Exterieur-Coach: Pferde aus der CAVALLO-Redaktion

Exterieur-Modell G: "Lang und Fein"

Vollblut-Araber-Stute Bel Asscarah ist 15 Jahre alt. Sie trägt Redaktions-Assistentin Sibylle Weiss nicht nur über die Schwäbische Alb, sondern auch mal ins Heft – wie beim Coaching im November 2010.
Loading  

Das sagt die Reiterin:

Bel Asscarah kenne ich, seit sie ein Fohlen war. Ich war beim Anreiten dabei, habe sie mit Trainerhilfe selbst im Western-Freizeitstil ausgebildet und 2002 übernommen. Auf dem Reitplatz fällt es ihr schwer, sich zu stellen und zu biegen. Außerdem lässt die Hinterhandaktivität zu wünschen übrig.

Sobald sie ins Vorwärts-Abwärts entlassen wird, geht der Motor hinten aus. An ihrem langen Rücken wuchsen lange Zeit kaum Muskeln. Dank eines neuen Zusatzfutters wurde das jedoch jetzt besser.

Das sagt der Experte:

Eine rahmige Stute mit einem hübschen und freundlichen Gesicht. Die Schulter wirkt recht kurz und steil, was typisch für ihre Rasse wäre. Der Hals ist lang, fast zu lang. Ein gut ausgeprägter Widerrist liegt über einem schön tiefen Rumpf.

Der lange Rücken hat eine recht schwache Verbindung zur Kruppe. Die ist arabertypisch kurz, aber nicht flach. Trotz hohem Schweifansatz fällt das Becken schräg nach hinten ab. Das gut gewinkelte Hinterbein mit kräftigen Gelenken kann die Stute dennoch wahrscheinlich nur wenig effektiv nutzen, denn sie ist deutlich überbaut. Das und die schwache Lende machen es ihr schwer, Kraft von der Hinterhand zu übertragen. In den klassischen Disziplinen Dressur und Springen wird sie deshalb sicher ihre Grenzen haben.

Fazit: Schlange statt Stange

Ein guter Reitpferdehals soll lang sein, damit er als Balancierstange dienen kann. Doch ist der Hals zu lang, klappt das nicht mehr. Er wird instabil, und dem Pferd fällt es schwer, die Balance und eine konstante Anlehnung zu finden.

27.09.2011
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 05/2011