Spaß mit Pferden Lisa Rädlein

Diese Dinge machen Pferd und Reiter Spaß!

Gemeinsam Freude haben Mehr Spaß beim Reiten

Unsere Tipps für mehr Spaß zaubern nicht nur Ihnen ein Lächeln auf die Lippen, sondern motivieren auch Ihr Pferd. Probieren Sie es aus: ob im Dressurviereck, im Gelände oder bei der Bodenarbeit.

Beziehung stärken: Gemeinsam Freude haben

Spaßmacher 1: Eine Übung, die vielen Pferden Spaß macht, Mensch und Pferd ein gutes Gefühl gibt und die Beziehung stärkt, ist das Abstellen und Herrufen. Sind wir wieder vereint, lobe ich das Pferd ausgiebig, kraule es oder stehe ruhig mit ihm zusammen, je nachdem, was es mag.

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Spaß mit Pferden
Freude mit dem Pferd 9 Ideen: Das macht beim Pferdetraining Spaß!
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Am Anfang steht man für die Übung am besten am Hufschlag, hat das Pferd am langen Strick und eine lange Gerte oder Ponykutschierpeitsche in der Hand. Ich stelle mich frontal vors Pferd und halte es auf Kommando an – etwa "Halt" oder ein Geräusch. Ich stehe dabei ein, zwei Schritte weit weg vom Pferd und halte die Gerte senkrecht nach oben, um die Spannung zu halten. Wenn ich die Gerte zur Seite sinken lasse, meine Körperspannung rausnehme, leicht am Strick zupfe und das Pferd wenn nötig antippe, kommt es zu mir. Den Abstand kann man nach und nach vergrößern und irgendwann auch ohne Strick arbeiten.

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Schön, dass du wieder da bist! Beim „Abstellen und Herrufen“ ist Verbundenheit ein Garant für Spaß – mit oder ohne Leckerli.

Spaßmacher 2: Ich mache mir gerne Musik an – ob zum Reiten oder um einfach mit dem Pferd zusammen zu chillen. Bei uns lieben nämlich alle Pferde das Abliegen, und manchmal bleibe ich so lange mit ihnen liegen, wie sie wollen.

Lisa Röckener ist Influencerin, Vielseitigkeitsreiterin und tritt mit ihrem "Vite Valoo" bei Shows auf. www.lisaroeckener.de

Musik an! 10 Hits, 10 x Spaß

Kaum erklingen die ersten Töne eines Lieds, stellt sich automatisch gute Laune ein. Kennen Sie das auch? Nicole Pendzich hat für uns zehn Gute-Laune-Hits aufgelistet, die sich perfekt zum Reiten eignen. Übrigens: Eine Studie von Psychologin Dr. Kathrin Schütz zeigte, dass Reiter, die Musik hörten, sich motivierter fühlten und das Reiten mehr genossen als eine Kontrollgruppe.

1. Hulapalu – Andreas Gabalier (Trab)
2. Gimme! Gimme! Gimme! – ABBA (Trab)
3. Atemlos durch die Nacht – Helene Fischer (Trab)
4. Zoosters Breakout – Hans Zimmer (Trab)
5. Dancing Queen – ABBA (Galopp)
6. Happy – Pharrell Williams (Galopp)
7. This Girl – Kungs vs Cookin’ on 3 Burners (Passage/Piaffe)
8. Let The Music Play – Barry White (Galopp)
9. Can’t Stop The Feeling – Justin Timberlake (Passage/Piaffe)
10. I follow rivers – Triggerfinger (Schritt)

Nicole Pendzich ist Musikproduzentin und Fachberaterin für Kürmusik. www.kuermusik.de

"Wenn wir Spaß haben, vergessen wir die Zeit"

Viel Spaß – was bedeutet das eigentlich für Pferd und Reiter? Nicole Weber, Sportmentaltrainerin und Hypnosetherapeutin für Reiter, erklärt, was entscheidend ist.

CAVALLO: Was bedeutet Spaß haben eigentlich für uns Menschen?

Nicole Weber: Ein wichtiges Merkmal von Spaß ist, dass wir die Zeit vergessen. Wir sind ganz konzentriert bei der Sache, empfinden Freude, fühlen uns auch körperlich gut. Wir hören mit Dingen, die uns Spaß machen, so schnell nicht wieder auf, die Zeit vergeht anders. Das ist vergleichbar mit einem Flow- oder Trancezustand.

