CAV Stangenarbeit Stange Teaser TL Rädlein

Stangenarbeit: 6 Übungen mit der Stange

Tipps für Stangenarbeit am Boden und auf dem Pferd

Alles, was Sie brauchen, ist eine Stange. Viel Spaß beim Ausprobieren unserer Übungen.

Stangenarbeit Übung 1: Seitwärts für mehr Durchlässigkeit

CAV Stangenarbeit Seitwärts für mehr Durchlässigkeit
Raoul Schuschkleb
7 Übungen mit Stangen und Pylonen

Lassen Sie Ihr Pferd die Stange längs überqueren.

Das bringt's: „Mit dieser Übung überprüfen und fördern Sie zugleich die Durchlässigkeit“, erklärt Working-Equitation-Trainer Andreas Huber (www.et-huber.de).

So geht's: Legen Sie eine Stange in die Mitte des Reitplatzes. Das Ziel: Die Stange im Schenkelweichen so zu überqueren, dass die Stange immer mittig unter dem Pferdebauch liegt. Voraussetzung ist, dass Ihr Pferd sicher dem Schenkel weicht. Unterteilen Sie die Stange nun gedanklich in drei Teile: Reiten Sie zuerst über das äußere Drittel der Stange. Halten Sie an, wenn die Vorderbeine Ihres Pferds diese überquert haben. Dann lassen Sie Ihr Pferd dem Schenkel weichen, und zwar zum nächstliegenden Stangenende nach außen. Klappt das, peilen Sie das mittlere Drittel der Stange an und weichen von dort aus nach außen (siehe Grafik). So erweitern Sie die Dauer des Seitwärts Stück für Stück, bis Ihr Pferd gleichmäßig seitwärts über die gesamte Stange weichen kann.

Lust auf mehr? Schenkelweichen ist kein Problem für Sie und Ihr Pferd? Dann probieren Sie doch mal, die Stange im Schulterherein oder traversartig zu überqueren.

Stangenarbeit Übung 2: Ganz exakt anhalten

Ihr Pferd soll bei der Bodenarbeit so über der Stange halten, dass seine Vorderbeine vor und seine Hinterbeine hinter der Stange stehen.

Das bringt's: „Ihr Pferd verbessert Balance, Trittsicherheit und Koordination“, sagt Bodenarbeitsprofi Dr. Claudia Münch (www.bodenarbeit.net). Das höhere Abfußen fordert Bauchund Rückenmuskulatur. Außerdem bringt die Übung unaufmerksame Pferde dazu, sich Ihnen und Ihrem Schritttempo anzupassen.

So geht's: Überqueren Sie zunächst mit Ihrem Pferd die Stange. Dabei gehen Sie neben dem Pferd, ungefähr kurz hinter dessen Genick. Halten Sie das Führseil entspannt, ohne daran zu ziehen. Ihr Pferd soll sein Tempo an Sie anpassen. Ist es zu langsam, schwingen Sie das Seil Richtung Hinterhand. Eilige Tiere bremsen Sie, indem Sie auf einen Kreisel abwenden. Geht Ihr Pferd flüssig über die Stange, nehmen Sie das Halten dazu. Dazu geben Sie einen kleinen Impuls am Seil und bleiben betont stehen. Ein Stimmsignal, zum Beispiel „Halt!“, hilft. Üben Sie dies zuerst ein paar Mal ohne Stange. Reagiert Ihr Pferd prompt, lassen Sie es über der Stange halten.

Lust auf mehr? Klappt das Halten, können Sie die Übung erweitern: Erhöhen Sie die Stange ein- oder beidseitig oder ergänzen Sie weitere Stangen.

Stangenarbeit Übung 3: Rhythmisch im Takt über die Stange

Ihr Pferd soll die Stange in gleichmäßigem Rhythmus überqueren.

Das bringt's: Der Takt ist nicht umsonst der erste Punkt der Ausbildungsskala – er ist die Basis der Ausbildung und gleichzeitig Voraussetzung für die Losgelassenheit des Pferds. Die Übung verbessert beide Punkte. „Allerdings ist eine gewisse Losgelassenheit Voraussetzung dafür“, betont Dressurausbilder Jörg Bös (www.joergboes.de). „Sonst verspannt das Pferd noch mehr.“

So geht's: Legen Sie eine Stange Mitte der langen Seite auf den zweiten Hufschlag. Reiten Sie in gleichmäßigem Tempo darüber – zuerst im Schritt, dann im Trab und Galopp. Kleiner Tipp: Zählen Sie den Takt laut mit, im Trab etwa „1-2-1-2“. Auf gerader Linie halten Pferde ihr Tempo gleichmäßiger. Wird Ihr Pferd eilig, reiten Sie die Stange im Mittelzirkel an; gebogene Linien bremsen Hektiker.

Lust auf mehr? Tritt Ihr Pferd rhythmisch über die Stange, können Sie weitere Stangen dazu nehmen. Achten Sie auf korrekte Abstände: „Soll Ihr Pferd die Tritte verlängern, müssen die Abstände weiter gewählt werden. Möchten Sie die Tragkraft verbessern, sind kleinere Abstände erforderlich“, so Jörg Bös.

