Für die sichere Fahrt im Pferde-Anhänger: Anhänger-Frühjahrs-Check

Gute und sichere Fahrt im Pferdehänger
Der große Anhänger-Frühjahrs-Check

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.04.2026
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Im Frühjahr sollte man den Hänger durchchecken.
Foto: Rädlein

Sicher verbunden

Dass sich Pferdeanhänger und Zugfahrzeug während der Fahrt trennen: ein Alptraum! Achte auf folgende Punkte, um ein solches Unglück bestmöglich zu verhindern:

  1. Überprüfe den Kugelkopf der Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs. Bei älteren Autos, mit denen viel gezogen wurde, kann sich der Kugelkopf abnutzen, sodass zu viel Spiel im Kupplungsmaul des Anhängers entsteht. Das Normmaß des Kugeldurchmessers liegt bei 50 mm, mindestens aber 4,9 Zentimeter.
  2. Die Zugkugelkupplung des Anhängers muss in Ordnung sein. Sicherheitskupplungen (z.B. von Knott, AL-KO, Winterhoff) warnen mit roten Feldern bzw. Minus-Symbolen vor zu hohem Verschleiß (und geöffneter Kupplung). Grün bzw. Plus-Symbole zeigen eine geschlossene, fahrtüchtige Kupplung an. Manche Zugkugelkupplungen haben eine separate Verschleißanzeige. Wichtig: Nicht nur vor der ersten Frühjahrstour checken, sondern regelmäßig einen Blick auf die Symbole werfen.
  3. Die Kupplungsklaue des Anhängers muss die Kugel der Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs fest umschießen. Beim Anhängen hört man, wie die Verbindung einrastet. Sicherheitskupplungen (Nr. 2) zeigen, ob das funktioniert hat. Anschließend das Stützrad noch ein wenig hochkurbeln, um zusätzlich die Verbindung von Anhänger und Auto zu testen.
  4. Vorsicht vor negativer Stützlast! Ist das Zugfahrzeug recht leicht und der Anhänger leer oder nur mit einem leichten Pferd beladen, das eventuell noch sein Gewicht weit nach hinten verlagert hat, kann eine zu geringe Stützlast dazu führen, dass sich das Fahrverhalten des Gespanns verschlechtert und der Anhänger ins Schlingern gerät. Im Zweifel zusätzliches Gewicht in Sattelkammer und Kofferraum packen.
  5. Nie schneller fahren als die zulässige Höchstgeschwindigkeit! Das sind in der Regel 80 km/h. Für Tempo 100 muss der Anhänger zugelassen sein und das Zugfahrzeug bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Im frühjahr steht ein Hänger-Check an.
Krüger

Das Stützrad

Das Teleskoprohr fetten (Stützrad zu diesem Zweck herunterkurbeln) sowie Gelenke und Lagerstellen ölen.

Der Stecker

muss sauber und rostfrei sein. Ist er Regen und Wind ausgesetzt, entsteht Korrosion und die Stromverbindung wird behindert.

Die Winkelhebelverschlüsse / Bordwandscharniere

sollten sich gut bedienen lassen. Sind sie schwergängig, hilft ein Multifunktionsöl. Und dabei gleich schauen, ob die Verschlüsse in Ordnung sind.

Licht und Reflektoren

sind für die Sicherheit unverzichtbar. Also Blinker, Rücklicht, Bremslicht und Nummernschildlampen checken. Alles leuchtet! Sind Lampen innen feucht? Einfach die Abdeckung abschrauben. Wenn alles trocken ist: zuschrauben und gut.

Die Reifen eines Anhängers

werden nur selten abgefahren. Wichtiger als die Profiltiefe sind für die Sicherheit kleine Beschädigungen, der Luftdruck und das Alter der Reifen. Sind sie über sechs Jahre alt, erlischt die 100-km/h- Zulassung des Anhängers. Der Gummi im Reifen härtet aus, und der Bremsweg verlängert sich.