Welche Rolle spielen Erfolgserlebnisse für den Spaß an einer Sache? Grundsätzlich ist Erfolg wichtig, denn ich habe leichter Spaß an einer Sache, die mir gelingt und die mir gleichzeitig wichtig ist. Es kommt allerdings sehr auf den Menschen an, wie man Erfolg für sich definiert: Für die einen ist das, wenn das Pferd konzentriert mitmacht, für die anderen, wenn der Durchgang in der Springstunde fehlerfrei war.

Freude ist ein wichtiger Aspekt von Spaß – wie fühlt sich die an? Alles, was mir ein leises Lächeln ins Gesicht bringt, macht Freude. Viele empfinden Freude als warmes Gefühl, wenn sie es körperlich beschreiben sollen. Es kann auch ein Kribbeln in der Herz- oder Bauchgegend dabei sein.

Wie haben Pferde Spaß? Das Gehirn von Pferden ist anders aufgebaut als das menschliche, ob das Flow-Gefühl und die veränderte Zeitwahrnehmung eine Rolle spielen, lässt sich schwer sagen. Wichtig ist, beim Pferd auf den Ausdruck zu achten: Stressanzeichen wie Anspannung im Gesicht, Falten über den Augen, ein eher dreieckiges Kinn oder Lecken und Kauen sollten nicht zu sehen sein. Wenn das Pferd sich anbietet, mit Feuereifer bei der Sache ist, freiwillig mitmacht, hat es aller Wahrscheinlichkeit nach Spaß.

Macht Mensch und Pferd denn das Gleiche Spaß? Bei Pferden ist die Frage vielleicht weniger, was ihnen Spaß macht, sondern eher, womit sie gerne ihre Zeit verbringen – grasen, dösen, Fellpflege, schlafen. Also nicht gerade das, was uns Reitern vorschwebt. Eine schöne Idee ist daher zum Beispiel, das Training mit einer solchen Tätigkeit gemeinsam zu beenden – an der Hand grasen lassen, gemeinsam dösen, das Pferd dabei in seinem Verhalten spiegeln oder Lieblingsstellen kraulen.

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Ein Frage-Antwort-Spiel im Viereck macht gute Laune.

Offener Geist: Perfektion wäre ja langweilig!

Spaßmacher 1: Für mich ist es wichtig, aus der traditionellen Vorstellung auszubrechen,dass alles richtig und perfekt sein muss, gerade in der Dressur. Viele Reiter sind sehr hart zu sich selbst und dadurch entsteht viel Druck. Vergessen Sie die Angst, dass das Pferd sofort verschleißt oder verritten ist, wenn etwas nicht perfekt gelingt. Seien Sie offen für verschiedene Umsetzungen, testen Sie mehrere Dinge, um den richtigen Weg für Ihr Pferd zu finden. So kann man etwa auf dem Zirkel mal das Becken so, dann etwas anders drehen, mal mehr Gewicht auf die Gesäßknochen, mal mehr auf die Knie bringen. Spielen Sie mit Ihrem Pferd ein Frage-Antwort-Spiel: Ist es dir lieber, wenn ich so sitze, oder so? Reflektieren Sie immer wieder, ob sich das Pferd verbessert oder verschlechtert hat. Diese Grundeinstellung bringt mehr Spaß ins Training und weniger Verbissenheit.

Spaßmacher 2: Auch ein Rezept für mehr Freude: Mit Übungen und Figuren kreativ werden, die Elemente neu zusammensetzen. Ein sehr hilfreicher Aufbau dafür ist das Schachbrett: Man stellt sich vor, dass die Reitbahn in Quadrate unterteilt ist. Die Seitenlänge der Quadrate entspricht der halben Bahnbreite. Bei einer 20 x 40-Bahn sind das zehn Meter. Stellt man jeweils ein Kegeltor in die Seitenmitten dieser gedachten Quadrate,

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Quitzsch
Bei einer 20 x 40-Bahn sind das zehn Meter. Stellt man jeweils ein Kegeltor in die Seitenmitten dieser gedachten Quadrate, kann man die Umrisse von unzähligen Kreisen, Quadraten und Rechtecken erkennen und nachreiten.

kann man die Umrisse von unzähligen Kreisen, Quadraten und Rechtecken erkennen und nachreiten. Sie werden sehen: Dieses Schema hilft, aus einem immer gleichen Trainingsaufbau auszubrechen! Die Kegeltore sind auch gute Markierungspunkte zum Anhalten und für viele weitere Lektionen wie Vorhandwendungen, Hinterhandwendungen oder Rückwärtsrichten.

