Praxistest Mistboys Lisa Rädlein

Pferdeäpfel aufräumen

6 Mistboys im Test

Auch wenn der Apfel nicht weit vom Pferd fällt, bleibt er doch erstmal liegen. Jetzt schlägt die Stunde der Mistboys – mit Stärken und Schwächen der Modelle.

Da kommt schnell einiges zu sammen: Zwischen 15 und 23 Kilogramm Mist werden Pferde täglich los, bis zu zwölf Mal am Tag äpfeln sie – in der Box, auf dem Reitplatz oder auf der Koppel.

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Praxistest Mistboys
Stärken und Schwächen 6 Mistboys im Praxis-Test
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Regelmäßiges Abmisten tut also not. Mit Reinlichkeitsfimmel hat das wenig zu tun. Beispiel Hufschlag: Wird der Mist hier beim Reiten einfach untergepflügt, steigt der Humus-Anteil im Boden. Die Folgen sind mehr Staub, schlechtere Reiteigenschaften, höhere Rutschigkeit und auf Außenplätzen drohen nach einem Regenguss mehr matschige Flächen.

Abmisten ist Hygiene

Abmisten ist eine gezielte Hygienemaßnahme Auf der Koppel ist ebenfalls regelmäßiges Reinemachen angesagt. Da die Weideflächen hierzulande in der Regel endlich und Pferde reinlich sind, ist Abmisten (mindestens ein bis zwei Mal die Woche) auch eine aktive Wurmprophylaxe.

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Abmisten im Gras – dafür war nicht jedes Testobjekt geeignet; dieses hier schon.

Und eine saubere Einstreu ist ohne tägliches Aus- und Abmisten nicht zu haben. Denn Pferdeäpfel und Urin befördern giftiges Ammoniakgas, welches die Atemwege angreift und chronischen Husten verursachen kann.

Keine Frage: Der sogenannte Mistboy steht nicht umsonst in den Ställen an jeder Ecke. Aber welcher eignet sich für welche Putzaufgabe am besten? Die CAVALLO-Redaktion ist mit sechs verschiedenen Mistboys losgezogen, hat Weide, Box sowie Sandplatz abgemistet und die Pferdeäpfel-Aufleser auf Effizienz und Handhabung überprüft.

1. Gewa Shaker: Reitbodenschoner für sandige Angelegenheiten

Produktinfo: Der Mistboy Shaker von Gewa soll leichtes Trennen von Dung und Spänen in großen Mengen auf Reitplätzen und in Reithallen ermöglichen. Durch einfaches Schütteln, so der Hersteller, fallen die Späne durch Schlitze im Boden heraus. Auch für die Boxenreinigung, sofern Einstreu oder Späne verwendet würden. Preis: rund 32 Euro. Gibt‘s im Fachhandel.

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Zum Schütteln: Reitbodenschoner für sandige Angelegenheiten

Testverlauf: Wer seinen Reitplatzboden beim Abmisten nicht gleich mitentsorgen will, ist mit diesem robust anmutenden Shaker erstmal gut bedient. Feiner Sand fällt problemlos durch die Schlitze, sobald dieser aber etwas klumpt, muss man kraftaufwendig nachsieben. Gleiches bei der Boxenreinigung. Die mitgelieferte Harke ist etwas klobig, was ihren längeren Gebrauch mühselig macht. Aber auch zum Koppelabmisten ist der Shaker gut einsetzbar, da er sich auf unebenem Untergrund als standfest erweist. Ob der Holzstil wetterbeständig ist?

Fazit: Schont den Reitplatz; es hakt gleichwohl ein wenig an der Harke.

2. Krämer Mistboy: Allrounder und Klassiker in einem

Produktinfo: Bollenschaufel mit handlichem Mistkratzer. Ideales Entmistungsset für Box und Hänger. Preis: 16,90 Euro. www.kraemer.de

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Alles im Griff: Allrounder und Klassiker in einem

Testverlauf: Der Klassiker unter den Mistboys, zumindest im Heimatstall des Testers bestimmt er das Hofbild. Das mag am relativ günstigen Preis liegen. Gleichwohl bewährt er sich (anders als von Krämer beworben) als grandioser Allrounder, egal ob auf Hallenböden, in der Box oder auf der Koppel.

Keine Frage: Fürs stallalltägliche Handling hat sich dieses Modell als unverzichtbares Helferlein erwiesen. Einziges Manko: Um beim Abmisten nicht zu viel Hallen­ oder Reitplatzboden in der nächsterreichbaren Schubkarre abzuladen, muss man schon recht detailgenau die Bollenknuddel in die Schaufel befördern. Das hat dann was mit Konzentration und ruhiger Hand zu tun, aber der Mistkratzer liegt dank des geriffelten Griffs gut und sicher in eben dieser.

Fazit: Mit dieser robusten Gerätschaft kann man nichts falsch machen, wenn es dem Mist an die Karre gehen soll; egal wo man gerade sauber macht. Gutes Preis-­Leistungs­-Verhältnis!

