckens vermehrt nach vorn unten. Dadurch wurde der Sattel immer nach rechts gezogen und verursachte auf der linken Seite durch den Anpressdruck höhere Werte. Dies war auch beim Trekker deutlich zu sehen, liegt aber nicht am Sattel. Der Druck vorne links war höher als beim Maßsattel, in der Mitte waren die Werte fast identisch, dafür stiegen die Werte beim Trekker hinten auf 2,5 bzw. 1,9 Newton/cm2.

Alle Infos zum Sattel Hersteller/Sattelname:

Preis: 950 Euro
Gewicht laut Hersteller: je nach Modell ca. 3,5 kg
Größen: Sitzgröße von 15 Zoll bis 18,5 Zoll sowie Weite individuell verstellbar.

Trekker Flexible Saddles,
Nicola Johnsen,
Pappelweg 20,
21244 Buchholz,
Tel. (04187) 600906, www.treeless-saddles.com

Freeform „Liberty“

Laut Großhändler ist das Kernstück des Sattels ein in Rückenform gegossenes, flexibles Formkissen. Passt sich perfekt dem Bewegungsablauf an. Eine Stahlfeder in der Kammer hält die Form. Punktuelle Druckstellen können nicht entstehen, das Reitergewicht wird im Sitzbereich großflächig verteilt. Sitze in verschiedenen Größen sind separat erhältlich, lassen sich durch Klett austauschen. Bügelaufhängung stufenlos variierbar. Perspektive für rückenempfindliche Pferde.

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Rädlein

Sabine Ellinger, Dressurreiterin bis Klasse S:

Vom Sitzgefühl her sehr angenehm, erinnert an einen klassischen Dressursattel. Allerdings merke ich sofort, dass sich das Pferd verspannt. Meine Hilfen kommen nicht mehr bei ihm an, es lässt mich nicht geschmeidig sitzen.

Dr. Ludwig Massmann, FN-Trainer B, Centered-Riding-Instructor, Neindorff-Schüler:

Im Schritt ist sofort die Unzufriedenheit des Pferds zu sehen: Es schlägt mit dem Schweif und lupft sogar kurz die Hinterhand. Die Messung fortzusetzen, ist nicht sinnvoll.

Margit Köhler, Messexpertin Physio-Equine:

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Margit Köhler

Gemessen wurde mit einer Baumwollschabracke, allerdings nur im Schritt. Die Wirbelsäule des Pferds war zu stark belastet, als dass eine Fortsetzung der Messung sinnvoll gewesen wäre. Das Ergebnis zeigt, daß auch baumlose Sättel nie ohne fachmännisches Anpassen am Pferd gekauft werden sollten. So wie der Sattel vom Hersteller geschickt wurde, ist er schädlich für dieses Pferd.

Alle Infos zum Sattel Hersteller/Sattelname:

Preis: ab 1400 Euro
Gewicht laut Hersteller: knapp 4 kg
Größen: Sitzgrößen 15 bis 19 Zoll

Freeform: italienischer Hersteller; deutscher Großhändler: Saddle Shop Trading, Johannes Wilk, Straßdorfer Straße 24, 73037 Göppingen-Lenglingen, www.saddleshop.de

Interview: Der Ausbilder Peter Pfister über baumlose Sättel

CAVALLO: Sabine Ellinger, die beim CAVALLO-Test zum ersten Mal in baumlosen Sätteln ritt, klagte über das ungewohnte Sitzgefühl und Rückenschmerzen. Verstehen Sie sie?

Pfister: Baumlose Sättel setzen den Reiter konstruktionsbedingt etwas breiter hin als Sättel mit Baum. Besonders für Leute mit sehr schmalem Becken ist das ungewohnt. Die Weichheit der Sättel weckt beim Reiter im ersten Moment ein Gefühl der Schwammigkeit. Das gibt sich in der Regel nach einigen Tagen oder Wochen. Viele Reiter fühlen sich in baumlosen Sätteln auch sofort wohl.

CAVALLO: Dressurreiter monieren mitunter das Gefühl, wie auf einem Thron zu sitzen, also weit weg vom Pferderücken.

