Reitschulen in Oberhausen im Test

Reitschule im Test: Klapheck’s Hof

Foto: CAVALLO CAVALLO Reitschultest Oberhausen

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CAVALLO hat die Reitschule Klapheck’s Hof in Oberhausen getestet. Hier gibt's die Infos und Bilder.

Auf dem Klapheck’s Hof begrüßen mich neugierige Kälbchen und viele Kühe. Es herrscht reges Treiben im Bauernladen und auf dem Hof stehen Landmaschinen. Aber wo ist hier ein Reitbetrieb? „Einfach ganz nach hinten durchgehen“, sagt die nette Ladenverkäuferin.

Ums Eck finde ich den Pferdestall und treffe Karin Schwamm, die diesen Betrieb leitet. Sie kommt ursprünglich aus der klassischen Turnierreiterei, landete dann beim Westernreiten und holt sich heute aus allem das Beste für ihren Unterricht heraus. Da bin ich mal gespannt, ob das klappt.

Große Vorstellungsrunde

Bevor ich Haflingerstute Cora hole, die ich heute reiten werde, bekomme ich eine Hofführung und mir wird jedes Pferd ausführlich vorgestellt. Für Karin Schwamm scheint jedes einzelne Tier ein Familienmitglied zu sein. Sie hat vor vielen Jahren in den Bauernhof eingeheiratet und leitet hier schon lange ihre eigene Reitschule. „Weil es gerade sehr heiß ist, sind meine Pferde tagsüber im Stall und nachts draußen“, sagt Karin Schwamm.

Dann darf ich Cora putzen und werde bei jedem Schritt umsichtig betreut. Bereits im Vorfeld hatte mir die Reitlehrerin erklärt, dass Putzen und Satteln Teil der Reitstunde sein wird – vor allem, solange sie mich noch nicht kenne. Das klingt sehr vernünftig.

Cora liebt es, geputzt zu werden. Ihre Augen hängen auf Halbmast. Jedes Pferd hat einen eignen Schrank mit Putz- und Sattelzeug. Meine Reitstunde wird heute im Gelände stattfinden. „Da kann ich am besten erkennen, wo du reiterlich stehst“, sagt sie. Da es seit Wochen nicht geregnet hat, wird der Sandplatz sehr staubig sein, vermute ich. Eine der Scheunen wird als Reithalle genutzt und misst rund 10 x 25 Meter. „Gruppenstunden für die Kinder finden bei uns höchstens zu viert statt“, sagt Karin Schwamm. Sie erklärt mir genau, wie ich satteln und trensen soll. Cora punktet im Umgang: Sie lässt sich problemlos angurten und das Gebiss ins Maul legen.

Zwischen Koppeln und Baukränen

Dann geht es ins Gelände. Hinter dem Hof liegt zwischen den Kuhweiden eine Großbaustelle, auf der Kräne quietschen und Maschinen hämmern. Cora nimmt es gelassen. Ich darf mich derweil mit zwei Sitzübungen lockern: Fahrrad fahren im Sattel und danach die Fußspitze nach oben und unten bewegen. Dabei soll ich erzählen, was und wie ich bisher geritten bin. Theorie gibt es auch: „Wie parierst du dein Pferd zum Halten durch?“, fragt mich die Reitlehrerin. Ich erkläre, dass ich ausatme, schwer einsitze und das Becken kippe und erst dann die Zügel benutze, wenn das Pferd nicht reagiert. „Genau das wollte ich hören“, sagt sie. Dann übe ich Lenken und soll auf Kommando vom linken auf den rechten Wegrand wechseln. Dazu soll ich mit dem äußeren Schenkel treiben und – wenn nötig – die innere Hand wie eine Tür öffnen. Cora lässt sich fein lenken, aber auch anhalten und anreiten. Karin Schwamm lässt mich ein Stück traben und wieder umkehren.

Auf dem Rückweg soll ich immer wieder Volten auf dem Weg reiten. Die 15-jährige Cora kreiselt willig – obwohl es dabei vom Heimweg abgeht. Karin Schwamm ist zufrieden. „Nächstes Mal können wir eine Stunde auf dem Platz machen und so richtig ins Gymnastizieren einsteigen“, sagt sie. Das würde ich sogar glatt machen, wenn ich wirklich eine Reitschule suchen würde. Denn ich bekomme Lust auf mehr: Karin Schwamm kümmert sich umsichtig um Pferd und Reiter, erklärt Hintergründe und gibt Aufgaben. Sie darf sich über vier Hufeisen freuen. Die 60-minütige Reitstunde hat mich 35 Euro gekostet.

Volle Punktzahl fürs Schulpferd

Cora ist ein super zuverlässiges Schulpferd, das fein zu reiten ist. Im Umgang ist sie ebenfalls tadellos, was ihr vier Hufeisen beschert. Der Betrieb schneidet in Sachen Pflege und Haltung ebenfalls gut ab. Einige der Schulpferde leben in Paddockboxen, andere in luftigen Innenboxen. Im Sommer sind die Pferde rund um die Uhr auf der Koppel oder nur über Nacht. Selbst im Winter sind sie den ganzen Tag draußen. Ich gebe dreieinhalb Hufeisen.

Der Betrieb hat eine kleine Reithalle sowie ein Roundpen und einen Sandplatz, der aufgrund der Trockenheit staubig ist. Dafür ist der Hof sehr gut organisiert und das Equipment der Schulpferde gut. Ich gebe drei Hufeisen, shoppe vor meiner Abfahrt noch ein wenig im Bauernladen und streichle zum Abschied noch einmal die Kälbchen.

Bewertung

Schulpferd: vier von vier Hufeisen
Reitlehrer: vier von vier Hufeisen
Reitbetrieb: drei von vier Hufeisen
Pflege & Haltung: dreieinhalb von vier Hufeisen

Kontakt

Klapheck’s Hof
Kurfürstenstraße 70
46147 Oberhausen
Telefon: 0208 / 68 09 82
www.bauernhof-klapheck.de

05.11.2018
Autor: CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 10/2018