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Dressurreiten mit Uta Gräf - Impulse für mehr Schwung

Zünden mit Feinen Hilfen

Klemmt bei Ihrem Pferd ab und zu mal das Gaspedal? Mit klaren Impulsen, klugen Übungen und Hilfe vom Boden weckt Dressur-Profi Uta Gräf bei Faultieren die Lust auf mehr Schwung.

Ein Pferd muss frisch vorwärts gehen. Nur wenn jede Versammlung durch eine Verstärkung abgelöst werden kann, ist ein harmonischer Tanz auf dem Dressurviereck möglich. Fehlt Bewegungsfreude, wird jede Gymnastik zum Krampf. Locker und leicht wird Dressur nur, wenn Pferde ihre Energie gerne für die Lektionen einsetzen.

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Impulshilfen geben

Viele Pferde sind auf Schenkelhilfen abgestumpft und reagieren kaum, wenn der Reiter die Wade anlegt. Oft liegt das daran, dass Reiter falsch, nämlich zu viel treiben.

Pferde spüren eine Fliege auf ihrem Fell. Wenn Sie nicht auf Schenkeldruck reagieren, dann liegt das nicht daran, dass sie ihn nicht merken. Folglich nützt es auch nicht, einfach stärker zu pressen. Vielmehr müssen Sie Ihrem Pferd beibringen, dass es schon auf einen kurzen Schenkeldruck reagieren soll. Die wichtigste Voraussetzung: Sie drücken wirklich nur kurz. „Reagiert Ihr Pferd nicht, wiederholen Sie den Impuls, gegebenenfalls verstärkt durch die Gerte oder zur Not auch den Sporn“, sagt Uta Gräf.

Sobald das Pferd auch nur ein bisschen nach vorwärts reagiert, setzten Sie die Hilfe aus. Allerdings dürfen Sie das Bein jetzt nicht ganz weg strecken. „Um ständig mit ihrem Pferd kommunizieren zu können, sollten Sie feinen Wadenkontakt halten“, rät Gräf. „Lösen Sie die Wade komplett vom Pferd, könnte der nächste Impuls Ihr Pferd erschrecken.“ Das ist bei faulen Pferden nicht tragisch und kann sogar erwünscht sein. Sensiblere Tiere verspannen dabei leicht oder werden hektisch.

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Dressur

Vorwärts mit leichtem Sitz

Einem Faultier müssen Sie flotteres Tempo so angenehm wie möglich machen. Dazu gehört auch, dass Sie entlastend sitzen. Wer seinem trägen Tier dauernd mit dem gesamten Gewicht im Nacken sitzt, liefert ihm nur noch mehr Gründe, flotte Bewegung zu vermeiden.

Denn nur selten dürfte es Reitern gelingen, beim Dauertreiben noch geschmeidig in der Bewegung zu sitzen. Traben Sie lieber regelmäßig leicht und nehmen Sie im Galopp überwiegend den leichten Sitz ein. Schwer einsitzen sollten Sie erst, wenn Ihr Pferd flüssig vorwärts geht. Sobald es dann wieder anfängt zu klemmen, gilt wieder: Po aus dem Sattel.

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Rücken frei: Ein flotter Galopp im leichten Sitz weckt auch bei faulen Pferden die Gehlust.

Lust auf Reiten: So motivieren Reiter ihre Pferde

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Gehen lassen im Gelände

Reithallenwände und Reitplatzzäune bremsen viele Pferde aus. Wenn auch Ihr Pferd im Viereck keine Lust zum Laufen hat, gehen Sie öfter ins Gelände. Dort können Sie es auf gerade Strecken einfach mal gehen lassen, ohne dass spätestens nach 20 bis 30 Metern die nächste Ecke kommt. „Viele Pferde entdecken draußen den Spaß an der Bewegung wieder“, sagt Uta Gräf.

Sie nutzt diesen Effekt auch zum Training von Lektionen: „Ich übe auf langen Sandwegen hin und wieder fliegende Galoppwechsel. Weil viele Pferde draußen besser nach vorne ziehen als im Viereck, gelingen die Wechsel oft mit feinen Hilfen schnurgerade.“ Verstärkungen werden ausdrucksvoller, wenn das Pferd viel Platz vor sich hat. Und Training auf hügeligem Gelände bewirkt, dass Pferde mehr Last mit der Hinterhand aufnehmen.

Ganz nebenbei werden phlegmatische Pferde durch die verschiedenen Umwelt- und Bodenreize wieder aufmerksamer. Sie nehmen den Reiter und seine Signale besser wahr als in der alltäglichen Reithalle.

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Unterstützung vom Boden

Wenn in bestimmten Lektionen oder Übungen die Vorwärtstendenz fehlt, lässt sich Uta Gräf von einem Helfer am Boden unterstützen. „Dabei macht niemand dem Pferd mit knallender Peitsche Dampf“, stellt die Trainerin klar. „Aber wenn hinter dem Pferd vorsichtig gewedelt wird, entsteht ein Vorwärtsimpuls, ohne dass der Reiter quetschen muss. Das Pferd erlebt, wie gut sich eine Lektion im Vorwärts anfühlt, weil kein treibender Schenkel das gute Gefühl gleich wieder zerstört.“ Der Reiter kann im Sattel entspannen, während sein Pferd fleißig voran geht. Für viele eine gute Erfahrung.

