Bewegungsanalyse: Wie Reiter gehen so sitzen sie im Sattel

Sie können die Fotostrecke mit den Richtungspfeilen der Tastatur bedienen
←   →
Foto: Lisa Rädlein Bewegungsanalyse

Locker im Sattel sitzen - Übungen für Reiter

Schon 20 Minuten Training täglich verbessern den Sitz auf dem Pferd. Viele Übungen lassen sich leicht in den Alltag integrieren. Fürs Training brauchen Sie nur ein geschlossenes Theraband. Das gibt es im Sportgeschäft schon ab 7 Euro. Reiter lernen mit diesem Programm, die richtigen Muskeln fürs Reiten zu kräftigen.

Übungen für Reiter 1: Die Muschel

Stärkt den seitlichen Gesäßmuskel. Nutzen für den Sitz: Sie werden stabiler im Becken und können leichter in die Bewegung des Pferds eingehen. So geht‘s: Gehen Sie in Seitlage mit Theraband um die Oberschenkel. Das obere Bein anheben und Knie wie eine Muschel öffnen und nach oben führen. Unteres Knie drückt zum Boden. Das Becken bleibt vorne. Halten Sie kurz und wiederholen die Übung. Danach die Seite wechseln.

Übungen für Reiter 2: Potraining in Bauchlage

Trainiert Po und Abspreizer der Hüfte. Nutzen für den Sitz: Stabilisiert den Schenkel. Hilft bei klemmenden Knien und offenen Beinen. So geht‘s: Gehen Sie in Bauchlage. Kopf beugt Richtung Bauch. Becken bleibt am Boden. Führen Sie ein Knie gebeugt nach oben und drehen es nach außen. Ziehen Sie den Fuß dabei an und drehen auch ihn nach außen. Kurz halten und wieder senken. Testen Sie mit der Hand, ob Ihr Po angespannt ist.

Übungen für Reiter 3: Funktionelles Bauchmuskeltraining

Trainiert die schrägen Bauchmuskeln. Nutzen für den Sitz: Arbeitet gegen ein schiefes Becken und verbessert die einseitige Gewichtshilfe. So geht‘s: Setzen Sie sich auf einen harten Untergrund. Die Beine sind oben, die Knie angewinkelt. Verlagern Sie das Gewicht vom einen auf den anderen Sitzbeinhöcker. Strecken Sie den Oberkörper auf der belasteten Seite und drehen Sie Oberkörper und Arme zur anderen Seite, die in der Luft schwebt.

Übungen für Reiter 4: Ausfallschritt

Trainiert Po und Wade in Originalgeschwindigkeit wie auf dem Pferd. Nutzen für den Sitz: Der große Gesäßmuskel stabilisiert und streckt die Hüfte. Auf diesem Fundament richtet sich der Oberkörper auf. Der Reiter kann besser mit dem Becken mitschwingen. So geht‘s: Die Füße stehen schulterbreit auseinander. Machen Sie einen großen Schritt vorwärts. Gehen Sie mit dem vorderen Bein in die Knie. Das vordere Knie ragt nicht über die Zehen hinaus. Das Knie des hinteren, langen Beins berührt fast den Boden. Gehen Sie weiter und machen etwa zehn Schritte auf diese Art.

Übungen für Reiter 5: Hinsetzen und Aufstehen

Schult das Gefühl für den richtigen Körperschwerpunkt und die Balance. Nutzen für den Sitz: Der Reiter hält das Lot von Ohr-Schulter-Hüfte-Absatz ein. Denn die Übung trainiert die Muskeln in der gleichen Stellung wie beim Reiten. Der Fuß balanciert sich im Bügel aus. Der Reiter sitzt losgelassener. So geht‘s: Setzen Sie sich auf einen Stuhl. Bevor Sie aufstehen, nehmen Sie den Oberkörper 45 Grad vor und den Po zurück. Das Becken nähert sich dem Oberschenkel, der Hüftwinkel schließt sich. Erst wenn beide Füße komplett belastet sind, stehen Sie auf. Dazu muss der Oberkörper vorn bleiben. Knie bleiben immer stabil. Beim Hinsetzen federn Sie nicht mit den Knien nach.

Übungen für Reiter 6: Treppen steigen

Das Auf und Ab trainiert Po und Wade. Nutzen für den Sitz: Stärkt das Sprunggelenk. Dadurch steht der Fuß stabiler im Steigbügel. So geht‘s: Nehmen Sie jede Stufe im Alltag bewusst. Gehen Sie leicht in die Knie und lehnen den Oberkörper um etwa 45 Grad vor. Der Po wandert so weit zurück, wie der Oberkörper vor geht. Rollen Sie den Fuß beim Runtergehen von der Zehe zur Ferse ab. So belasten Sie wie beim Reiten vermehrt den vorderen Teil vom Fuß. Federn Sie nicht in den Knien nach. Sie bleiben gebeugt und stabil. Damit die Knie nicht nach innen drehen, legen Sie ein Theraband um die Oberschenkel und drücken es nach außen.

Übungen für Reiter 7: Auf die Zehen

Trainiert den zweiköpfigen Wadenmuskel. Nutzen für den Sitz: Der Reiter kann besser Druck auf den Bügel geben, balanciert sich darauf aus und der Absatz federt nach unten. Die Beine rutschen nicht nach vorn. Das hilft gegen einen Stuhlsitz. So geht‘s: Stellen Sie sich mit dem vorderen Fuß auf ein Buch auf dem Boden. So haben Sie die Ausgangsstellung wie beim Reiten. Heben Sie das andere Bein an und gehen langsam auf die Zehenspitzen und wieder runter. Knie im Standbein durchdrücken. Ferse und Fuß bleiben gerade.

Übungen für Reiter 8: Sprung in die Höhe

Hilft dabei, Stöße wie im Sattel richtig abzufangen. Nutzen für den Sitz: Besserer Halt im Sattel. Der Reiter lernt, sich mit Fuß und Wade abzufangen. Der Absatz federt, die Wade bleibt am Pferdebauch. So geht‘s: Die Füße stehen schulterbreit. Lehnen Sie sich zum Schwungholen mit dem Oberkörper vor und springen Sie ab. Rollen Sie beim Landen bewusst von der Fußspitze bis zur Ferse ab. Der Körperschwerpunkt liegt auf dem vorderen Fuß, Knie stabil und außen. Landen Sie leise.

Übungen für Reiter 9: Gemeinsam in die Hocke

Trainiert Wade und Po. Nutzen für den Sitz: Für den richtigen Körperschwerpunkt und Stabilität im Oberkörper. So geht‘s: Stellen Sie sich einem Partner gegenüber, fassen Sie sich an den Händen und gehen gemeinsam in die Hocke. Schließen Sie den Hüftwinkel. Dazu bewegt sich der Oberkörper Richtung Oberschenkel. Die Knie zeigen nach außen. Die Arme gehen Richtung Knie, wenn Sie in der Hocke sind. Stützen Sie sich nicht am Partner ab oder ziehen Sie an ihm. Der Partner stellt sicher, dass Ihr Oberkörper vorn bleibt und so das Gewicht auf dem ganzen Fuß verteilt ist.
Mehr zu dieser Fotostrecke: Bewegungsanalyse: Wie Reiter gehen so sitzen sie im Sattel