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20 Heucob-Sorten: Test auf Handling und Geschmack

Heucobs für Pferde im Test

Heucobs sind wie Tütensuppen in der Pferdefütterung. Lassen sie sich wirklich so einfach zubereiten? CAVALLO testete bei 20 Cob-Sorten Handling und Geschmack. Hier sind die Ergebnisse!

Rein in die Schüssel, Wasser drüber, ziehen lassen – fertig. Die Zubereitung von Heucobs klingt erst mal sehr simpel. Aber ist das Heu in Pelletform wirklich so problemlos zuzubereiten? Und wie kommt der grüne Brei geschmacklich bei den Pferden an?

Diesen Fragen ging CAVALLO im großen Praxis-Test nach. Dafür haben wir 20 Sorten Heucobs unter die Lupe genommen. Elf davon waren Heu- und Wiesengrascobs, sechs Sorten bestanden aus Luzerne oder Esparsette, und drei gehörten in die Kategorie Fasern oder Flakes. Das Redaktionsteam kochte, rührte und servierte in mehreren Ställen das gepresste Heu.

Das erste Kriterium im Test war das Handling der einzelnen Cob-Sorten. Am einfachsten für Reiter ist es, wenn kaltes Wasser ausreicht, damit sich die Presslinge auflösen, und man nicht mehrfach umrühren muss. Auch das Einweichen sahen sich unsere Tester genauer an.

Lassen sie sich wirklich so einfach zubereiten?

Wir testen bei 20 Cob-Sorten Handling und Geschmack. Wenn sich die Cobs gut auflösen und keine harten oder großen Teile übrig bleiben. Der Futterbrei sollte weder zu matschig noch zu fest sein, sodass das Pferd ihn gut fressen kann und ihn nicht schlürfen muss. Ein weiteres Kriterium für gutes Handling: Gibt es Zubereitungshinweise des Herstellers und stimmen die?

Was schmeckt lecker?

CAV Heucobs Heu-Cobs Cobs
Rädlein
Eher krümelig oder mehr klebrig: Wie fühlen sich Heucobs nach der Zubereitung an?

Das zweite Testkriterium war der Geschmack der Produkte. Wie gut munden die verschiedenen Cobs den Testpferden? Dafür servierten wir ihnen Futterproben im Präferenztest. Vorab sei verraten: Heucob ist nicht gleich Heucob. So unterschiedlich, wie die Cobs auf dieser Seite aussehen, so unterschiedlich schnitten die Sorten im Praxis-Test ab. Und nicht alle Cobs, die beim Handling überzeugten, kamen geschmacklich gut an.

Heu- & Wiesencobs im Test

Was sind Heu- & Wiesencobs?

Grascobs werden aus älterem Gras gewonnen, das getrocknet und dann zu Cobs verarbeitet wird. Heucobs werden aus fertigem Heu hergestellt. Das Heu aus dem Futtersack kann die Raufutterration ergänzen, etwa wenn die Qualität des Heus nicht die beste ist. Auch ältere Pferde mit schlechten Zähnen, staubempfindliche Allergiker oder Hungerhaken profitieren von dem Heuersatz.

Welche Sorten wurden getestet?

Elf Produkte kamen auf den Prüfstand: Heu-Cubes von Eggersmann, Heucobs staubfrei und Heucobs medium von Mühldorfer, Palatin Glyx-Wiese Heucobs von St. Hippolyt sowie Heucobs von Höveler, Deuka, Lexa und RidersPartner. Dazu kamen Wiesen-Cobs von Marstall, Pre-Alpin Wiesencobs von Agrobs und Wiesengrascobs von www.heucobs.com.

CAVALLO Praxis-Erfahrung

Die Heucobs hatten sehr unterschiedliche Formen und Strukturen. Lexa und St. Hippolyt erinnern eher an kleine Pellets, die übrigen Cob-Sorten waren dicker, teilweise sogar fingerdick. Die Cob-Sorten im Test waren bis auf die von Eggersmann und Marstall so hart gepresst, dass sie sich nicht mit den Fingern zerbröseln ließen.

Nicht zu jeder Cob-Sorte gab es vollständige Zubereitungshinweise des Herstellers; die fanden sich nur bei Agrobs und Eggersmann. Auf den restlichen Futtersäcken gab es lediglich Angaben zur Wassermenge. Die Cobs von Höveler und Mühldorfer (staubfrei) sollen auch trocken gefüttert werden können, was wir im Test aber nicht taten: Denn Heucobs können im Pferdemagen stark quellen.

Die Herstellerangaben stimmten nicht immer. Einige Cobs brauchten deutlich mehr Wasser als angegeben: Eggersmann, Agrobs, Lexa, Heucobs.com, St. Hippolyt, Mühldorfer (medium) und Deuka. Bei Höveler und Mühldorfer mussten die Tester ausprobieren, wie viel Einweichzeit und Wasser nötig war. Das erschwerte die Zubereitung; die Tester brauchten mehrere Anläufe, bis der optimale Brei gelang. Bei Marstall und RidersPartners passten die Angaben zur Wassermenge.