Als Peitschenführer eignen sich nur erfahrene Pferdeleute. Der Helfer muss erkennen, wann das Pferd sich verbessert, und sofort die Peitschenhilfe aussetzen. „Wenn der Reiter erst Bescheid sagen muss, dauert das meist zu lange“, erklärt Uta Gräf. Damit das Pferd keinen Stress aufbaut, sollte der Helfer mit der Peitsche nur etwas wedeln.

Touchieren lehnt Uta Gräf ab, weil das oft den Takt der Pferde stört. „Bei uns gibt es nur eine Situation, in der wir das Pferd mit der Peitsche berühren. Wenn bei Galopp-Pirouetten die Hinterbeine zu lange am Boden bleiben, können ein paar Impulse mit der Peitsche das Abfußen beschleunigen“, erklärt die Profi-Reiterin.

Uta Gräf betont, dass die Peitsche kein Ersatz für korrektes Reiten ist. „Aber es gibt Situationen, in denen ein Reiter allein dem Pferd nicht so schnell und klar zeigen kann, wie es in einer Lektion in die angenehmste Lage kommt.“ Geht der Fleiß verloren oder klemmt das Pferd, würde der Reiter normalerweise mit Schenkel, Gerte oder Sporen stärker treiben. Doch das erzeugt beim Pferd unangenehme Gefühle, die es mit der Lektion verknüpft. „Ich finde es besser, dem Pferd dann von unten zu helfen, als lange zu würgen und zu riskieren, dass das Pferd Frust aufbaut“, sagt Uta Gräf.

Greifen Sie nur zu dieser Unterstützung, wenn Ihr Pferd sich nicht vor der Peitsche oder der Person in der Bahn fürchtet. Hilfe vom Boden ist nur sinnvoll, wenn sie das Pferd positiv beeinflusst. Verspannt das Tier, haben Sie nichts gewonnen. Manche Pferde sind anfangs unsicher, gewöhnen sich aber an die Situation. Lassen Sie den Helfer zunächst einige Male mit passiver Peitsche in der Bahn mitlaufen. Auch ängstliche Pferde lernen dann, dass sie keine Schläge fürchten müssen, und entspannen sich.

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Ein Helfer am Boden sorgt mit der Peitsche fürs Vorwärts, während der Reiter entspannt. Das Pferd lernt, wie gut sich das flotte Tempo anfühlen kann, wenn der Reiter nicht treibt.

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Flott durch Halten

Klemmt ein Pferd beim Beschleunigen, kann es helfen, das höhere Tempo für eine längere Sequenz durchzuhalten. „Viele zähe oder feste Pferde lassen los, wenn sie die Chance bekommen, sich in das neue Tempo einzufinden“, sagt Uta Gräf. Halten Sie das Tempo so lange flott, bis Ihr Pferd fühlbar loslässt. Damit das gelingt, beschleunigen Sie nicht gleich auf das Maximaltempo fürs Turnier. Eine leichte Erhöhung reicht für den Anfang. Aber die sollte dann durchgehalten werden, bis das Pferd nachgibt.

Sobald das passiert, werden Sie selbst weich, lassen die Zügel länger und geben dem Pferd eine Pause. Mit der Zeit verstehen die meisten Pferde, worum es geht. Sie reagieren dann schneller und aktiver auf Hilfen für mehr Tempo. Wenn Ihr eigentlich faules Pferd sofort gut aus der Hinterhand anschiebt, sollten Sie sich mit wenigen Tritten oder Sprüngen zufriedengeben und sofort wieder eine Pause einlegen.

Manche Pferde werden wacher, wenn sie schnell hintereinander mehrere Trab-Galopp-Übergänge gehen. Passen Sie dabei auf, dass Ihr Pferd in jedem Übergang vorwärts zieht und locker bleibt. Verspannt Ihr Pferd dabei, reiten Sie längere flotte Reprisen.

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Ein Helfer am Boden sorgt mit der Peitsche fürs Vorwärts, während der Reiter entspannt. Das Pferd lernt, wie gut sich das flotte Tempo anfühlen kann, wenn der Reiter nicht treibt.

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Nur kurz Versammeln

Auch faule Pferde müssen lernen, die Hinterhand stärker zu nutzen. Da das viel Kraft kostet, fordern Sie es immer nur für kurze Momente, und schicken Sie das Pferd daraus gleich wieder vor. „Parieren Sie zum Beispiel aus dem Trab zum Schritt durch und traben Sie sofort, also ohne weitere Schritte dazwischen, wieder an“, sagt Uta Gräf.

„So schiebt sich das Pferd kurz zusammen, ohne dass es sich es im Schritt gemütlich machen kann. Diese Übung können Sie auch im Galopp reiten, indem Sie Ihr Pferd aufnehmen und – sobald es sich etwas setzt – sofort wieder zulegen lassen.

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