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Probleme mit der Geschwindigkeit?

5 Tipps für mehr Tempo beim Reiten

Tempo tut Pferden gut. Oft steht dem aber etwas im Weg: ein Pferd, das nicht zündet, Sitz-Probleme in höherem Tempo oder Angst. Wie Sie fünf häufige Probleme angehen, die Handbremse lösen und zum Wohlfühltempo finden, erfahren Sie hier.

1. Inneren Tacho entwickeln

Reiter verlassen sich meist auf ihr Gefühl, um das Tempo einzuschätzen – doch das kann ordentlich trügen. Tempowahrnehmung ist höchst individuell: Während ein Vielseitigkeitsreiter einen frischen Galopp im Gelände geradezu gemütlich findet, fühlt er sich für einen Western-Pleasure-Reiter wahrlich rasant an. Das beobachtet auch Thomas Günther. Sein Tipp: Das Pferd im Freilauf beobachten: "Da kann man sehen: Wann schiebt mein Pferd wirklich vorwärts?"

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Handbremse beim Pferd lösen 5 Tipps für mehr Tempo im Training
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Das richtige Grundtempo zu finden, ist gar nicht so einfach, da auch viele Pferdebesitzer ihre Gewohnheiten verändern müssen. Wer immer mit flottem Schritt durchs Leben geht, hat Mühe, sein Tempo bei Bedarf so an das Pferd anzupassen, dass er auch richtige treibende Hilfen geben kann, erklärt Dr. Claudia Münch: "Wenn ich kontinuierlich an meinem Pferd ziehe, um es zu beschleunigen, wird es auf lange Sicht diesem Druck gegenüber abstumpfen und noch weniger Eifer entwickeln."

Und wie fühlt es sich an, wenn das Pferd unter dem Sattel im richtigen Tempo geht, sich mit der richtigen Energie bewegt? "Ich habe das Gefühl, dass ich mehr Pferd vor als hinter mir habe, es innerlich losgelassen, aber muskulär in einer positiven Grundspannung ist", beschreibt Isabelle von Neumann-Cosel. "Wenn das Pferd nicht richtig vorwärts geht oder eilt, ist das oft nur die Spitze des Eisbergs, weil es etwa an Balance oder Einwirkung des Reiters Schwachstellen gibt oder das Pferd den Rücken wegdrückt", so von Neumann-Cosel. "Wenn alles stimmt, fühlt sich auch das Tempo richtig an."

Übungen

Tempo messen mit der Uhr: Vielen Reitern erscheint das Pferd gerade im Gelände eilig, obwohl es sich in seinem Wohlfühltempo bewegt. Messgeräte helfen, das richtig einzuschätzen: Drücken Sie einem Helfer eine Stopp- oder Sportuhr in die Hand und stecken sich eine Strecke von 500 bis 1000 Metern ab, zum Beispiel im Gelände. Reiten Sie die Strecke zunächst im Bummeltempo und steigern sich langsam. Für ein Warmblut passen die Werte in der Tabelle unten; bei einem Pony etwa liegt das Tempo meist etwas darunter. Wichtig: Geben Sie dem Pferd genug Zügel. (von Dina Seipp)

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Sprunggelenk beobachten: In der Dressur sind die Tempi einer Gangart (Arbeitstrab, Mitteltrab etc.) nicht durch Zeitangaben, sondern durch Trittlängen definiert. Was man oft als Tempo bezeichnet, meint dann eigentlich die Energie, mit der sich das Pferd bewegt. Ob sie ausreicht, verrät das Sprunggelenk: Es muss sich beim Abfußen ohne jedes Zögern nach vorne bewegen. Dazu muss das Pferdebecken leicht in Bewegungsrichtung kippen. Nur in einer physiologisch richtigen Haltung mit aufgewölbtem Rücken ist also gute Energie möglich. (von Isabelle von Neumann-Cosel)

Das Auge schulen: Lernen Sie, Ihr Pferd zu beobachten. Nicht jedes flotte Pferd geht korrekt vorwärts. Bekommt es permanent Druck, um das Tempo zu halten, ist es verspannt und im Dauerstress. Hört der Druck nicht auf, hat es keinen Grund, von sich aus fleißig zu gehen. Doch ohne Motivation gibt es keinen ehrlichen Fleiß. Das richtige Tempo erkennen Sie daher am zufriedenen Pferd. Es hat eine positive Körperspannung, einen gleichmäßigen Takt und sein Schweif pendelt locker. Vom Schlurfen besser abgrenzen können Sie im Selbstexperiment: Probieren Sie es aus, wie Sie sich bewegen, wenn Sie lasch dahinschlurfen oder wenn Sie sich aufrichten und flüssig schreiten. (von Dr. Claudia Münch)

2. Locker in Balance bleiben

Oft passiert es unbewusst: Sie bremsen Ihr Pferd, weil Sie es ihm mit Ihrem Sitz so vermitteln. Können Sie ändern!