In punkto Einweichzeit gab es deutliche Unterschiede: Die Cobs von Agrobs, Eggersmann, Marstall und RidersPartners sind schnell zuzubereiten, sie brauchen nur ein kurzes Wasserbad von etwa 15 Minuten. Doppelt so lange weichten die Medium-Variante von Mühldorfer und die Cobs von Heucobs.com ein. Richtig viel Zeit brauchten die Tester für die Cobs von Mühldorfer
(staubfrei), Deuka, Lexa, St. Hippolyt und Höveler: Hier lag die Einweichzeit bei 45 Minuten oder länger.

Zudem mussten die Tester mehrmals umrühren. Mit kaltem Wasser lösten sich nur die Cobs von Eggersmann, Agrobs, Marstall und RidersPartners gut auf. Die restlichen Cobs brauchten warmes bis heißes Wasser. Die Sorten von Höveler, von Mühldorfer und Heucobs.com ergaben einen eher festen Brei. Hier war es nicht ganz einfach, die optimale Konsistenz zu treffen: Mal wurde der Brei zu fest, mal zu wässrig wie Rahmspinat.

Einfacher war es mit den übrigen faserigen Sorten, weil diese viel Wasser aufsogen – so viel, dass die Tester nach dem ersten Quellen oft noch Wasser nachfüllen mussten. Der Brei war wie Risotto: etwas feucht, aber nicht zu matschig. So sollte es sein.

CAVALLO Fazit

CAV Heucobs Heu-Cobs Cobs Test
Rädlein
Ein Testkriterium: Wie gut lösen sich die Cobs auf?

Ideal waren Cobs, die nur kurz einweichen mussten, bei denen kaltes Wasser genügte und die Breikonsistenz gut war. Hier konnten die Cobs von Eggersmann, Agrobs, Marstall und RidersPartners punkten.

Esparsette und Luzerne im Test

Was sind das für Cobs?

Esparsette und Luzerne gehören zur Gattung der Leguminosen. Diese Pflanzen sind sehr eiweißreich: Luzerne enthält zwischen 98 und 240 Gramm Eiweiß pro Kilo getrockneter Pflanze (zum Vergleich: Hafer hat 85 Gramm Rohprotein pro Kilo). Daher eignen sich diese Cobs für Pferde, die viel Eiweiß brauchen, wie trächtige Stuten, Jungpferde, Sportpferde oder Hungerhaken.

Welche Sorten wurden getestet?

Im Test waren die Luzernecobs von Agrobs und Lexa, die Original PuritanPur Luzerne von Höveler sowie die Esparsette-Cobs von Makana, Natures Best und Per Naturam.

CAV Heucobs Heu-Cobs Cobs Test Esparsette
Rädlein
Die Cobs brauchten alle heißes Wasser und eine lange Einweichzeit. Die Esparsettecobs gelangen etwas einfacher.

CAVALLO Praxis-Erfahrung

Die Cobs waren alle recht klein. Agrobs und Makana ließen sich mit etwas Druck zerbröseln, der Rest war eher hart. Bei Lexa und Nature’s Best fehlten Angaben zur Einweichzeit, bei Per Naturam auch zur Wassermenge. Hier mussten die Tester probieren, wie viel Wasser und Zeit nötig war. Die Herstellerangaben passten nicht immer: Die Cobs von Agrobs und Lexa brauchten mehr Wasser als angegeben, Höveler-Cobs mussten deutlich länger einweichen als die empfohlenen zehn Minuten.

Alle Cobs brauchten warmes Wasser. Die Einweichzeit war bei allen Cobs im Test sehr lang: Sie benötigten alle mindestens eine halbe Stunde im Wasserbad. Bei Agrobs, Lexa und Höveler mussten die Tester umrühren, damit sich die Cobs lösten; bei Lexa blieben trotzdem harte Cobs übrig. Die Konsistenz des Futterbreis war bei allen Sorten gut: nicht zu fest, nicht zu matschig.

CAVALLO Fazit

Die Cobs brauchten alle heißes Wasser und eine lange Einweichzeit. Die Esparsettecobs gelangen etwas einfacher.

Flakes und Fasern im Test

Was sind das für Cobs?

Fasern und Flakes sind Futter für Eilige: Die Fasern können trocken verfüttert werden, die Flakes sollen sich nach wenigen Minuten auflösen.

Welche Sorten wurden getestet?

Heu-Flakes von Masterhorse, Pre-Alpin Wiesenflakes von Agrobs und Palatin Glyx-Wiese Seniorfaser von St. Hippolyt.