Pfister: Im Gegenteil, baumlose Sättel, besonders die Barefoot-Modelle, setzen den Reiter sehr dicht ans Pferd. Das sollte dem Dressurreiter entgegenkommen. Allerdings muss sich ein Sattel im Lauf der Zeit erst ein wenig setzen. Das kann Tage oder Wochen dauern. Ein nagelneuer Sattel vermittelt schon mal das Gefühl, weit weg vom Pferd zu sitzen.

CAVALLO: Die Hersteller werben damit, ihre Sättel würden jedem Pferd passen. Ist das realistisch?

Pfister: Das kann ich nicht generell beantworten. Ich reite mehrere Pferde mit ein- und demselben Barefoot-Sattel. Er liegt selbst bei Ritten in unserem hügeligen Gelände sicher und rutscht nicht auf die Schulter. Außerdem passt er sich den Pferden optimal an, wenn sie Muskeln aufbauen. Das können konventionelle Sättel nicht, sie müssen aufwändig nachgepolstert werden. Insofern schonen die Baumlos-Sättel nicht nur den Pferderücken, sondern auch das Konto.

CAVALLO: Sind baumlose Sättel auch in Reitschulen sinnvoll?

Pfister: Ihr Vorteil: Die Sättel folgen der Bewegung des Pferds, daher sicher auch das Gefühl des „Kippelns“, das Frau Ellinger beschreibt. Somit fördern sie die Balance des Reitschülers. Ihr Nachteil: Anfänger könnte das ständige Ausbalancieren überfordern.

CAVALLO: Wann benutzen Sie baumlose Sättel nicht?

Pfister: Beim Trickreiten. Da brauche ich Tricksättel mit speziellen Griffen, und die gibt es nur mit Baum.

So testet Cavallo: Das Medilogic-System

Seit 2004 arbeitet sie mit der Firma T&T Medilogic Medizintechnik (www.medilogic.com) zusammen. Die entwickelte ein modernes Funkmess-System, das die gemessenen Druckwerte sofort in der Bewegung darstellt. Dieses System, das Margit Köhler vertreibt, wurde bei den CAVALLO-Messungen eingesetzt. Es besteht aus einer 88 x 79 Zentimeter großen, anatomisch geformten Messmatte mit 446 Sensoren. Die von den Sensoren aufgezeichneten Daten werden per Funk (Reichweite: 100 Meter) zum Computer übertragen. Dort wertet eine Software die empfangenen Daten aus. Auf dem Bildschirm werden sofort die Messwerte angezeigt, der Maximal- und Durchschnittsdruck sowie die Lage des Druckschwerpunkts errechnet. Die synchrone Videoaufzeichnung erleichtert die Interpretation, da nachvollziehbar wird, bei welchen Lektionen welcher Druck entstand. Das System kann somit nicht nur die Sattelpassform, sondern auch die Reittechnik beurteilen.
Neben der Pferde-Sattel-Messung beurteilte Margit Köhler bei der CAVALLO-Messung Exterieur, Kondition, Muskeln und Schiefe des Pferds sowie eventuelle Schmerzreaktionen. Zudem überprüfte sie vorhandene Sättel anhand eines 12-Punkte-Plans. Die Druckmessung inklusive Auswertung und Beratung kostet pro Pferd 90 Euro plus Anfahrt.

Margit Köhler, Oderlandstraße 8,
15749 Mittenwalde, Tel. (0175) 5939718,
www.physio-equine.de

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Rädlein
Margit Köhler platziert die Messmatte unter dem Referenzsattel von Hennig.

Druckverteilung beim Hennig-Sattel

Hennig-Sattel

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Rädlein

Durch die Asymmetrie von Reiterin
und Pferd wird der Sattel mit Baum
leicht nach rechts gezogen. Dadurch
entstehen links höhere Werte.

Ohne Sattel

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Rädlein

Als Sabine Ellinger ohne Sattel auf der Messmatte sitzt, wird die Asymmetrie deutlicher. Baumlose Sättel verstärken die Schieflage.

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Equipment Rund ums Pferd cav-201904-sattelmessung-lir0728-mit-TEASER-v-amendo (jpg) Die neue Art, Sättel richtig anzupassen Sattelmessung 4.0

Posturometrie kennt kaum jemand.

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