Schon mal versucht, mit einem schlecht sitzenden Rucksack einen Sprint einzulegen? Aua. Und auch beim Gehen will sich mit einem schiefen Bündel auf dem Rücken nicht wirklich ein fließender Bewegungsablauf einstellen. Ähnlich geht es unseren Pferden. "Ein korrekt sitzender Reiter ist die Grundvoraussetzung für ein gutes Tempo", ist Isabelle von Neumann-Cosel überzeugt. "Meine Beobachtung ist, dass Pferde sich nur gut vorwärtsbewegen, wenn der Reiter im Gleichgewicht sitzt."

Manche Reiter bremsen ihr Pferd unbewusst aus, weil sie Probleme haben, die schwungvolleren Bewegungen zu sitzen. "Also sollten nicht nur Pferde, die gerne schlurfen, aus ihrer Komfortzone herausgelockt werden, sondern auch Reiter, die dazu neigen, im Sattel das bequemere Tempo zu wählen", meint Katja Lauer.

Die gute Nachricht: Sie brauchen nicht gleich mit dem Aussitzen anzufangen, starten Sie lieber beim ausbalancierten Leichttraben oder im leichten Sitz. Sie werden sehen: Ein positiver Kreislauf entsteht. Sie sitzen besser, Ihr Pferd findet sein Wohlfühltempo, entspannt sich, und Sie sitzen noch besser. Und dann können Sie irgendwann sogar richtig durchstarten – ob im Mitteltrab im Viereck oder bei einem frischen Galopp im Gelände.

Übungen

Bügel kürzen: Ich sehe sehr oft zu lange Bügel. Damit das Reiterbein wie eine Feder wirken kann und die Wade korrekt angespannt wird, braucht es aber einen leichten Druck von unten durch den Bügel. Für eine ausbalancierte Position des Beins sollte sich der Fußballen bei korrekt eingestellten Bügeln in einer gedachten senkrechten Linie genau unter dem Knie befinden. (von Isabelle von Neumann-Cosel)

Leichter Sitz: Wenn es einfach nicht so recht klappen will mit dem ausbalancierten Sitz und dem fleißigen Tempo, versuchen Sie folgendes: Gehen Sie im Trab in den leichten Sitz. Statt dafür den Oberkörper nach vorne zu bringen, beginnen Sie damit, die Hüfte zurückzunehmen. Der Oberkörper folgt nur soweit wie nötig, damit Sie auf den Fußgelenken die Balance halten können. Dadurch kommt Ihre Wade automatisch richtig ans Pferd und Ihr Bein gibt Ihnen Stabilität. Oft nimmt das Pferd diese Einladung zum Vorwärts gerne an. Sie können auch im Wechsel in den leichten Sitz gehen und Leichttraben. Viele Reiter bleiben im Leichttraben zu aufrecht, gehen nicht in die Bewegungsrichtung. Im leichten Sitz kommen dagegen viele vor die Bewegung. Der Wechsel hilft gegen beides. (von Isabelle von Neumann-Cosel)

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Im leichten Sitz sind Reiter am stabilsten, gefolgt vom Leichttraben. Aussitzen ist am wackeligsten. Darauf deutet eine Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien aus 2008 hin.

Einfach Leichttraben: Wer im flotten Vorwärts beim Traben oder Galoppieren Probleme hat, locker mitzuschwingen, macht (es) sich doch lieber leicht. In der École de Légèreté werden auch Lektionen und Seitengänge im Leichttraben geritten, wenn Pferd und Reiter dann besser loslassen können. Wenn es nur ein paar Tritte gelingt, locker auszusitzen, dann ist das in Ordnung. Um das Aussitzen zu üben, dürfen Reiter dann auch mal bewusst ein ruhigeres Tempo wählen, solange sie auch immer wieder zulegen. (von Katja Lauer)

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In höherem Tempo auszusitzen, fällt vielen Reitern schwer. Perfektionieren Sie doch stattdessen erstmal Ihr Leichttraben und lockern so Ihr Pferd.

