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Reitschultest Hannoversch Münden

Drei Reitschulen im CAVALLO-Test

Im Raum Hannoversch Münden hat Miriam Kreutzer auf dem Isi-Hof einige Aha-Erlebnisse, trifft auf einen kontaktfreudigen Wallach und genießt Galopp auf einem ehemaligen Springpferd.

1. Reitschule im Test: Saga Reitschule Einzelberg

Plüschige Isländer knabbern in zwei Offenställen Heu – und einer ist flauschiger als der andere. Ein harmonisches Bild. Hier könnte ich auch einfach nur kuscheln. Gebucht ist aber eine Einzelreitstunde bei Hofchefin Gisela Heckmann. Sie ist als IPZV-Trainerin C spezialisiert auf den Unterricht mit Islandpferden und leitet die Saga Reitschule Einzelberg. Laut Homepage hat sie 45 Jahre Pferdeerfahrung. Das ist ein Brett!

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Reitschultest Drei Reitschulen in Hannoversch Münden im Test
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Die Reitlehrerin such das passende Pferd

Sie fragt genau nach meinen Reitkenntnissen und teilt mir dann Fjölnir zu. Ein hübscher Braunfalbe, der direkt aus Island stammt. „Er ist 15 Jahre alt und ein 100-prozentiges Verlasspferd. Aber er fragt auch nach und macht nicht alles von selbst“, sagt Gisela Heckmann. Gemeinsam holen wir Fjölnir aus dem Offenstall. „Schau jedes Pferd an, um sein Verhalten einzuschätzen. Wenn eines döst, so wie dieses hier, kannst du gefahrlos daran vorbeigehen“, erklärt die Trainerin. Sie achtet sehr auf Sicherheit und ich fühle mich mit ihr im Offenstall, unter lauter unbekannten Tieren, wohl. Was clever ist: Der Stall ist wie ein Rundgang konzipiert. So kann ein Pferd bei Streit mit den Mitbewohnern flüchten und wird nicht so leicht in die Enge getrieben.

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In der Raufe mit Dach bleibt das Heu trocken und sauber.

Wallach Fjölnir folgt gehorsam zum Anbindeplatz. Es gibt Gemeinschaftsputzzeug. Ich soll Fjölnir beim Putzen auf Verletzungen checken – auch unter der Mähne. Nach dem Striegeln kontrolliert Gisela Heckmann die Gurtlage. Sie kennt ihre Isis genau: „Hier hat Fjölnir einen Wirbel, den kannst du noch glatt bürsten, damit der Gurt nicht scheuert.“ Das Sattelzeug ist ordentlich verstaut. Jedes Pferd hat eine eigene Farbkombination: Fjölnirs Sattelzeug markieren rot-grüne Klebestreifen. So finden auch neue Reitschüler die Sachen schnell. Gisela Heckmann erklärt, wie der Sattel richtig liegt und zieht den Gurt selbst an.

Beim langen Winterfell der Islandpferde kann es laut Trainerin schnell passieren, dass Reiter die Haare mit durch die Schnalle ziehen, was schmerzhaft fürs Pferd ist. Ein guter Hinweis zum Umgang mit diesen Plüschtieren!

Die Reitstunde startet mit Führübungen

Ich soll Fjölnir mit der Gerte anticken, damit er einen kleinen Moment vor mir losgeht und kein Zug am Zügel entsteht. „Das wäre kontraproduktiv. Wenn du vorne ziehst, entsteht Druck auf dem Genick und das Pferd geht eher rückwärts als vorwärts“, erklärt die Reitlehrerin. Der Unterricht ist top. Die Trainerin korrigiert meinen Schwerpunkt. Auf einem Hocker macht sie vor, wie ich mein Gewicht leicht nach vorne verlagern soll. Ich mache es ihr nach – und Fjölnir wird prompt flotter. Er reagiert fein auf die Gewichtshilfen. Und zum Durchparieren muss ich einfach nur ausatmen – und der Wallach wird langsamer. Die Schenkelhilfen könnte er jedoch williger annehmen. „Da muss man ihn aufwecken“, meint Gisela Heckmann. Fjölnir bekommt drei Hufeisen.

Am Ende schwingt sich die Trainerin selbst in den Sattel. Sie will mir Tölt zeigen. „Da gibt es kein Patentrezept“, meint sie. Man müsse sehen, was das Pferd anbietet und dann die Hilfen darauf abstimmen. Am Ende tölte auch ich einige Runden: Ein schöner Abschluss! Gisela Heckmann unterrichtet anschaulich und malt etwa Linien in den Sand, als Orientierung fürs Zirkelreiten. Sie hat gute Tipps und ist freundlich. Volle Punktzahl: vier Hufeisen.

