Gefährliche Pferdeseuche: Erneut Infektiöse Anämie in Deutschland nachgewiesen

Erneuter Fall von Infektiöser Anämie
Gefährliche Pferdeseuche: Neuer EIA-Fall bestätigt

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.08.2026
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Eine Tierärztin untersucht das Pferd einer Frau auf der Weide
Foto: MachineHeadz/ gettyimages

Sperrbezirk nach Virusnachweis im Landkreis Northeim eingerichtet

Nachdem ein Pferd im Raum Salzderhelden positiv auf die meldepflichtige Viruserkrankung EIA getestet wurde, hat das zuständige Veterinäramt umgehend einen Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer eingerichtet. Das betroffene Pferd zeigte schwere Krankheitssymptome und musste bereits vor der amtlichen Seuchenfeststellung eingeschläfert werden. Nach Angaben des Landkreises war das Tier aus dem Ausland nach Deutschland gebracht worden. Die Behörden gehen davon aus, dass die Infektion bereits vor dem Import bestand.

Diese Maßnahmen gelten jetzt

Innerhalb des Sperrbezirks müssen alle Pferde, Esel, Maultiere und Maulesel bis auf Weiteres im Stall bleiben. Ein Verbringen der Tiere ist nur mit behördlicher Genehmigung möglich. Außerdem sind alle Tierhalter verpflichtet, ihre Einhufer beim Veterinäramt zu melden. Die Tiere werden vorsorglich untersucht, um eine mögliche Ausbreitung der Pferdeseuche auszuschließen.

Keine Behandlung möglich

Die Equine Infektiöse Anämie wird durch ein Retrovirus verursacht und betrifft ausschließlich Einhufer. Menschen sowie andere Tierarten sind nicht gefährdet. Übertragen wird das Virus überwiegend durch blutsaugende Insekten wie Pferdebremsen oder Stechfliegen. In seltenen Fällen kann eine Ansteckung auch über gemeinsam genutztes, blutverschmutztes Material erfolgen.

Eine Therapie oder Impfung gibt es nicht. Infizierte Pferde bleiben lebenslang Virusträger. Deshalb müssen Tiere, bei denen die Erkrankung amtlich festgestellt wird, eingeschläfert werden.

Seltene Tierseuche – aber immer wieder Einzelfälle

Die Equine Infektiöse Anämie gilt in Deutschland als selten. Dennoch kommt es immer wieder zu einzelnen Ausbrüchen – häufig im Zusammenhang mit Pferden, die aus Ländern eingeführt wurden, in denen das Virus häufiger vorkommt. Nach Angaben der niedersächsischen Tierseucheninformation wurde zuletzt im März 2026 ein Fall in Thüringen registriert. In Niedersachsen war der bislang bedeutendste Ausbruch im Jahr 2017 bekannt geworden.

CAVALLO hatte bereits in den vergangenen Jahren über Fälle der Infektiösen Anämie berichtet. Der aktuelle Ausbruch zeigt erneut, wie wichtig eine konsequente Überwachung und die schnellen tierseuchenrechtlichen Maßnahmen sind, um eine weitere Verbreitung der Erkrankung zu verhindern.