Den Takt vorgeben: Wer flotter traben will, kann seinen Rhythmus beim Leichttraben etwas beschleunigen, sodass das Pferd schnell genug wieder abfußt. Der Trick liegt aber anders, als ich es oft sehe, nicht im schnellen Aufstehen, sondern im zügigen wieder Hinsetzen – wer den Oberkörper genug in die Bewegungsrichtung mitnimmt, kann das besonders sanft. (von Isabelle von Neumann-Cosel)

3. Gutes Zünden etablieren

Sie haben einen kleinen Faulpelz unter dem Sattel? Dann machen Sie ihn wieder munter!

Ohne ihn geht es nicht, weder richtig voran noch wirklich weiter: Der Schenkelgehorsam ist die Grundlage für treibende Hilfen und damit für die gesamte Reitpferdeausbildung überhaupt, unabhängig davon, ob es sich um eine Signalreitweise handelt oder die klassische deutsche Reitlehre. Während man bei der FN davon spricht, dass das Pferd vor dem Schenkel sein soll, spricht man in der Légèreté von Impulsion. "Ohne Impulsion kann keine Versammlung entstehen", erklärt Katja Lauer, "denn nur das nach vorne reagierende Pferd hat eine aktive Hinterhand."

Doch wie werden faule Pferde munter? Dr. Claudia Münch erwähnte bereits in ihrer ersten Übung "das Auge schulen", was für sie besonders wichtig ist: "Nur ein Pferd, das von sich aus und ohne Dauerdruck vorwärts geht, zeigt ehrlichen Fleiß."

Für die tägliche Arbeit bedeutet das aber keinen Dauerlauf im Sauseschritt: Anstatt Runde um Runde Gas zu geben (oder zu entspannt dahinzuschlurfen), müssen Tempo und Gangart variieren. "Übergänge sind das Zauberwort", sagt Katja Lauer. "Außerdem heißt gutes Training, dass Anspannung und Entspannung sich die Waage halten." Das ist nicht nur das A und O für die Pferdefitness, sondern auch für einen motivierten Pferdekopf. Denn auch für Pferde gilt: Wer vor lauter Monotonie in Lethargie versinkt, ist nicht auf Zack – und kann auch nicht richtig zünden.

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Hoppla, Kreuzgalopp. Egal! Lieber zunächst kurz energisch werden, damit das Pferd reagiert.

Übungen

Mehr Energie, dann Innehalten: Erinnern Sie sich nochmal an das Traben im leichten Sitz zurück (siehe Übung "Leichter Sitz"). Lässt sich Ihr Pferd dabei trotz idealer Lage Ihrer Wade noch bitten, denken Sie für ein paar Tritte: "Mehr Energie." Federn Sie energischer durch die Fußgelenke nach unten durch. Sobald das Pferd zulegt, konzentrieren Sie sich nur noch auf den Rhythmus, tun nichts weiter. Plötzlich wird fürs Pferd alles leicht! Die Hilfen sind leicht. Der Reiter drückt nicht mit dem Schenkel, sein Becken blockiert also nicht mehr. Das Pferd merkt sich das und oft ist dieses Tempo dann das neue Normal. (von Isabelle von Neumann-Cosel)

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Wichtig fürs richtige Tempo: Die Wade treibt das Pferd, ziehen Sie nicht die Ferse nach oben.

Anreiten aus dem Stand: Von Null nach vorne ist die größtmögliche Beschleunigung. Dabei muss sofort der Schub von hinten kommen. Daher übe ich das gerne mit Pferden, die nicht richtig zünden, abgestumpft sind oder treibende Impulse nicht richtig verstanden haben. Ich beginne mit minimalen Hilfen zum Anreiten, einer kleinen Beckenbewegung, leichtem Schenkelkontakt. Kommt keine Reaktion, steigere ich die Hilfen innnerhalb weniger Sekunden, tippe etwa mit der Gerte an. Nach wenigen Metern halte ich schon wieder an und reite erneut aus dem Stand an – zunächst im Schritt, später im Trab und im Galopp. Der Vorteil: Man findet hier sofort den richtigen Moment zum Aufhören, Nachtreiben entfällt. (von Thomas Günther)

