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Pferdefell: Haare brauchen Zink und Selen

Wichtige Mineralstoffe für den Fellwechsel

Gesund durch den Fellwechsel: Warum Zink und Selen jetzt so wichtig sind.

Endlich werden die Tage wieder länger. Die warme Jahreszeit kündigt sich an. Längst ist der Fellwechsel in vollem Gange. Um ein neues Haarkleid zu stricken, benötigen Pferde jetzt nicht nur viel Energie und Eiweiß, sondern auch eine gute Portion wichtiger Mineralstoffe wie Zink und Selen.

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Mangelt es dem Pferdekörper an den beiden Spurenelementen Zink und Selen, klappt zwar der Fellwechsel trotzdem, aber das Immunsystem der Tiere wird enorm geschwächt. Das erklärt, warum einige Pferde momentan anfälliger für Infektionen sind.

Schätzen Sie mal, wie viel Gramm Zink und Selen ein ungefähr 500 Kilogramm schweres Freizeitpferd an einem gewöhnlichen Tag benötigt. „Nach neuesten Empfehlungen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie sind es gerade einmal 425 Milligramm Zink und 1,05 Milligramm Selen“, sagt Professor Jürgen Zentek vom Institut für Tierernährung an der Freien Universität Berlin. Das ist nicht viel. Diese Menge passt problemlos auf einen Teelöffel.

Prof. Ellen Kienzle lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München: „Wer nur Heu und Hafer füttert, kann fast sicher davon ausgehen, dass Selen zu knapp ist.“

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Täglich Mineralien

Was verändert sich im Fellwechsel? „In dieser Zeit brauchen Pferde etwas mehr Zink und Selen“, erklärt Jürgen Zentek. Bei unserem Beispielpferd wären das rund 50 Milligramm Zink und ein halbes Milligramm Selen mehr – eine kaum sichtbare Prise. „Grundsätzlich gilt: Ist das Tier übers Jahr gut mit Zink und Selen versorgt, legt es sich einen Vorrat im Körper an und gleicht damit den geringen Mehrbedarf während des Fellwechsels problemlos aus“, sagt Zentek.

Mit Bauchschmerzen beobachten Pferde-Futterexperten zwei Trends im Trog: Viele Reiter füttern übers gesamte Jahr zu vorsichtig, sprich zu wenig oder sogar überhaupt keine Spurenelemente. „Dass zu viel Selen Pferde vergiften kann, wissen viele. Sie sind daher eher zögerlich in der Verabreichung von Mineralfutter“, berichtet Tierärztin Dr. Silke Hieronymus aus der Schweiz (www.praxistierernaehrung.com). Andere Reiter geben vorsichtshalber gerne ein Löffelchen mehr Mineral-Pellets über den Hafer oder kombinieren hochdosierte Pülverchen mit Müslis, die reich an Zink und Selen sind.

Vorsichtig füttern

In der Theorie ist beides nicht gut, in der Praxis wird’s trotzdem oft genug gemacht. Wie krank macht das Füttern im Blindflug tatsächlich unsere Tiere? „Zu wenig Selen muss ein Pferd nicht zwingend krank machen“, sagt Professor Ellen Kienzle vom Lehrstuhl für Tierernährung und Diätetik der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Tatsächlich geht es vielen Pferden trotzdem offensichtlich gut. Allerdings rät sie allen Reitern, bedarfsgerecht zu füttern. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass die Tiere eine Unterversorgung problemlos wegstecken. „Wer nur Heu und Hafer füttert, kann fast sicher davon ausgehen, dass Selen zu knapp ist“, weiß die Expertin. Das ist eine gute Orientierung für alle Reiter.

Ähnlich sieht es beim Spurenelement Zink aus. Die Basis-Futtermittel enthalten zu wenig fürs Pferd. Auch hier gilt: Einen Mangel sieht man den meisten Tieren nicht mit bloßem Auge an. „In all den Jahren meiner Tätigkeit habe ich nur ein einziges Pferd gesehen, das klinisch auffällig war und Mangel-Symptome zeigte“, berichtet Professor Ellen Kienzle.

Spurenelemente fürs Fell

Dem gegenüber stehen die Erfahrungsberichte von unabhängigen Pferde-Futterexperten wie Constanze Röhm aus Boos in der Eifel (www.futterberatung-roehm.de). „Ich kann nicht einschätzen, wie gut Deutschlands Pferde mit Zink und Selen versorgt sind“, sagt Constanze Röhm. „Ich sehe nur die kranken Tiere. Bei denen stelle ich allerdings fest: die beiden Spurenelemente sind oft zu knapp.“ Das sieht die Futterexpertin für Pferde nach eigenen Angaben vielen Pferden mit bloßem Auge an. Welche Symptome typisch sind, lesen Sie in der Top-Liste.

Zu viel Zink gibt es hingegen so gut wie nie. In diesem Punkt sind sich alle Experten einig. „Da müsste man schon mehrere hochdosierte Mineralfutter gleichzeig füttern. Zudem tolerieren Pferde große Zink-Mengen erstaunlich gut“, berichtet Professor Jürgen Zentek aus Berlin.