Für die Einzelstunde zahle ich 35 Euro. Für Pflege und Haltung notiere ich dreieinhalb Hufeisen. Die Offenställe bieten eingestreute Liegeflächen, Witterungsschutz und befestigte Böden. Am Testtag wird der Laufstall der Wallache gemistet. Nicht jedes Pferd hat eigenes Putzzeug.

Der Betrieb punktet mit zwei Reithallen und bekommt dreieinhalb Hufeisen. Reiten kann man auch auf dem Platz und im angrenzenden Ge- lände. Gisela Heckmann und ihr Team bieten was für Anfänger und Fortgeschrittene, vom Wochenend-Töltkurs bis zur Gruppenstunde. Zwölf Schulpferde stehen dafür bereit. Für die nächste Reitstunde würde mir die Hofchefin eine flotte Stute geben, sagt sie.

CAVALLO-Empfehlung:

Schulpferd: 3/4 Hufeisen

Reitlehrer: 4/4 Hufeisen

Reitbetrieb: 3,5/4 Hufeisen

Pflege & Haltung: 3/4 Hufeisen

Kontakt

Saga Reitschule Einzelberg
, Kampweg 1, 4
37133 Groß Schneen, Telefon: 05504 /80 59 42, www.saga-reitschulen.de

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Riskant: Pferde können sich zwischen den Gittern mit dem Hals einklemmen.

2. Reitschule im Test: Birkenhof am Reinhardswald

Es weht ein kalter Wind, dazu gibt es Graupelschauer. Eigentlich möchte ich gar nicht aus dem Auto steigen. Aber ich habe eine Einzelreitstunde (35 Euro) auf dem Birkenhof am Reinhardswald gebucht. Und zum Glück gibt es ja eine Reithalle.
 Die Pferde im Aktivstall stört das Wetter offenbar nicht, sie tragen eine Decke und stehen draußen. Dabei hätten sie durchaus die Möglichkeit, ein trockenes Plätzchen aufzusuchen.

Das Dach der Reithalle ragt bis über den Aktivstall hinaus und bietet Witterungsschutz. Zudem gibt es eingestreute Liegeflächen. Welches von den wetterfesten Pferden ich wohl reiten werde? Reitlehrerin Jana Schmidt erwartet mich bereits. Im Vorfeld hatte sie meine Reiterfahrung abgefragt und gesagt, dass gerade nur ein Schulpferde einsatzbereit ist, die anderen seien krank. Die Familie baute den Betrieb laut Jana Schmidt vor drei Jahren um und stellte von Boxenhaltung auf Aktivstall um. „Hier packen alle mit an. Wir machen auch das Futter selbst“, erzählt sie. Die Tochter des Hofes bietet zudem Reitunterricht an. Dafür hat sie drei Pferde zur Verfügung, unter anderem nutzt sie ihr eigenes Turnierpferd für den Schulbetrieb. Für mich steht heute Wallach Dakan bereit.

Reitschule in Hannoversch Münden im Test

Die Reitlehrerin hat den Wallach bereits reingeholt. Vormittags hatte er Auslauf mit seinen Kumpels auf dem Paddock. Der Braune schaut neugierig zu uns auf die Stallgasse, als wir über ihn reden. Er hat eine polnische Abstammung, sein Vater lief im Springsport. „Schwungvolle Gänge besitzt er nicht, aber er hat einen tadellosen Charakter, das ist uns für den Schulbetrieb wichtiger“, erklärt Jana Schmidt. Sie holt Putz- und Sattelzeug. Dakan hat eine gut ausgestattete Putzkiste, das Sattelzeug passt und wirkt hochwertig. Der Wallach ist in einem guten Futterzustand, die Hufe sind gepflegt. Für Pflege und Haltung ziehe ich aber einen halben Punkt ab: In den durchweg offenen Fressgittern können sich Pferde leicht mit ihrem Hals einklemmen, wenn sie „um die Ecke“ fressen.