Stangen und Hütchen: Optische Reize geben Pferden Führung. Mit Stangen oder anderen Objekten können Sie in der Bahn Punkte markieren, an denen Sie immer beschleunigen oder langsamer werden. Bald wird das Pferd wissen, was an diesen Punkten gefragt ist und beginnen mitzudenken. Ein toller Motivationsfaktor für fleißigere Pferde! Übrigens werden viele Pferde von sich aus kurz vor einer Stange auf dem Boden aktiver. Ein Effekt, der am Boden und im Sattel funktioniert. (von Dr. Claudia Münch)

4. Mehr Mut zum Tempo

Beschleicht Sie bei so vielen Infos zu mehr Tempo ein mulmiges Bauchgefühl? Nur Mut, lesen Sie weiter!

"Ich erlebe immer wieder, dass auch erfahrene Reiter schon auf dem Platz oder in der Halle sehr untertourig und verhalten reiten", sagt Rittführerin Dina Seipp. "Wenn das Pferd draußen schneller wird, bekommt man dann natürlich erst recht Angst." Das Hauptproblem aus Seipps Sicht: Viele Reiter halten ihre Pferde aus Angst vor Kontrollverlust zu eng. Dabei sei genau das Gegenteil hilfreich: "Wenn die Nase vor kommt, das Pferd gucken darf, die Energie nach vorne rausdarf, dann entspannt es sich und damit auch der Reiter." Wie das klappen kann, dazu hat Seipp einige Tipps.

Westerntrainer Thomas Günther rät, verschiedene Tempostufen ganz bewusst auf dem Platz und auch im Freilauf zu üben. "Jede Lektion hat für mich Tempostufen von eins bis zehn, genauso jede Gangart". Übe man jede Stufe, habe auch Tempo zehn fürs Pferd nichts mehr mit Stress, Flucht oder Kampf zu tun. "Lernen Pferd und Reiter schrittweise gemeinsam, sich auch in hohem Tempo zu entspannen und üben die Tempokontrolle, ist das ein wichtiger Baustein der Beziehungsarbeit."

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Ein schöner, leicht ansteigender, links und rechts begrenzter Weg ist ideal, um sich an etwas mehr Tempo im Gelände zu wagen. So klappt es harmonisch und entspannt.

Übungen

One-Rein-Stop üben: Viele Reiter trauen sich erst mehr Tempo zu, wenn sie wissen, dass sie jederzeit und in jeder Situation stoppen könnten – eigentlich vernünftig. Ich trainiere darum mit meinen Schülern den One-Rein-Stop, auch wenn viele das zunächst nur ungern machen – aber auch die Feuerwehr muss nun mal für den Notfall proben, um gerüstet zu sein. Zunächst üben Sie dazu im Stand, den Kopf des Pferds mit einer Hand durch leichten Zügelzug zu einer Seite zu bewegen – diese Bewegung fragen Sie erst langsam, dann schneller ab. Später übe ich aus Schritt, Trab und Galopp, das Pferd so anzuhalten. Am besten in jeder Trainingseinheit ein paar Mal, jedoch nicht zu oft aus hohem Tempo, um die Pferdebeine nicht zu sehr zu belasten. (von Thomas Günther)

Balancezügel nutzen: Um im Gelände langsam ein flotteres Tempo zu entwickeln, empfehle ich einen Balancezügel.Das kann auch ein einfacher Strick sein, den Sie um den Pferdehals knoten. Wird das Pferd zu schnell, können Sie ohne Zug im Maul sanft bremsen. Das Pferd bleibt entspannt und reagiert nicht mit Gegenzug. Zusätzlich gibt Ihnen der Riemen in der Hand ein sichereres Gefühl und hilft, sich auszubalancieren. So in den Remontesitz zu gehen, leicht zu entlasten, die Hand ruhig und die Pferdenase vorzulassen, wird zu wunderbaren Erlebnissen führen. (von Dina Seipp)

Die ideale Strecke: Wer beim Tempo machen ein paar Regeln beachtet, ist sicherer unterwegs und kann Ängste langsam ablegen, weil sich auch das Verhalten des Pferds ändert: Es pullt nicht mehr, sondern genießt mit Ihnen gemeinsam. Erstens: Nehmen Sie einen sicheren Begleiter mit, etwa ein älteres Pferd, und auf jeden Fall eines, mit dem Ihr Pferd nicht etwa in direkter Konkurrenz in der Herde steht – so schaukelt sich nichts auf. Zweitens: Forcieren Sie niemals mehr Tempo Richtung Heimat. Drittens: Wählen Sie befestigte Wege, am besten leicht bergauf, oder zumindest eingesäumt von Büschen oder Bäumen. So bleibt ihr Pferd entspannt und jederzeit regulierbar. (von Dina Seipp)