Bei Selen sieht das etwas anders aus. „Schon wenige Milligramm können ein Pferd vergiften“, so der Experte. Glücklicherweise gibt es solche Fälle selten. Wie erkennt man das im Zweifelsfall? Auch diese Symptome haben wir rechts im Kasten aufgelistet. Wer einen Verdacht auf eine Vergiftung hat, sollte so schnell wie möglich den Tierarzt rufen. Schon eine einmalige Überdosierung kann tödlich sein.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, welche Gesundheitstests es gibt, um herauszufinden, wie gut oder schlecht ein Pferd mit Zink und Selen versorgt ist.

Was der Blutest verrät

Viele Reiter trauen dem bloßen Auge nicht. Sie wollen es genauer wissen. Eine Blutprobe soll zeigen, ob das Pferd optimal mit Zink und Selen versorgt ist. Ein kleiner Piks in die Halsvene, Blut fließt ins Röhrchen und ab damit ans Labor.

Kurze Zeit später hat der Besitzer das Blutbild seines Pferds vorliegen – mehrere Seiten Papier mit vielen Zahlen. Die Zink- und Selen-Werte sind ebenfalls aufgeführt. Und auf dem Zettel steht auch, ob die beiden Mineralien zu knapp sind. Kann man sich auf das Ergebnis verlassen?

Vor der Blutentnahme im Stall:

Jedes Pferd ist anders. Gemeint sind damit viele individuelle Faktoren wie die letzte Futteraufnahme vor der Probenahme und wie viel das Pferd vorher getrunken hat. Hat es in der Box auf den Tierarzt gewartet oder ist es vorher trainiert worden? Auch Krankheiten, wie eine chronische Entzündung im Körper, können das Blutbild verfälschen.

Folgen wir der Probe ins Labor:

„Blut als biologisches Material ist sehr transportempfindlich“, sagt Dr. Antje Wöckener von Laboklin, einem Labor, das Blut von Pferden untersucht. „Es gibt mehrere Störfaktoren, etwa hohe oder tiefe Temperaturen. Fällt uns so etwas auf, vermerken wir das im Bericht.“ Im Labor wird das Blut analysiert und der Zink- sowie Selen-Gehalt bestimmt.

Wie aussagekräftig sind die blanken Werte? Bei Zink weiß man beispielsweise, dass die Blutplasmawerte nur bei einem extremen, längerfristigen Mangel Hinweise auf die tatsächliche Versorgungslage liefern.

Tests auf dem Prüfstand

Haarmineralanalyse: Schere weg von Mähne und Schweif, lautet die Empfehlung seriöser Futterberater. „So ein Test spiegelt, wenn überhaupt, nur Langzeiteffekte wider. Der Ist-Zustand wird nicht aufgedeckt“, sagt Constanze Röhm. Außerdem muss man vorsichtig sein: „Die Sonneneinstrahlung oder der Gebrauch von Mähnenspray kann das Ergebnis verfälschen.“

Harnprobe: „Fehlanzeige“, sagt Ellen Kienzle. „Von den Spurenelementen kann man nur Jod im Urin nachweisen.“ Warum, ist ganz einfach: „Weil Zink und Selen nicht über den Harn ausgeschieden werden.“

Rationsberechnung: Ein aussagekräftiges Ergebnis liefert hingegen ein genauer Blick eines Futterexperten in den Trog. Was frisst das Pferd tatsächlich? Infos dazu auf den folgenden Seiten.

Blut-Analyse beim Pferd

Keine Angst vor Mathe, diese Rechnung kann jeder Reiter. Professor Jürgen Zentek, Fütterungsexperte und erster Vorsitzender der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie, erklärt, wie Sie den Zink- und Selen-Bedarf speziell für Ihr Pferd ausrechnen. Das geht ganz schnell. Die Formeln und Werte sind die neuesten Empfehlungen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie. So sind Sie mit Ihrem Pferd up-to-date.

Zink: 4 mg/kg Körpermasse hoch 0,75

Diese Formel gilt für ein erwachsenes Freizeitpferd. So geht’s: Potenzieren Sie das Körpergewicht Ihres Pferds mit 0,75. Das geht am einfachsten mit einem Taschenrechner (z.B. über Taste x hoch y). Diesen Wert nehmen Sie mal vier. Fertig. Hier ein Rechenbeispiel: Angenommen, das Pferd wiegt genau 500 Kilo. 500 hoch 0,75 sind rund 106. Dieser Wert mal vier ergibt 424 Milligramm.

„Im Fellwechsel erhöht sich der Bedarf ein wenig“, sagt Jürgen Zentek. Der Unterschied ist nur eine Prise. Die Formel lautet dann: 4,5 mg/kg Körpermasse hoch 0,75. Ebenfalls einen größeren Bedarf haben Pferde, die täglich schweißtreibende Leistung bringen wie Turnierpferde oder trächtige Stuten.