Dr. Thomas Ritter reitet und unterrichtet klassische Dressur. Sein Markenzeichen: die genaue Analyse des Pferds. www.klassischereitkunst.com

Knobeln & Bewegen: Working macht stolz

Spaßmacher 1: Neue Aufgaben gemeinsam zu meistern, macht zufrieden und stolz. Auch die Pferde! Bei der Working Equitation hat jede Lektion einen für Pferd und Reiter ersichtlichen Sinn – nämlich ein Hindernis zu meistern. Das erzieht den Reiter zu planvoller Herangehensweise und Genauigkeit und verbessert die Grundrittigkeit. Das Ergebnis verliert sich nicht im Abstrakten und nicht Überprüfbaren. War der Zirkel wirklich rund? Schwer zu sagen! Bin ich ohne Anstoßen über die Stange gekommen? Na klar!

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Lisa Rädlein
Optische Markierungen wie Hütchen und Slalomstangen motivieren das Pferd selbst mitzudenken – ob in der Working Equitation oder wie hier bei der Horse Agility mit Showtrainerin Katharina Schneidhofer.

Konkret klappt das so: Um es dem unerfahrenen Pferd leicht zu machen, halte ich in der Mitte über der Stange an und beginne von dort in langsamen und kleinen Schritten seitwärts (Schenkelweichen oder Travers) zu reiten. Gerne mit kleinen Pausen, das Pferd soll nicht eilen. Klappt das in beide Richtungen, halte ich so, dass ich über zwei Drittel der Stange seitwärts reite. Erst wenn das sicher und ruhig geht, beginne ich das "Einfädeln" aus der Bewegung zu üben.

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Schuschkleb
Seitwärts über eine Stange zu reiten, übt man am besten schrittweise: Mittig über der Stange anhalten, die halbe Strecke seitwärts gehen, erstmal im Schenkelweichen. Profis wählen das Travers, bei dem das Pferd in Bewegungsrichtung gebogen ist.

Auch spaßig: Anfang der langen Seite eine große Tonne aufstellen mit "Garrocha" (ca. zwei Meter lange Gardinenstange aus Holz, Baumarkt), Zügel in eine Hand nehmen, Garrocha aufnehmen, absolut gerade (gerichtet) zur zweiten Tonne am Ende der langen Seite reiten und im Bewegungsfluss der Gangart in die Tonne stellen.

Spaßmacher 2: Handpferdereiten entspricht dem Grundbedürfnis der Pferde nach Bewegung in der Gruppe. Entspanntes, freies Vorwärts ohne Reiter und das Beisammensein machen zufrieden und beruhigen die Nerven. Das wirkt sowohl, wenn mal zu viel (innerer) Druck ins Training geraten ist, als auch bei nervösen Pferden. Viele Reiter, die ich überzeugt habe, es auszuprobieren, sind ganz begeistert.

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Mit Handpferd ins Gelände – Andrea Jänischs Erfahrung: Auch Skeptiker sind nach kurzer Zeit begeistert davon.

Andrea Jänisch ist spezialisiert auf Gangpferde und Working Equitation. www.andrea-jaenisch.de

Einen Zirkus machen: Futterlob und kleine Tricks

Ich habe schon oft erlebt, dass Pferde durch Zirkuslektionen mehr aus sich herausgehen und offener werden. Am besten beobachtet man das Pferd, um herauszufinden, was es am liebsten mag – manche lieben Tricks, andere mögen Aufgaben mit Bewegung, andere genießen es, sich zum Beispiel im Kompliment zu strecken und fangen richtig genüsslich an zu brummen. Meine Strategie bei der Zirkusarbeit: Weniger Druck, mehr Futter! Ich nutze den Clicker und arbeite erstmal an der Futtererziehung, damit die Pferde höflich bleiben.