Erstmal am Boden bleiben: Muss das Pferd noch lernen, auf den Schenkel zu zünden und aus seiner Komfortzone herauszukommen, kann der Reiter schon mal in eine angsteinflößende Situation kommen: Das Pferd wird unwirsch und buckelt. In solchen Fällen empfiehlt es sich, erstmal an der Longe zu üben. Auch hier kann das Pferd lernen, auf treibende Signale zu reagieren und Gefühl und Kraft für ein gutes Tempo zu entwickeln. Am Anfang dürfen Sie dabei schon mit direkten Reaktionen und kurzen fleißigen Sequenzen zufrieden sein. (von Katja Lauer)

5. Typgerecht Tempo machen

Das individuelle Wohlfühltempo ist so verschieden wie ein Fingerabdruck. Und Tempo ist auch Charaktersache.

Jedes Pferd hat einen individuellen Tempobereich, in dem es sich mit einem Maximum an Stabilität und Raumgewinn fortbewegen kann. Hierzu machte Dr. Parvis Falaturi, Diplom-Biologe und Biomechaniker, bereits vor Jahren Messungen für CAVALLO (Heft 6/2007). Dabei fand er heraus, dass Pferde nur in einem bestimmten Tempobereich besonders stabil in Stützmustern und Takt sind. In dieser "physiologischen Geschwindigkeit" läuft das Pferd zufrieden, losgelassen und schnaubt ab. Die Formel für die Geschwindigkeit eines Pferds lautet übrigens Schrittweite mal Schrittfrequenz – und beide hängen unter anderem von der Beinlänge und -winkelung ab. Beides beeinflusst auch das individuelle Wohlfühl-Tempo. Um dieses zu finden, sollten Sie vor allem Ihr Pferd nicht behindern – Tipps dazu gibt es unter Punkt 2 "Locker in Balance bleiben".

Ebenso entscheidend für das richtige Tempo sind Muskelspannung und Temperament. Pferde mit einem hohen Muskeltonus sind oft eher nervös und werden schnell heiß – ihnen tut gleichmäßiges Tempo gut. Pferde mit niedrigem Muskeltonus sind oft gelassen, aber zünden schlechter: Hier helfen kurze Sprints, gerade Strecken und viele Tempounterschiede.

Zu den Energiesparern gehören oft Robustpferde, die auch körperlich viel weniger auf Tempo ausgelegt sind. "Oft haben sie zum Beispiel kleine Nüstern, bekommen deutlich weniger Luft als etwa ein Araber – auf solche Unterschiede sollte man Rücksicht nehmen und Energiesparer mit kleinen Tricks statt Reitplatz-Schrubben auf Trab bringen", so Dina Seipp.

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Robustpferde sind oft Spritsparer, die Bewegungsfreude erst entdecken müssen.

Energiesparer flott machen: Energiesparern können Sie die Freude am Vorwärts am besten im Gelände zeigen! Lassen Sie ein "Zugpferd" vorneweg gehen und wählen Sie einen flachen, höchstens leicht ansteigenden Weg von etwa 600 Metern für einen flotten Galopp oder Trab. Seien Sie aufmerksam: Hat Ihr Pferd Spaß? Stressen Sie es nicht, steigern Sie das Tempo langsam. Oft entwickeln diese Pferde durch regelmäßige Gelände-Galopps ein größeres Lungenvolumen – dadurch werden sie auch auf dem Platz oft plötzlich viel gehfreudiger, weil es ihnen leichter fällt. (von Dina Seipp)

Tempo für heiße Pferde: Das Schlimmste, was man bei einem heißen Pferd tun kann: ausrennen lassen. Diese Pferde sind Geschwindigkeitsjunkies, dürfen sie einmal rennen, wollen sie immer mehr. Auspowern funktioniert nicht. Wichtig ist,dass diese Tiere in ihrem Wohlfühl-Grundtempo gehen dürfen und nicht ständig ausgebremst werden. Um hin und wieder mehr Tempo zu reiten, eignen sich große gebogene Linien. (von Dina Seipp)

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Heiße Pferde auf freier Fläche nur in großen Linien galoppieren.
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