Deshalb sollte hier nur alle zwei Gitterstäbe eine Öffnung sein. „Dakan bekommt keine Leckerlis, sonst schnabbelt er so viel rum“, meint die Trainerin. Der Wallach scheint menschenbezogen. Während ich ihn putze, ist immer ein Ohr in meine Richtung gedreht. Beim Führen zur Halle geht er brav neben mir her. Mithilfe einer Aufsteighilfe sitze ich rückenschonend (fürs Pferd) auf. In einer Reithallen-Ecke steht ein Weihnachtsbaum. Da kommt festliche Stimmung auf! Dakan hat den Baum im Blick, geht aber daran vorbei. Ich muss ihn allerdings immer wieder antreiben, damit er fleißig bleibt. „Dakan macht immer nur so viel, wie sein Reiter fordert“, sagt Jana Schmidt. Die Ausbilderin lässt mich selbständig machen. Sie lobt, dass ich viele Hufschlagfiguren einbaue, korrigiert den Sitz („Bein schön lang lassen“) und fragt, auf welcher Hand der Wallach sich besser reiten lässt (Antwort: linksherum). Dakan hat laut Trainerin im Galopp noch Probleme, sich auszubalancieren. An der langen Seite springt er manchmal um.

Nach einigen Übergängen wird das besser. Er wird nach und nach lockerer im Rücken. Ich kann ihn jetzt bequemer sitzen. Auf der rechten Hand driftet der Braune nach außen. Jana Schmidt rät, ihn mit dem äußeren Zügel abzufangen und den Oberkörper mehr mit in die Wendung zu nehmen. Der Zirkel gelingt allerdings auch mit diesen Tipps nicht besser. Jana Schmidt bekommt zweieinhalb Hufeisen für ihren Unterricht. Teilweise habe ich mir genauere Erklärungen gewünscht und Anregungen für Lektionen, die Balance und Annehmen der äußeren Hilfen förden. Die Stunde war in sich logisch aufgebaut (am Ende: Zügel-aus-der-Hand-kauen). Schulpferd Dakan bekommt ebenfalls zweieinhalb Hufeisen. Der Wallach ist noch am Beginn seiner Ausbildung. Er ist verlässlich, aber keine Schlaftablette. Als ein paar Vögel auffliegen, galoppiert er an, bockt aber nicht und lässt sich gut wieder einfangen.

Der Betrieb liegt idyllisch zwischen Wiesen. Es ist alles ordentlich gefegt, das Gelände lädt zum Ausreiten ein. Reiter können in der Halle (20 x 40 Meter) und auf dem Reitplatz trainieren. Man fühlt sich willkommen als neuer Schüler. Auch deshalb dreieinhalb Hufeisen für den Betrieb.

CAVALLO-Empfehlung:

Schulpferd: 2,5/4 Hufeisen

Reitlehrer: 2,5/4 Hufeisen

Reitbetrieb: 3,5/4 Hufeisen

Pflege & Haltung: 3,5/4 Hufeisen

Kontakt

Birkenhof am Reinhardswald, Birkenhof 1
34376 Immenhausen, Telefon: 0151 / 46 65 14 79

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Umzäunte Weiden und Paddocks bieten viel Auslauf.

3. Reitschule im Test: Ausbildungsstall Duchac

Pferdewirtschaftsmeisterin Patricia Duchac bietet klassische Reitausbildung für Anfänger wie Fortgeschrittene und bildet Pferde aus. Auf der Hof-Homepage steht, dass die Reitlehrerin Turniererfolge in Dressur und Springen bis Klasse S verzeichnet.

Gebucht ist eine Einzelstunde. 30 Minuten kosten 25 Euro. „Normalerweise machen erfahrene Reitschüler ihre Pferde selbstständig fertig, reiten warm und dann beginnt der Unterricht“, erklärt die Trainerin. Bei mir ist Patricia Duchac heute auch beim Satteln und Trensen dabei, um mir als Neuling alles zu zeigen. Ich fühle mich willkommen und habe jederzeit einen Ansprechpartner. Mein Schulpferd heißt Raika, ein Han- noveraner. Die Stute spitzt die Ohren, als ich sie anspreche, bevor ich in die Box gehe.

Was für ein hübsches Köpfchen! Raika ist zwölf Jahre alt, ein Springpferd und läuft als Privatpferd im Schulbetrieb mit. Ich nehme ihr die Decke ab und putze sie in der Stallgasse. Der Fuchs hat gepflegte Hufe, sein Fell glänzt. Raikas Körper wirkt etwas eckig. Patricia Duchac erklärt die Ursache: „Sie hatte dieses Jahr ein Fohlen und muss wieder Muskeln aufbauen. Wir trainieren sie gerade wieder an.“ Raika steht ruhig beim Putzen. Die Hufe hebt sie zum Auskratzen fast von allein. Als ich sie sattele, dreht sie allerdings beim Angurten mit angelegten Ohren den Kopf in meine Richtung – eine Drohung. „Den Sattelgurt mag sie nicht“, sagt Patricia Duchac.

