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Back to the 90ties - wisst ihr noch? Plus Umfrage!

So haben Kinder der 90er reiten gelernt

Wer heute ein eigenes Pferd hat, wagte seine ersten Reitversuche oft in den 90er-Jahren oder noch früher – die Reitstunden
waren kein Zuckerschlecken, doch wer die Abteilung anführen durfte, war mächtig stolz. Wir erinnern uns ...

Wer Pferde liebt, tut manchmal schon ein klein wenig verrückte Dinge. Während normalsterbliche Jugendliche in den 90ern auf ihren Tamagotchis herumdaddelten, die Leitung der Eltern mit stundenlangen Telefonaten belegten oder flapsig Kaugummiblasen machten, begaben sich junge Reiter freiwillig in eine Art Blase des Militärdrills. „Wer sich nicht unterordnen wollte, konnte gehen“, erinnert sich CAVALLO-Redakteurin Ute Stabingies. Schier endloses Traben mit überschlagenen Bügeln und das gefürchtete Aufschließen an die Abteilung im Galopp spüren die CAVALLO-Redakteurinnen als Reitkinder der 90er noch heute lebhaft in Beinen, Hintern und Herz.

„Ustinov, Hacken tief“

„Es gab immer bestimmte Schulpferde, die keiner reiten wollte“, erinnert sich Nadine Szymanski. Und Barbara Böke hat noch die folgenschweren „Stehtage“ im Kopf. „Das war immer montags. Am Dienstag ging’s also in den Reitstunden ab.“ Auch dazu gehörten gebetsmühlenartig wiederholte Korrekturen, ein paar haben sich Redakturin Natalie Steinmann wohl für immer eingebrannt: „locker in der Mittelpositur“, „viiieeel zu lange Fahrleinen“ oder „entweder du führst dein Pferd (=im Sattel), oder du führst (=zu Fuß)“.

CAVALLO widmete 1998 einer Studie zu Reitlehrern einen großen Artikel. Dort hieß es: „Noch immer werden viele Schüler nur mit dem Namen ihres Pferds angesprochen. Das ist Unterricht wie zu Kaisers Zeiten.“ Und: „Auch im Unterricht der 90er-Jahre erstirbt jeder Dialog, sobald der Reitlehrer das Kommando zum Aufnehmen der Zügel gibt.“

Eine harte Schule war das damals. CAVALLO testete ab der zweiten Ausgabe im Jahr 1996 schon Reitschulen und bekam dabei so einiges um die Ohren. Ein kleines Best-of aus den alten Ausgaben:

Die besten Reitlehrer-Sprüche aus den Reitschultests der 90er

  • „Fahrt ihr Tretroller, oder was?“
  • „Na, schon runtergefallen? Das gehört dazu.“
  • „Hacken runter, Hände ruhig, Ecken ausreiten!“
  • „Keine Angst, dein Pferd muss nur seine Schmetterlinge im Bauch loswerden. Das hört gleich auf.“
  • „Du sollst nicht reden, sondern reiten!“
  • „Ich hab euch schon tausendmal gesagt, dass ihr in der Abteilung eine Pferdelänge Abstand halten sollt.“
  • „Jetzt galoppier auch mal. Aber pass auf, dass er das Buckeln nicht wieder anfängt.“

Über den rauen Ton im Unterricht hinweg tröstete manche Reitanfänger der samtweiche Bezug der ersten eigenen Reitkappe. Und natürlich das Lieblingsschulpferd. Eines ist klar: Missen möchten die wenigsten die Jugendzeit im Stall.

Und Ihr? Wie war Euer früher Reitunterricht? Hier könnt Ihr's uns sagen:

Umfrage

Wie ist es Euch beim Reitunterricht ergangen?
1233 Mal abgestimmt
Super, ich war glücklich mit Pferd und Lehrer.
Mal so, mal so. Hat schon Freude gemacht, ab der Lehrer konnte ziemlich streng sein.
Der reinste Kasernenhof! Hätte fast aufgegeben.
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