10 Tipps: Was hilft gegen ein Hohlkreuz beim Reiten?

Sitzfehler: Hilfe bei Hohlkreuz
Was hilft gegen ein Hohlkreuz beim Reiten?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.04.2026
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Karikatur einer Reiterin im Hohlkreuz
Foto: Probst

Ein lockerer Rücken beim Pferd und beim Reiter – das wäre doch ein Traum. Aber dein Hohlkreuz plagt dich beim Reiten? "Hohlkreuz – das klingt nach einer feststehenden Diagnose. Dabei ist es oft eine Haltungsgewohnheit, die man ebenso ändern kann wie die Trageschwäche der Pferde", betont die Feldenkrais-Pädagogin aus Marpingen im Saarland. Hier erfährst du, wie ein Hohlkreuz entstehtund was du dagegen tun kannst, um mehr Losgelassenheit im Sattel zu finden. Mit Inspirationen und Übungen für einen beweglichen Rücken anstelle von Schmerzen und Anspannung. "Hilf deinem Rücken loszulassen – und dein Pferd wird dir in die Losgelassenheit folgen", verspricht Anke Recktenwald.

Anke Recktenwald im Porträt
Anke Recktenwald
Die Expertin

Tipp 1 gegen ein Hohlkreuz: Der Oberkörper darf vor

Unsere Wirbelsäule ist kein Stock, sondern eine bewegliche Kette aus Wirbeln. Verändern wir die Position eines Glieds, beeinflusst das die gesamte Kette. Für Länge und Aufrichtung in einer Vorwärtsbewegung muss sich der Reiter etwas nach vorne lehnen dürfen. "90 Prozent der Reiter glauben, sie müssten sich nach hinten lehnen. Doch so kommen sie aus dem Gleichgewicht", stellt Anke Recktenwald klar. Doch ist der Oberkörper dauerhaft zu weit hinten, erhöht das die Spannung im unteren Rückensichtbar als Hohlkreuz. Tipp: Überprüfe per Video oder Foto dein Lot: Sind deine Ohren über den Hüftgelenken? "Oft denken wir, dass wir weit nach vorne gebeugt sind, obwohl wir im Lot sind. Und eine neue Körperhaltung fühlt sich auch erst ungewohnt an", weiß die Feldenkrais- Pädagogin.

Tipp 2: Atemübung "Fallschirm aufblähen"

Lendenwirbelsäule, Hüftgelenk und Zwerchfell sind über den großen Lendenmuskel verbunden – deshalb lässt sich über den Atem viel im Rücken erreichen. Tipp: Atme bewusst in den unteren Rücken. Stell dir vor, hinter deinem Körper befindet sich ein Fallschirm, den du mit deinem Atem aufblähst. "Dieses innere Bild füllt den Rücken nach hinten und hilft beim Längen", erklärt Anke Recktenwald. Übe diese Atemtechnik mehrmals am Tag: beim Gehen, beim Stehen, am Schreibtisch, im Sattel. Je mehr du praktizierst, desto leichter fällt dir das Atmen in den unteren Rücken.

Karikatur einer Reiterin im Hohlkreuz
Probst

Tipp 3: Hohlkreuz = Ich spanne den Rücken an

Wie kann ich meinem Rücken erlauben loszulassen? Das ist die entscheidende Frage. Der erste Schritt beginnt im Denken – genauer gesagt mit der Sprache. "Ich habe ein Hohlkreuz" – das klingt nach unveränderbaren Gegebenheiten. Wer hingegen sagt: "Ich spanne meine Rückenmuskulatur übermäßig an", schafft Raum für Veränderung. Der sprachliche Wechsel wirkt wie ein inneres Steuerrad: Mit unserer Wortwahl beeinflussen wir unsere Haltung. "Spannung können wir lösen. Allein diese Erkenntnis entspannt oft schon", sagt Anke Recktenwald. Spannung ist kein Schicksal, sondern ein regulierbarer Prozess. Und je weniger die Muskeln an der Wirbelsäule ziehen, desto besser kann diese sich aufrichten – die Form folgt der Funktion.

Neigen Frauen eher zum Hohlkreuz?

Eine leichte Krümmung der Wirbelsäule ist normal – und kein Grund zur Beunruhigung. Die S-Form der Wirbelsäule ermöglicht ein gutes Gleichgewicht und federt Stöße optimal ab. Ist die Lendenwirbelsäule jedoch übermäßig gekrümmt, heißt das: Die Rückenmuskeln ziehen sich zusammen und halten fest. Sie ziehen das Becken nach vorne und der untere Rücken wird hohl. Der Bauch wölbt sich vor, der Brustkorb kippt ab. Typisch Hohlkreuz!

Studien zeigen: Frauen neigen eher zum Hohlkreuz als Männer. Warum? Das erfährst du im vollständigen Artikel!

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