Wer erste kleine Zirkuslektionen einbauen möchte, kann gut mit Targettraining arbeiten, bei dem das Pferd bestimmte Gegenstände be- rühren soll. Es muss dabei mitdenken und beobachten, was der Mensch von ihm möchte und bekommt durch Leckerli-Lob eine direkte Motivation.

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Da kommt was ins Rollen: Hat das Pferd gelernt, den Ball anzustupsen, folgt die Spielfreude oft von allein.

Ein solcher Trick ist das Teppichausrollen. Ich lege dazu ein Leckerli erst vor, dann auf einen zusammengerollten Teppich. Als nächstes verstecke ich es in der Rolle, so dass das Pferd es gerade noch sehen kann. Stupst das Pferd den Teppich etwas auf, gibt es gleichzeitig einen Click (wenn das Pferd Clickertraining kennt) und eine Stimmhilfe wie "Schubs" oder "Roll". Irgendwann reicht dann ein Leckerli am Schluss, wenn das Pferd den Teppich vollständig ausgerollt hat.

Die gleiche Übung geht als Erweiterung auch mit einem Ball. Den lege ich auf den Teppich, und darunter ein Leckerli. Auf "Roll" soll das Pferd nun den Ball wegstupsen – hat es das einmal gelernt, kommt die Belohnung dafür aus der Hand. Oft entwickelt sich daraus eine richtige Spielfreude mit dem Ball und die Pferde versuchen, ihm immer wieder den Weg abzuschneiden.

Katharina Schneiderhofers 12-hufige Showtruppe kann Freiheitsdressur, Zirkustricks und Handarbeit. www.crazyshowhorses.at

Positiv Denken: Erinnerungen gezielt nutzen

Oft haben wir unser Gehirn darauf trainiert, vor allem um negative Erlebnisse zu kreisen – wir machen uns zum Beispiel Gedanken, was in der letzten Reitstunde schlecht lief und ob das wieder passieren wird. Wenn wir diese negativen Selbstdialoge durchbrechen, fühlen wir uns besser. Konzentrieren Sie sich dazu auf etwas Schönes, das Sie mit einem Pferd oder vielleicht auch im Urlaub erlebt haben. Oft hilft es auch, sich an die Pferdeerlebnisse der Kindheit oder Jugend zu erinnern. Rufen Sie das Gefühl von damals wieder ab. Das hat direkte Auswirkungen auf die Muskulatur und auf unser Gefühlsleben – oft fällt es dann zum Beispiel leichter, sich mehr aufzurichten, sauberere Hilfen zu geben – und so einen positiven Kreislauf in Gang zu setzen.

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Vor dem inneren Auge eine positive Szene aus der Vergangenheit ablaufen zu lassen, sorgt für mehr Freude.

Nicole Weber ist Sportmentaltrainerin, Hypnosetherapeutin für Reiter sowie Entwicklerin der Equihypnose und Autorin des gleichnamigen Buchs.

Reiter-Spiele: Die besten 5 Spiel-Ideen

1. Besenpolo: Das Ziel klingt simpel: Das Runde muss ins Eckige. Aber wer behält die Nerven? Und wer schafft es am schnellsten, den Ball aus dem Sattel mit seinem Besen im Tor zu versenken?

2. Feuer, Wasser, Sturm: Jedes Wort bedeutet Alarm und jede Sekunde zählt. Bei "Feuer" geht es auf schnellstem Weg zu aufgestellten "Notfallsäulen". Bei "Wasser" die Füße so fix wie möglich hochziehen. Und "Sturm" ist das Signal, um sich auf dem Pferd klein zu machen und an einen Steigbügel zu fassen. Der Langsamste scheidet aus.

3. Zwillingsreiten: In Zweierteams versuchen die Reiter schnellstmöglich und nebeneinander einen Parcours zu absolvieren. Die Tücke: ein Klopapierstreifen. Er verbindet sie und darf nicht reißen.

4. Ring-/Hufeisenwerfen: Jeder Spieler versucht bei drei bis fünf Versuchen, so viele Eisen/Ringe wie möglich über eine Pylone zu werfen (Ringwurf-Set z. B. über www.hofmeister-pferdesport.de)

5. Eierlauf: Der Klassiker, Ei auf wackligem Löffel. Unter Zeitdruck muss es der Reiter heile durch den Parcours balancieren.

