Freispringen für Einsteiger

So starten Sie ins Freispringen

Foto: Lisa Rädlein

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Was müssen Sie beachten? Wie sieht die Länge der Galoppsprünge aus?

Berücksichtigen Sie beim Aufbau die Größe des Galoppsprungs. Für Warmblüter werden pro Galoppsprung etwa drei Meter angesetzt.

Am besten messen Sie den Galoppsprung Ihres Pferds aus: Reiten Sie es auf dem Platz oder in der Halle warm. Dann lassen Sie einen Helfer eine lange Seite glattziehen. Reiten Sie danach im Arbeitsgalopp einmal die lange Seite entlang.

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Foto: Raoul Schuschkleb CAVALLO Freispringen für Frischlinge

Zwei Galoppsprünge im Linksgalopp: rechts hinten (dunkelbraun) beginnt. Nach der Schwebephase landet der rechte Hinterhuf im Arbeitsgalopp etwa auf Höhe der Spur des linken Vorderhufs.

Höhere Hindernisse = mehr Abstand

Nun können Sie den Galoppsprung ausmessen, damit Sie wissen, in welchem Abstand Sie die Stangen und Sprünge für Ihr Pferd aufbauen sollten.

Auch wichtig: Ausgehend von einem Galoppsprung von drei Metern, rechnet man für Absprung und Landung jeweils einen halben Galoppsprung. Je höher die Sprünge sind, desto größer müssen die Abstände werden, da das Pferd die Flugkurve nicht nur erhöht, sondern auch verlängert.

Anforderungen langsam steigern

Abstände für ein mittelgroßes Pferd (etwa 160 Zentimeter Stockmaß): Trabstangen: 1,20 bis 1,50 Meter, In-out: ca. 3 Meter, Kombination mit einem Galoppsprung: ca. 7 Meter, Kombination mit zwei Galoppsprüngen: ca. 10 Meter

Für den ersten Durchgang bauen Sie einen niedrigen Steilsprung und davor mit einem Galoppsprung Abstand ein Cavaletti auf. Allmählich können Sie In-out-Folgen dazunehmen oder aus dem Steilsprung einen Oxer bauen.

Steigern Sie die Anforderung immer erst nach zwei bis drei erfolgreichen, flüssig gesprungenen Durchgängen. Eine Sprunghöhe von 80 Zentimetern reicht aus. Zur Gymnastizierung und zum Muskelaufbau kommt es nicht auf die Höhe des Sprungs an, sondern darauf, wie das Pferd über den Sprung geht.

Schulen Sie Ihren Blick

Nutzen Sie die Gelegenheit, die Bewegungen Ihres Pferds vom Boden aus beobachten zu können. Vergleichen Sie seine Springmanier mit der anderer Pferde. Wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen, können Sie besser beurteilen, was Ihr Pferd schon gut kann und was es noch lernen muss.

Sie können die Sprünge mit einfachen Mitteln anders gestalten, um Ihrem Pferd Abwechslung und neue Reize zu bieten. Simulieren Sie zum Beispiel einen Wassergraben, indem Sie eine Plane unter einen Oxer legen. Oder hängen Sie eine Decke über einen Steilsprung, damit er wie eine Mauer wirkt.

Lassen Sie Ihr Pferd dauerhaft nicht öfter als einmal die Woche frei springen. Achten Sie darauf, dass es für Ihr Pferd nicht zu anstrengend wird. Maximal sechs Durchgänge der endgültigen Reihe, die höchstens noch in der Höhe oder in den Abständen verändert wird, sind neben einigen Aufwärmsprüngen genug. Beenden Sie das Training, bevor das Pferd keine Lust mehr hat, wenn es schwer atmet oder seine Körperspannung nachlässt.

Der perfekte Sprung

  • Das Pferd bewegt sich geschmeidig auf den Sprung zu und galoppiert danach locker weiter.
  • Es zieht den Sprung an, anstatt sich davor zu verhalten.
  • Es springt passend ab, also weder zu früh noch zu spät.
  • Es macht sich über dem Sprung rund, anstatt den Rücken wegzudrücken.
  • Es winkelt das Vorderbein im Ellenbogen und Karpalgelenk an.
  • Bei der Landung macht es die Hinterbeine nach hinten auf, anstatt sie unter den Bauch zu ziehen.
30.01.2019
Autor: Nadine Szymanski
© CAVALLO
Ausgabe 1/2019