CAV Spielzeug für Pferde 1 Lisa Rädlein
CAV Spielzeug für Pferde 1
8 Bilder

Spielzeug für Pferde: Worauf müssen Reiter beim Kauf achten?

Welches Spielzeug taugt für Pferde?

Punchingbälle, Zweige, Knabberkugeln: Welches Spielzeug für Pferde darf in Boxen oder Paddocks? Womit spielen Pferde gern – und warum kann Spielzeug sogar tierischen Frust auslösen? CAVALLO hat Profi-Tipps für Sie gesammelt.

Spielen ist zweckfrei, freiwillig und macht tierisch Spaß. „Es ist aber noch viel mehr“, sagt Verhaltensexpertin Dr. Margit Zeitler-Feicht von der Technischen Universität München-Weihenstephan. „Im Spiel perfektionieren Jungpferde ihre Bewegungskoordination und üben sich im Sozialverhalten. Spielen hilft, neue Erfahrungen zu sammeln. Auch fördert es die physische und psychische Gesundheit – zum Beispiel beim Abbau von Stress.“ Nur: Kann man das Spielbedürfnis auch mit Pferdespielzeug befriedigen? Was ist dran an Bällen, Boxsäcken, Leckspielzeug und Co.?

Hauspferde spielen mehr als freilebende Tiere

Womit Pferde am liebsten spielen, hängt ab von Alter, Geschlecht und individuellen Vorlieben. Aber auch davon, ob ein Pferd alleine oder mit anderen Pferden spielt. „Spielbedürfnis und Neugierde sind bei jungen Pferden am stärksten“, sagt Margit Zeitler-Feicht. 75 Prozent der Bewegungsaktivität bei Fohlen ist Spiel. Ältere Pferde können sich freilich auch fürs Spiel begeistern, wobei Hauspferde mehr als freilebende Tiere spielen. Zeitler-Feicht: „Das dürfte nicht nur am oft aufgestauten Bewegungsdrang liegen, sondern auch daran, dass sie in menschlicher Obhut ausreichend versorgt werden. Das gibt ihnen Sicherheit und Zeit fürs Spiel.“

Am liebesten spielen Pferde mit Artgenossen (Sozialspiel), aber auch alleine (Solitärspiel). Spielsachen entsprechen nicht ihrem natürlichen Umfeld. Das Spielen mit Gegenständen wie Ästen dient in der Natur zum Kennenlernen von Objekten mit allen Sinnesorganen. „Hauspferden dient Spielzeug als Ergänzung zur artgerechten Haltung“, sagt Verhaltensbiologin Marlitt Wendt aus Großhansdorf bei Hamburg. „Das ist in Maßen sinnvoll, beispielsweise bei Krankheiten oder als Anreiz für junge Pferde. Nicht aber, um sich selbst ein gutes Gewissen zu verschaffen“, sagt die Expertin.

Spielzeug kann die Herde nicht ersetzen

Spielsachen für Pferde können die Artgenossen nicht ersetzen oder gar eine reizarme Umgebung aufwerten. In dieser mutiert der Spielkram vielmehr zum Ventil, um Frust und Stress abzubauen. In Kombination mit schlechter Haltung kann das Spielzeug sogar Stereotypien wie Koppen oder Weben auslösen. Wie man Motivation zum Spiel und Verhaltensstörung auseinanderhält.

Interessant sind Spielsachen für Pferde am ehesten, wenn sie neu sind. Damit sie das bleiben, sollten Sie neues Spielzeug immer nur kurzzeitig anbieten und dann wieder aus der Sicht entfernen. Gefällt das Spielzeug, strahlen Pferde Freude aus und zeigen ein typisches Spielgesicht mit vorgeschobener Rüsselnase und leuchtenden Augen. Freude bereitet Spielzeug vor allem mit geeigneten Spielpartnern.

Doch: „Nicht jedes Pferd teilt gerne“, ist die Erfahrung von Johanna Budke aus Lengerich/Nordrhein-Westfalen von „AS-Das Pferd im Blick“. Bei ihr kaufen Pferdebesitzer bestimmte Spielsachen wie Bälle oft nach, weil sich ihre Rösser heftig kabbeln, wenn der Spielkram nur einmal vorhanden ist. Verhaltensexpertin Margit Zeitler-Feicht dazu: „Hat ein Pferd Spielzeug und ein anderes nicht, fördert das Frust und kann Konflikte entfachen.“ Nicht nur in der Herde: Darf ein Pferd in Box oder Paddock mit etwas spielen und der Nachbar nicht, ist auch das frustrierend. Genauso, wenn das Spielzeug unter der Abgrenzung zum Nachbarn hinüberrutscht.

An manchen Spielzeugen entwickeln Pferde erst übers Training mit Futter richtig Freude. Marlitt Wendt: „Futterspiele verbinden die nötige Nahrungsaufnahme mit Beschäftigung. Erst wenn ein Spiel entweder intuitiv angenommen wird oder mit der Zeit einen Sinn entwickelt, wird es selbstbelohnend. Dann ist Futter als Antrieb unnötig.“

Die natürlichsten Spielzeuge für Pferde sind Heu und Stroh. Tipp von Margit Zeitler-Feicht: „Ergänzen Sie Raufutter mit frischen Weide- oder Fichtenzweigen. Letztere sind dank weicher Nadeln maulfreundlich.“

Pferdespielzeug darf keine scharfen Ecken oder Kanten haben. Ö‹ffnungen sollten maximal 5 Zentimeter groß sein – oder aber größer als 30 bis 35 Zentimeter, so dass weder Huf noch Kopf steckenbleiben. Darüber hinaus muss der Spielkram gesundheitlich unbedenklich sein, darf etwa keine Weichmacher enthalten. Erkundigen Sie sich im Handel nach lebensmittelechten Spielsachen. Aus ernährungsphysiologischer Sicht tabu sind süße Leck- und Knabberspielzeuge. Damit nehmen Pferde zu viel Zucker auf. Was immer Sie Ihrem Pferd anbieten: Achten Sie darauf, dass das Spielzeug artgerecht und gesund ist.

CAV Spielzeug für Pferde 8
Lisa Rädlein
Um Spielzeug kann Streit und damit auch Frust zwischen Pferden entstehen.
Zur Startseite
Reiterwissen Pferdehaltung Mineralfutter Mineralfutter Was ist drin im Zusatzfutter?

Es findet sich in fast jedem Trog – aber was muss im Mineralfutter...

Mehr zum Thema Intelligente Pferde: Noble und Mariska haben die Nase vorn
CAV Intelligenz Intelligenz-Test Intelligenztest 09 Pferd Futter GHP
Reiterleben
CAV Schutzwesten pdf Teaser
Rund ums Pferd
CAV Bookazine Erste Hilfe Titel
Reiterleben
CAV CEWE Fotowettbewerb 2013 Leserfotos Yvonne Dähmlow - Lesertext: Klein, aber oho!
Shetty Power und Herdenchef Donnerdoni lieben es, zusammen auf der Weide zu toben. neu
Dressur