Wasser, Marsch! Wasserstellen ziehen an

Wenn man sich im Training auf dem Platz festgefahren hat, schnappt man sich am besten das Pferd, geht ins Gelände und hält nach Wasserstellen Ausschau. Noch mehr Spaß macht es oft mit einem erfahrenen Führpferd, das Wassereintritte schon kennt – oder Sie führen Ihr Pferd erstmal. Wenn möglich, folgen Sie zum Beispiel einem Bachlauf bergauf und bergab oder lassen Ihr Pferd im seichten Seewasser schreiten. Für die Muskulatur geht nichts über die Bewegung in größeren Gewässern.

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Wie die Kinder: Viele Pferde planschen gerne im Wasser.

Wer keinen Fluß, See oder gar das Meer in der Nähe hat, kann auch mit einer stabilen, rutschfesten Plane, deren Umrandung er mit Sand auffüllt, oder einem mobilen Wassergraben auf dem Platz arbeiten und das Pferd zum Beispiel in Schritt oder Trab hindurchlongieren. Viele Pferde strecken sich lang und der Rücken kommt hoch, wenn sie darauf zukommen.

Sara Sykora ist Berittführerin in Dierhagen an der Ostsee und trainiert Reha- und Sportpferde im Wasser. www.bauernhaus-dierhagen.de

Spritzige Lektionen: Fliegen Sie mal!

Zur Motivation nutze ich Abwechslung und verschiedene Trainingsreize, wir reiten auch viel aus in unterschiedlichem Gelände. Außerdem Lob in verschiedenen Formen – Lobwort, Pausen, je nach Pferd auch Leckerchen. Wichtig ist, versiert zu loben. Kann ein Pferd eine Lektion zum Beispiel schon, lobe ich nur mit Futter, wenn es sie besonders ausdrucksstark zeigt. Das funktioniert bei jeder Übung. Viele Pferde machen zum Beispiel den spanischen Schritt sehr gerne, bei dem ich auch öfter mit Futterlob arbeite.

Eine echte Gute-Laune-Lektion ist für mich der fliegende Wechsel – das macht mir als Reiterin auch sehr viel Spaß. Ich liebe es, auf einer Wiese mehrere Wechsel in Reihe zu reiten, den Galopp zu rhythmisieren und den Bewegungsablauf und die feinen Reaktionen des Pferds zu spüren. Auch mein 25 Jahre alter Hengst mag die Wechsel – er wird dadurch lockerer, wenn der Galopp anfangs vielleicht noch etwas verhalten ist, und galoppiert dann richtig freudig.

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Ein Galopp auf der Wiese, ob mit oder ohne fliegende Wechsel, hebt die Stimmung.

Ist wirklich mal wenig Motivation beim Pferd da, versuche ich die Stimmung mit Bewegung an der Longe oder bei der Freiarbeit aufzuhellen – das ist gut für die Figur und den Kreislauf. Ich lasse das Pferd dann viele Übergänge gehen, lege vielleicht Stangen hin. Dadurch ziehen viele Pferde schon mehr vorwärts und bekommen dann oft langsam doch mehr Spaß an der Sache.

Ruth Giffels ist Klassik-Ausbilderin und lernte u. a. bei Egon von Neindorff. www.ruth-giffels.de

Kommentar

Lach doch mal, Reiten macht Spaß! Schon dieses geflügelte Wort zeigt: Reiter haben in dieser Hinsicht ein Defizit! Kein Wunder, haben viele doch noch unter fast militärischem Drill gelernt. Streng zu sich selbst sein, Ernsthaftigkeit an den Tag legen, sind unter Reitern immer noch Tugenden. Fehlt der Drill, spricht eben eine strenge oder besorgte innere Stimme. Ist doch auch angebracht, immerhin reiten wir Lebewesen?

Im Gegenteil: Gerade den Pferden sind wir positive Stimmung, Freude über ihre Leistung und Leichtigkeit schuldig – und nicht aus den Augen zu verlieren, was ihnen eigentlich Freude macht. Den Fokus auf Spaß zu legen, ist genau richtig!

Natalie Steinmann, CAVALLO-Redakteurin

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