Grundlagen der klassischen Handarbeit: Zügelführung
Weil Schenkel- und Gewichtshilfen bei der Handarbeit fehlen, rahmst du dein Pferd über die Zügel ein. Der äußere Zügel führt das Pferd und hält es gerade, der innere gibt die Stellung vor.
So geht’s: Bei kleinen Pferden kannst du mit der Hand, die den inneren Zügel führt, direkt ans Gebiss greifen. Dafür hakst du Mittel- und Ringfinger in den Ring ein. So kommen deine Hilfen direkt im Maul an. Bei größeren Pferden fasst du den Zügel so weit vorn wie möglich. Den äußeren Zügel führst du über den Widerrist und nimmst ihn in die Hand.

Grundlagen der Dressur an der Hand: Die richtige Position
Starte mit der Handarbeit in einer Reitbahn. Die Bande ist eine gute Hilfe: Sie begrenzt das Pferd.
So geht’s: Stelle dein Pferd auf den ersten Hufschlag. Du stehst auf Höhe der Schulter, dein Bauchnabel zeigt Richtung Pferdekopf. Die Arme sind leicht angewinkelt. Stelle dir vor, du würdest den Walzer tanzen – so solltest du deine Arme tragen. Bleibe auch in der Bewegung auf dieser Position. Wenn du zu weit Richtung Kopf kommst, bremst du dein Pferd. Du kannst von beiden Seiten arbeiten. Beginne links, das ist für die meisten Pferde vertrauter.

Kathrin Roida ist klassische Dressurausbilderin mit Turniererfolgen in Dressur bis Klasse S***. Pferde gesunderhaltend auszubilden, ist ihr oberstes Ziel. Ihr Buch "Gymnastizierung an der Hand" ist im Kosmos Verlag erschienen. Mehr Infos unter www.kathrinroida.de
Grundlagen Dressur-Training am Boden: Gertenführung
Mit der Gerte unterstützt du das Vorwärts. Sie muss so lang sein, dass du damit den Pferdeoberschenkel erreichen kannst.
So geht’s: Die Gerte hältst du in der Hand, die am Widerrist ist. Lasse die Gerte senkrecht zu Boden zeigen. Möchtest du dein Pferd vorwärts treiben, drehst du dein Handgelenk und touchierst dein Pferd auf Höhe des Oberschenkels. Fürs Seitwärts fasst du die Gerte so, als ob du einen Degen in der Hand hältst.

Übungen im Halten: Locker machen
Bevor du mit der Arbeit startest, bereitet du dein Pferd darauf vor. Mit der Abkauübung lockerst du Unterkiefer, Kiefergelenk und Zungenbein deines Pferds.
So geht’s: Stelle dich vors Pferd. Dessen Hals ist gerade. Greife in die Gebissringe und hebe das Gebiss vorsichtig Richtung Maulspalte an. Kaut dein Pferd, lässt du das Gebiss sanft wieder los. Klappt das, lässt du dein Pferd beim Kauen den Kopf heben, bis seine Nase fast waagerecht ist. Die Pferdeohren bleiben dabei auf einer Höhe. Dann gibst du wieder nach, löst deine Hände vom Gebiss und und gehst einen Schritt zur Seite. So kann sich dein Pferd strecken.

Seitwärts mit dem Pferd an der Hand: so gelingt's
Das Seitwärts gelingt leichter, wenn du dir eine Uhr vorstellst. "Du bist der Mittelpunkt des Ziffernblatts, und dein Pferd ist der Zeiger, der um dich herumtritt", erklärt Kathrin Roida.
So geht’s: Du stehst etwas schräg vor dem Pferd. Den inneren Zügel fasst du nahe am Gebissring, den äußeren zusammen mit der Gerte. Halte diese so, als ob du einen Degen in der Hand hättest. Bewege die Gerte nun auf die Hinterhand zu. Weicht dein Pferd darauf nicht, tippe es auf Höhe seines Oberschenkels an, bis es übertritt. Damit dein Pferd vorwärts-seitwärts treten kann, musst du auf einem kleinen Kreis rückwärts mitgehen. Tritt dein Pferd wie auf dem Foto nach rechts über, gehst du kleine Schritte rückwärts und drehst dabei deine linke Schulter nach hinten, sodass du auf einem kleinen Kreis gehst. Tritt dein Pferd nach links über, nimmst du im Rückwärts deine rechte Schulter zurück. Gehe die Linie am besten einmal ohne Pferd. Das Übertreten beendest du, indem du die Gerte zum Boden zeigen und mit der Stimme das Pferd anhalten lässt. Hält es nicht, weist du mit der Gerte in Richtung äußere Schulter.

Du willst mehr über die Handarbeit für Einsteiger erfahren und es selbst einmal ausprobieren? Hier kannst du alle Tipps nachlesen:












