Cavaletti-Training mit Klassik-Ausbilder Alfons J. Dietz

Die richtige Zäumung wählen

Ebenso gefährlich ist es, Hindernis­stangen auf den Boden zu legen. „Tritt da ein Pferd drauf, rollt die Stange weg und kann böse Verletzungen verursachen“, warnt Dietz. ­Außerdem verschieben sich lose Stangen leicht, wenn ein Huf anschlägt.
Foto: Lisa Rädlein Cavaletti-Arbeit

Dank Cavaletti-Arbeit dehnt sich Quadril inzwischen besser an seine Knebeltrense. Deren befestigte Schenkel sorgen für eine immer gleiche Lage im Pferdemaul.

Soll das Cavaletti-Training nicht zur Rutschpartie oder zum Kraftakt werden, muss der Boden trocken, griffig und nicht zu tief sein. Doch auch sommerlich ausgedörrte Wiesen haben einen Haken: Auf ­hartem Boden lassen manche Pferde den Rücken nicht los, sondern verspannen.

Pferd und Reiter müssen adäquat aus­gerüstet sein, der Helm gehört zur Grundausstattung. „Das ist bei uns normal“, betont Alfons Dietz, obwohl er seinen Alt-Hengst auch oben ohne über die Stangen reitet. Das ist inkonsequent, wie er grinsend zugibt.

Seine Pferde tragen ihre Dressursättel. „Wird vor allem an der Losgelassenheit gearbeitet, ist auch ein Spring- oder Vielseitigkeitssattel gut“, findet Dietz. Der Reiter sollte die Bügel etwa zwei Loch kürzer schnallen als zur Dressur. So ist es leichter, die Balance zu halten und im leichten Sitz zu reiten.

Gezäumt wird auf Trense. Nur weit fort­geschrittene Pferde reitet Dietz auch mit Kandare über Cavaletti. „Hebelgebisse und Cavaletti passen nicht zusammen“, findet er. „Stellung, Biegung und Dehnung sind mit diesen Gebissen schwieriger als mit Trense.

Die Pferdebeine schützt Dietz mit Gamaschen und Sprungglocken: „Rumpler tun dann einfach weniger weh.“ Bei beschlagenen Pferden schützen die Beinschoner auch, wenn das Pferd sich an den Beinen streift oder in die vorderen Ballen greift.

Wer über Cavaletti reitet, muss sicher im Sattel sitzen. „Der Reiter sollte ein gutes Gleichgewicht haben“, betont Alfons Dietz. Gerät er vor oder hinter die Bewegung, kann das gerade Jungpferde stark irritieren und behindern. Aber auch ältere Pferde haben Mühe, wackelige Reiter über den Stangen auszubalancieren. Die Folge sind Unsicherheit, Fehler und Verspannungen.

Bleibt Ihr Pferd über und nach den Cavaletti locker, dürfte Ihr Sitz in Ordnung sein. Gibt es Probleme, sollten Sie einen Trainer befragen, der sich mit Cavaletti-Arbeit ­auskennt. „Ihn finden Sie am leichtesten ­unter den Vielseitigkeitsreitern“, sagt Alfons Dietz. Dressur- und Springtrainer dagegen befassen sich seiner Erfahrung nach selten intensiv mit dieser Arbeit.

Video: Cavaletti-Arbeit im täglichen Training

05.07.2009
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 06/2006