Stangenarbeit Übung 4: Bewusst Huf für Huf voran

CAV Stangenarbeit Bewusst Huf für Huf voran
Lisa Rädlein
7 Übungen mit Stangen und Pylonen

Ihr Pferd soll einen Huf nach dem anderen über die Stange setzen.

Das bringt's: „Die Übung verbessert das Körpergefühl des Pferds“, erklärt Ausbilderin Lisa Kittler (www.ganzheitlichepferdegymnastizierung.de). Das hilft bei allen Bewegungsabläufen weiter.

So geht's: Sie benötigen eine Gerte sowie entweder ein Halfter mit Strick oder einen Kappzaum mit Longe. Legen Sie eine Stange an den Zirkelpunkt. Führen Sie Ihr Pferd an die Stange heran, und halten Sie es kurz davor an. Streichen Sie in langen Bewegungen mit der Gerte über den Pferdekörper, vor allem an den Vorderbeinen. Das beruhigt hibbelige Pferde und erhöht die Körperwahrnehmung. Dann touchieren Sie das Vorderbein, welches der Stange am nächsten steht. Hebt das Pferd das Bein, gehen Sie los. Achten Sie darauf, dass Sie nur wenig Körperspannung aufbauen – so können Sie Ihr Pferd leichter anhalten, sobald es das Vorderbein über die Stange gesetzt hat. Dafür geben Sie ein Stimmkommando wie „Halt“ und drehen sich Richtung Pferdekopf. Das begrenzt das Pferd optisch.

Warten Sie in dieser Position kurz, dann lassen Sie Ihr Pferd sein zweites Vorderbein nach dem gleichen Prinzip nachsetzen. Gehen Sie ebenso bei den Hinterbeinen vor.

Lust auf mehr?: Gelingt die Übung, können Sie nach und nach den Abstand zu Ihrem Vierbeiner erweitern, bis Sie die Übung an der Longe schaffen. Je größer der Abstand, desto schwieriger wird es.

Stangenarbeit Übung 5: Gezielt entspannen

Das Pferd soll lernen, an der Stange zu entspannen.

Das bringt's: Das Pferd wird durch die Übung aufmerksamer und sensibler für die Reiterhilfen. „Außerdem lernt das Pferd, Hindernisse mit Gelassenheit zu überwinden“, sagt Trail-Reiter Sebastian Nolewajka (www.heidehorsetrail.de). Ideal für Pferde, die leicht hektisch werden.

So geht's: Platzieren Sie die Stange in der Mitte des Reitplatzes. Lassen Sie Ihr Pferd zu Beginn circa zwei Minuten über der Stange stehend entspannen. Dann überqueren Sie die Stange und beginnen mit der Arbeitsphase – reiten Sie etwa Seitengänge, Tempounterschiede im Trab oder Trab-Galopp-Übergänge. Nach ein paar Minuten kehren Sie zur Stange zurück und lassen Ihr Pferd wieder zwei Minuten darüber entspannen. Wiederholen Sie diese Abfolge von Ruhepause und Arbeit einige Male. Ihr Pferd lernt so, die Stange als Ruhepol wahrzunehmen. Es begreift, dass es sich nach dem Überqueren anstrengen muss. Nach einigen Wiederholungen wird es sein Tempo von selbst über der Stange verlangsamen oder gar stoppen.

Lust auf mher?: Hat Ihr Pferd das Prinzip verstanden, können Sie so auch schwierigere Hindernisse einbeziehen: Wasserstellen, Steigungen oder Engpässe verwandeln Sie auf diese Weise in Ruheorte.

Stangenarbeit Übung 6: Seitwärts und kehrt

CAV Stangenarbeit Seitwärts und kehrt
Raoul Schuschkleb
7 Übungen mit Stangen und Pylonen

Mixen Sie an der Stange Seitwärts und Kehrtwendungen.

Das bringt's: Westerntrainerin Linda Leckebusch-Stark (www.leckebusch.com) empfiehlt die Übung als Kontrolle. „Der Reiter merkt schnell, wie fein sein Pferd auf Hilfen reagiert.“ Zudem kann der Reiter an seiner Hilfengebung feilen.

So geht's: Legen Sie die Stange in die Mitte des Reitplatzes. Reiten Sie darauf zu; dann halten Sie ungefähr mittig, mit einem Meter Abstand und im 90-Grad-Winkel an (siehe Grafik). Lassen Sie Ihr Pferd nun seitwärts treten. Achten Sie darauf, dass es gerade gerichtet bleibt. Haben Sie das Ende der Stange erreicht, lassen Sie Ihr Pferd eine Vorhandwendung machen; dann kurz halten. Sie stehen nun auf der anderen Stangenseite. Daran entlang darf Ihr Pferd erneut seitwärts weichen. In die andere Richtung wiederholen. Fällt Ihrem Pferd das Seitwärts schwer? Gönnen Sie ihm nach einigen Schritten eine kurze Pause.

Lust auf mehr? Ändern Sie die Übung ab, indem Sie Ihr Pferd mit dem Schweif Richtung Stange seitwärts treten lassen. Statt einer Vorhandwendung reiten Sie dann ein Kurzkehrt. Könner variieren die Seitwärtstritte zwischen Travers, Renvers und Schulterherein.

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