CAV Heucobs Heu-Cobs Cobs Test Flakes
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Die Flakes-Sorten und die Seniorfaser waren sehr einfach im Handling und sind ideal für Reiter, die nicht lange einweichen wollen oder können.

CAVALLO Praxis-Erfahrung

Die zwei Flakes-Sorten lösten sich bereits auf minimalen Druck mit den Fingern auf. Die Fasern waren sehr fein und sahen aus
wie Tee. Die Masterhorse-Flakes hatten keine Angaben zu Einweichzeit oder Wassermenge; hier mussten die Tester probieren, wie viel nötig war. Für die Wiesenflakes war mehr Wasser nötig als angegeben.

Die Seniorfaser brauchte nur wenig Wasser. Die Flakes waren sehr anspruchslos: Kaltes Wasser und wenige Minuten Einweichzeit genügten, um aus ihnen einen Futterbrei herzustellen. Dessen Konsistenz war gut: weder zu matschig noch zu trocken. Bei der Seniorfaser bildete sich sofort nach dem Vermischen mit Wasser ein Futterbrei.

CAVALLO Fazit

Die Flakes-Sorten und die Seniorfaser waren sehr einfach im Handling und sind ideal für Reiter, die nicht lange einweichen wollen oder können.

So testeten wir den Geschmack

In CAVALLO 9/2016 stellten wir den Präferenz-Test vor. Damit ermitteln Forscher, welches Futter Pferden am besten schmeckt. Das haben wir mit den Heucobs aus unserem Praxis-Test ebenfalls getan – und Sie können so auch ganz leicht ermitteln, was Ihrem Pferd besonders mundet:

DIE TESTER: Neun Pferde in zwei unterschiedlichen Ställen traten zum Geschmackstest an.

DIE VORBEREITUNG: Nötig sind zwei gleiche Futterschüsseln. Von den insgesamt 20 Cob-Sorten im Test haben wir jeweils kleine Mengen zubereitet. In jede Futterschüssel kam dann jeweils eine Futter-Probe.

SO HABEN WIR GETESTET: Die Futterschüsseln standen dicht nebeneinander auf dem Boden, die Pferde mittig davor. Dann durften die Tiere auf die Schüsseln zugehen. Die Laufrichtung durfte dabei möglichst wenig beeinflusst werden, die Stricke hingen durch.Die meisten Pferde schnupperten zuerst an den Cobs. Manche futterten eine Probe sofort, andere probierten erst beide, bevor sie sich entschieden. Wir notierten in einer Tabelle, welche Cobs gegeneinander angetreten sind und welche dabei bevorzugt wurde. Gewinner war die Cob-Sorte, die als erste aufgefuttert wurde. Denn was besonders gut schmeckt, wird als erstes gefressen. Nach jedem Durchgang wurden die Schüsseln ausgespült, zwei neue Portionen Cobs eingefüllt – und die Pferde durften erneut auswählen.

Klar ist: Pferdegeschmäcker sind sehr unterschiedlich. Daher ist unser Geschmackstest natürlich nicht allgemeingültig. Unsere Testpferde hatten allerdings recht einheitliche Favoriten. Die Ergebnisse lesen Sie unten.

CAV Heucobs Heu-Cobs Cobs Test Geschmack
Rädlein
Mhm, lecker: Shetty-Wallach Snoopy leckt sich förmlich die Lippen nach den Cobs.

DIE TEST-ERGEBNISSE

Bei den Heu- und Wiesencobs im Test konnten Riders Partners und Heucobs.com die meisten Geschmacksduelle für sich entscheiden. Dicht dahinter folgten Eggersmann, Mühldorfer (staubfrei) und Agrobs. Alle drei Flakes- und Faser-Sorten überzeugten die Testpferde geschmacklich, ebenso wie die Esparsette-Cobs von Makana, Nature’s Best und Per Naturam. Im Mittelfeld lagen Sorten, bei denen sich erste Wahl und zweite Wahl die Waage hielten.

Hier landeten die Heucobs von Lexa, Höveler und Deuka sowie die Luzernecobs von Lexa. Geschmacklich nicht so überzeugen konnten die Medium-Variante von Mühldorfer, Marstalls Wiesencobs, die Glyx-Wiese-Cobs von St. Hippolyt sowie die Luzernecobs von Agrobs und Höveler.

UNSER GESAMT-FAZIT: Manche Cobs, die etwas aufwändiger im Handling waren, kamen geschmacklich bei den Pferden besonders
gut an – und einfach zuzubereitende Sorten dafür eher nicht. In unserem Test konnten die Produkte punkten, die sich einfach zubereiten ließen und den Testpferden gut schmeckten. Diese Kriterien erfüllten die Heucobs von Eggersmann, Agrobs und RidersPartners. Auch die Faser- und Flakes-Sorten von Masterhorse, Agrobs und St. Hippolyt überzeugten die zwei- und vierbeinigen Tester.

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