Sie hilft und wählt das erste Loch, damit der Gurt zunächst locker bleibt. Raika entspannt sich wieder. Zum Reiten gehen wir in die Reithalle (20 x 40 Meter) die direkt an den Stall angrenzt. Via Aufsteighilfe sitze ich auf. Das ist rückenschonend fürs Pferd und leichter für mich. Raika ist groß. Ich schätze, sie hat ein Stockmaß von über 1,70 Meter.

Ausbildungsstall Duchac im Test

Das sieht warm und gemütlich aus, aber tauschen möchte ich nicht, denn ich fühle mich recht wohl auf Raika. Die Stute ist ein eifriges Schulpferd und reagiert fein auf Schenkelhilfen. Wir reiten ausreichend lange Schritt, dann traben wir auf großen, gebogenen Linien. „Zunächst geht‘s vor allem darum, dass das Pferd losgelassen im gleichmäßigen Takt läuft“, erklärt Patricia Duchac. Sie baut den Unterricht klassisch auf mit Aufwärm-, Arbeits- und Entspannungsphasen. Sie korrigiert Sitz und Hilfengebung und lobt, wenn etwas gut klappt. Das motiviert. „Auf welcher Hand geht es denn leichter mit Raika?“, fragt sie. Ich antworte, dass ich das Gefühl habe, die Stute rechts leichter stellen zu können. „Richtig, das ist ihre hohle Seite.

Da entzieht sie sich aber auch schnell mal dem Zügel“, erklärt die Trainerin. Rechtsherum soll ich Raika immer wieder nach außen stellen und Verbindung zum rechten Zügel herstellen. „Reite dabei im zweiten Hufschlag!“ Ein guter Tipp: Raika driftet mir danach weniger nach außen an die Bande. Die Galopparbeit mit Raika macht Spaß. Der Fuchs galoppiert willig an, bleibt fleißig und ist bequem zu sitzen. Raika ist eifrig und reagiert fein auf meine Hilfen. Im Genick ist sie nachgiebig. Ihre Schiefe hängt auch mit einer Verletzung am Becken zusammen, die die Stute laut Reitlehrerin im Frühjahr hatte.

Daher ist es verständlich, dass daran noch gearbeitet werden muss. Abzüge gibt es für das Drohen beim Satteln. Insgesamt gebe ich dem Schulpferd gute drei Hufeisen. Patricia Duchac erhält für die lehrreiche Reitstunde drei Hufeisen. Tipps zum Sitz und zur Hilfengebung kommen im passenden Moment, die Trainerin ist aufmerksam. Teils sind ihre Anweisungen akustisch schwer zu verstehen. Die Ausbilderin bleibt die gesamte Stunde in der Ecke sitzen. Ich hätte mir gewünscht, dass sie näher bei mir ist, wenn sie Dinge erklärt.

Der Betrieb hat sieben Schulpferde. Die Pferde stehen in Innen- und Außenboxen. Paddocks und Weiden bieten Auslauf. Aus ihrer vergitterten Innenbox kann Raika zwar auf die Stallgasse schauen, der Kontakt zum Nachbarn ist jedoch eingeschränkt. Nicht jedes Pferd hat eigenes Putzzeug. Für Haltung und Pflege gibt es zweieinhalb Hufeisen. Der Betrieb punktet mit guten Trainingsmöglichkeiten. Die Reithalle hat einen gut geebneten und gewässerten Boden. Es gibt einen Außenplatz (30 x 70 Meter) mit Hindernismaterial. Das Sattelzeug ist ordentlich verstaut. Um die Plätze von Sattel und Trense zu finden, wäre eine Beschriftung wünschenswert: dreieinhalb Hufeisen für den Betrieb.

CAVALLO-Empfehlung:

Schulpferd: 3/4 Hufeisen

Reitlehrer: 3/4 Hufeisen

Reitbetrieb: 3,5/4 Hufeisen

Pflege & Haltung: 2,5/4 Hufeisen

Kontakt

Ausbildungsstall Duchac, In der Lehmkuhle
, 34346 Hann. Münden, Telefon: 05541 / 90 97 85, www.duchac.de

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