Selen: 0,01 mg/kg Körpermasse hoch 0,75

Gleiches Spiel für das Spurenelement Selen, nur mit viel niedrigeren Werten. Besitzer eines Freizeitpferds potenzieren das Körpergewicht ihres Tiers mit 0,75. Im zweiten Schritt nehmen Sie den Wert mal 0,01. Das dazugehörige Rechenbeispiel für ein genau 500 Kilogramm schweres Pferd: 500 hoch 0,75 sind rund 106. Wenn Sie das Ergebnis mal 0,01 nehmen, kommen Sie auf 1,06 Milligramm.

Auch hier erhöht sich der Bedarf im Fellwechsel und bei Pferden, die täglich Leistung bringen, um eine fürs Auge kaum sichtbare Menge. Die Formel: 0,015 mg/kg Körpermasse hoch 0,75. Das macht bei unserem Beispielpferd rund ein halbes Milligramm aus.

Pferde brauchen Mineralfutter

Grundsätzlich kann man fast davon ausgehen, dass die Spurenelemente Zink und Selen bei jedem Pferd ergänzt werden müssen, das nur Heu, Hafer und Weidegras vertilgt. Was tun? Ein Mineralfutter muss her. „Machen Sie nur nicht den Fehler und nehmen irgendeins“, warnt Fütterungsexpertin Professor Ellen Kienzle. So gehen Sie am besten vor: Berechnen Sie als erstes, welche Mengen Ihr Pferd braucht. Werfen Sie dann einen Blick aufs Etikett des bevorzugten Futtersacks. Deckt die täglich empfohlene Menge des Herstellers den Bedarf Ihres Pferds? Berücksichtigen Sie bei dieser Rechnung auch Müsli, das Ihr Pferd möglicherweise zusätzlich zu fressen bekommt. Sonst wird’s ein Blindflug.

Zink und Selen sind wichtig. Noch wichtiger ist das Gesamtpaket. Ist die komplette Fütterung auf Ihr Pferd abgestimmt? Um das herauszufinden, können Sie sich sämtliche Fachliteratur besorgen – und am besten eine Woche Urlaub fürs Rechnen. Einfacher ist es, den Bedarf und die Futtermengen von einem Experten bestimmen zu lassen. Diesen Dienst bieten Universitäten, Tierärzte, Futtermittelhersteller und unabhängige Futterberater an. „Das kostet einmalig circa 100 Euro, dafür wissen Sie aber genau, wie Sie Ihr Pferd richtig versorgen“, sagt Ellen Kienzle.

Blutwerte beurteilen

„Mineralien sind größtenteils organgebunden. Das Blut ist nur Transportmedium zum Zielorgan. Sprich: Blutwerte wie die von Zink geben nicht den wahren Mineralstoffgehalt im Körper an“, erklärt Dr. Ingrid Vervuert vom Institut für Tierernährung der Veterinärmedizinischen Universität Leipzig. Ausnahme: „Der Selenwert im Serum spiegelt relativ gut die aktuelle Aufnahme.“

Zum Schluss werden die Zahlen bewertet:

Für Zink und Selen werden Normalwerte angegeben, die als Orientierung dienen sollen. Liegen die Gehalte im Normalbereich, freut sich der Reiter. Doch Vorsicht: „Die Labore setzen unterschiedliche Normalbereiche an“, sagt Professor Ellen Kienzle. „Welche das sind, hängt von der Literatur ab, auf die sich das Institut stützt. Es gibt zwar neue Werte, die aber noch nicht alle Labore verwenden.“

Die Expertin beschäftigt sich mit dieser Problematik schon länger und hat festgestellt: „Bei Selen liegen die Serumgehalte auffällig vieler Pferde unter der oft verwendeten Untergrenze von 100 Mikrogramm pro Liter. Das haben wir uns daraufhin mal genauer angeschaut – auch die Futterrationen. Selbst bei Pferden, die sehr viel Selen aufnehmen, liegt der Wert häufig unter dieser Untergrenze. Da muss man sich schon fragen, ob der Referenzwert nicht zu hoch angesetzt ist. Ich halte Blutproben in diesem Fall für rausgeschmissenes Geld.“

Das Blutbild landet beim Besitzer

Ohne einen Experten ist die Blutanalyse wertlos. Der Reiter kann aus den Zahlen nicht lesen, ob sein Pferd optimal mit Zink und Selen versorgt ist. Es braucht einen Futterexperten oder Tierarzt der weiß, wie man die Zahlen lesen muss und die Ration bewertet.

Eine zusätzliche Unbekannte: „Der Körper hält Reserven bereit, die er bei Bedarf mobilisieren kann“, sagt Professor Jürgen Zentek. „Es kann also sein, dass der Wert angeblich im Normalbereich liegt, das Pferd aber eigentlich zu wenig Zink und Selen aufnimmt.“ Der sicherste Weg ist daher die Rationsberechnung, nicht das Blutbild.

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