Im frühjahr steht ein Hänger-Check an.
Krüger

Das Alter der Reifen lässt sich leicht über die DOT-Nummer feststellen. Die ersten zwei Ziffern stehen für die Kalenderwoche, die letzten beiden für das Jahr (hier: KW 49 aus 23). Auch wenn ältere Reifen noch gut aussehen, sollten sie ersetzt werden. Besonders, wenn Anhänger oft monatelang am selben Fleck stehen, was die Reifen zusätzlich belastet.

Den Luftdruck bei kalten Reifen prüfen: Druckunterschied in den Reifen einer Achse darf nicht größer sein als 0,1 bar. Radschrauben mit Drehmomentschlüssel nachziehen.

Das Bremsseil

des Anhängers rettet im Notfall Pferdeleben. Es darf keine Beschädigungen haben. Schließt der Karabiner nicht vollständig oder ist der Kunststoffmantel des Stahlseils beschädigt, muss das Seil getauscht werden. Mit Zange und Schraubenzieher kann jeder das Ersatzteil selbst montieren.

Die Auflauf-Bremse

braucht etwa alle sechs Monate oder nach Bedarf frisches Fett. Mit einer Fettpresse gelangt der Schmierstoff fix in die Schmiernippel. Die Bremsfunktion selbst prüft die Fachwerkstatt.

Der Faltenbalg

wirkt unscheinbar, hat aber eine wichtige Aufgabe. Er schützt die Auflaufeinrichtung vor Verwitterung. Zeigen sich hier deutliche Hitzespuren oder ist das Gummi spröde oder rissig, muss der Faltenbalg von einer Werkstatt ausgetauscht werden.

Im frühjahr steht ein Hänger-Check an.
Krüger

Der Hängerboden

Holzboden und -Wände leiden unter Feuchtigkeit, Kot und Urin. Im schlimmsten Fall kann ein Pferd bei voller Fahrt durch einen morschen Boden brechen. Um den Zustand des Hängerbodens zu beurteilen, muss man ihn von innen und außen unter die Lupe nehmen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte ein Experte (Fachwerkstatt / Vertragspartner des Anhängerherstellers, Prüfinstitute wie TÜV oder Dekra) den Boden checken; das ist vor allem bei älteren gebrauchten Modellen empfehlenswert.

Im Frühjahr sollte man den Hänger durchchecken.
Rädlein

Besonders anfällig sind die hinteren Ecken, die Abdichtungen der Wände zum Boden, der Boden auf Höhe der Bruststangen. Weitere Checks: Verschraubungen prüfen (ausgebrochen? Späne an den Schrauben?). Kritisch sind auch die Versiegelungen an der Einstiegskante: Der hintere Teil ist besonders anfällig; hier äpfelt und pinkelt das Pferd. Tipp: Im Hänger ein paar Mal auf- und abhüpfen. Gibt der Boden nach, ist er definitiv kaputt. Das gilt auch, wenn das Holz irgendwo weich ist (z.B. an Randbereichen, der tiefsten Stelle des Bodens) oder beim Abklopfen mit einem Hammer hohl klingt. Ein Holzboden, der älter als zehn Jahre ist, sollte regelmäßig überprüft werden.

Im Frühjahr sollte man den Hänger durchchecken.
Rädlein

Aluminium ist ein eher zähes Material und wird in der Regel nicht durchbrechen. Alu-Profilböden sind praktisch wartungsfrei.

Pflege-Tipp: Damit der Hängerboden lange tragfähig bleibt, muss nach jeder Fahrt alles raus, was Feuchtigkeit anzieht. Feuchtigkeit von unten beim Parken auf Wiesen setzt Holz enorm zu. Am besten steht der Anhänger in einer dunklen Scheune (so sind auch Gummidichtungen und Reifen vor Sonneneinstrahlung geschützt). Wer keine Scheune hat, sollte den Hänger wenigstens unter ein Dach stellen oder mit einer Haube abdecken. Wichtig: den Hänger in den Zeiten, in denen er nicht benutzt wird, regelmäßig lüften, um Feuchtigkeit hinauszulassen.