3. Mistboy von Lösdau: Auf diese Schaufel geht richtig was drauf

Produktinfo: Bollensammler für alle Reitbahnböden und Einstreuvarianten. Geringe Körperbelastung durch spezielles Design – von Osteopathen empfohlen, so der Hersteller. Minimiertes Verletzungsrisiko durch elastische, abgerundete Zinken der Harke. Preis: 29,19 Euro. www.loesdau.de

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Mit Bodenhaftung: Auf diese Schaufel geht richtig was drauf

Testverlauf: Das geht viel drauf. Und es ist ein bisschen wie beim Umzug: Ist der Karton zu voll, wird’s über Gebühr mühselig. Also befüllen mit Augenmaß! Dieser klobig anmutende Bollensammler ist im und am Boden recht biegsam/nachgiebig, was ihm beim Einsatz im Viereck und der Box eine gute Standfestigkeit (lückenlose Bodenhaftung) verleiht. Die Harke hängt hingegen etwas haltlos in ihrer Halterung, leistet dem Abmister bei punktuellem Einsatz jedoch gute Dienste. Die ergonomische Griffform überzeugt durch Komfort.

Fazit: Ist etwas gewöhnungsbedürftig, schon aufgrund der enormen Sammelkapazität der Schaufel.

4. Mistboy Profi Tack: Höhenverstellbar, aber leicht verkratzt

Produktinfo: Bei diesem Set sind Harke und Mistboy mittels einer Schraube in der Länge verstellbar. So kann es platzsparend verstaut werden, heißt es. Preis: 14,99 Euro. www.profi-tack.de

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Kurz, lang, vielfältig – und leicht verkratzt

Testverlauf: Eigentlich eine gute Idee, dass mit der Längenverstellbarkeit. So kann man die Halterung ggf. auch seiner Körpergröße anpassen, das Limit lag bei 88 (Mistboy) bzw. 83 Zentimetern (Harke). Doch beim Test-Set klemmte der Schiebemechanismus, das In-die-Länge-ziehen war mühselig. Und als es dann doch gelang, hinterließ unser kleiner Kraftakt hässliche Kratzer auf dem Metall des Harkenstils. Dem Krämermodell nicht unähnlich, besticht die ProfiTack-Variante ebenfalls durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, egal ob auf Koppel, Box oder Reitplatz.

Fazit: Solide Abmistmöglichkeit mit im Test schwergängiger Schiebemechanik, was deren praktische Optionen (gut zu verstauen und individuell anpassbar) relativierte. Aber: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

5. Gewa Eco: Handgriff mit Gewöhnungsfaktor

Produktinfo: Laut Hersteller Gewa ist der Eco-Mistboy leicht, aber stabil und langlebig. Die Verlängerung des Handgriffs soll das Tragen erleichtern. Die Harke aus Kunststoff lässt sich mit einem Clip an der Schaufel befestigen. Preis: ca. 18 Euro. Erhältlich im Fachhandel.

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Rosa Riese: Handgriff mit Gewöhnungsfaktor

Testverlauf: Der rosa Plastikgriff ist ungewohnt groß und damit erstmal gewöhnungsbedürftig. Der CAVALLO-Tester sucht und findet hier spontan weit hinten Halt. Dann geht’s: Der Eco-Mistboy überzeugt beim Koppel-Abmisten, die Kunststoffharke bleibt nicht im Gras hängen und auch Box und Reitplatz kriegt man prima Bollen-frei.

Gut gemeint: der Clip am Schaufelstil für die Befestigung der Harke. Bei unserem Testobjekt gelang dies nur bedingt befriedigend, die Klammerung bot der Harke nur wenig Halt.

Fazit: Hat man sich an die Griffgröße gewöhnt, leistet der Eco-Mistboy gute Dienste. Das mit dem Clip klappte nicht so recht, brachte also keinen Zusatzkomfort.

6. Besen und Kratzer von Hofmeister: Kombi gegen Schmutzreste in der Stallgasse

Produktinfo: Zum Kratzen und Fegen, praktisch für Stall und Transporter. Preis: ca. 17 Euro. www.hofmeister-pferdesport.de

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Flotter Feger: Borsten- und Kratzer-Kombi gegen Schmutzreste in der Stallgasse

Testverlauf: Sind Stallgasse, Hallenvorplatz oder Pferdehänger mal nur sauber, aber nicht rein, kommt dieser Besen (mit Kratzer) oder Kratzer (mit Besen) zum Einsatz. Ruckzuck lassen sich damit nachlässig-verbliebene Bollen und Sandreste zusammenschieben respektive fegen, um diese dann in Mistboy oder auf eine Schaufel zu befördern. Abgesehen von der leichten, kräfteschonenden Anwendung besticht dieser leichte Rotborstige (1200 g) auch durch seine geschmeidige Optik. Merke: Das Auge fegt mit.

Fazit: Sauberkeit kann so leicht sein. Als Ergänzung zum eigentlichen Mistboybestand und für unterwegs ist die Anschaffung dieses flotten Fegers eine Überlegung wert.

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