Diskussion um Hilfszügel
„Was halten Sie vom Longieren mit Ausbindern?“

Können korrekt verschnallte Ausbinder das Pferd an der Longe unterstützen oder sollten wir die Finger davon lassen? Unsere Leser argumentieren.

CAVALLO Tacheles-Diskussion
Foto: Lisa Rädlein

Man sollte überlegen, was das Longieren physikalisch bedeutet. Dann kommt man darauf, dass das Pferd auf der Kreislinie ständig gegen die Zentrifugalkraft arbeiten und sich ausbalancieren muss. Schafft es das (noch) nicht, driftet es nach außen und hängt durchaus mal in der Longe. Die Longe, die das Pferd auf die Kreislinie "zwingt", ist dann kein Zwangsmittel, ein Hilfszügel aber schon? Unlogisch. Ein dem Ausbildungsstand angepasster Hilfszügel kann dem Pferd, das das Vorwärts-Abwärts noch nicht kennt, den Weg in die Tiefe zeigen. Er kann aber auch einen gewissen Rahmen vorgeben, der mehr einer Arbeitshaltung entspricht. Er verhindert die (übertriebene) Außenstellung an der Longe und zwar so, dass man weitaus weniger mit der Longe selbst einwirken muss. Man kann mit oder ohne Hilfszügel gut oder miserabel longieren. Es ist nicht das Material, auf das es ankommt. Sandrina Illes aus Wien

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Longieren mit oder ohne Ausbinder?
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"Ich persönlich finde Ausbinder zu starr, weil sie nicht nachgeben. Ich longiere hauptsächlich ohne Hilfszügel und wenn’s doch mal einer sein muss, sind Dreieckszügel mein Mittel der Wahl." Nina Kollmorgen aus Mülheim an der Ruhr

Wer sich einmal mit der Biomechanik und Anatomie auseinandergesetzt hat, der weiß, dass Ausbinder sich immer negativ auf die Muskulatur auswirken. Muskeln werden dauerhaft angespannt und übersäuern, was zur Verhärtung der Muskulatur führt. Und nur weil der Kopf in eine vermeintliche "Anlehnung" gebracht wird, heißt es noch lange nicht, dass der Rücken korrekt arbeitet. Kopf runter heißt nicht automatisch Rücken hoch. Es heißt ja nicht umsonst, dass man von hinten nach vorne reitet. Der Hals formt sich zuletzt. Gebt den Pferden Zeit. Und wenn sie mit dem Kopf wie eine Giraffe laufen, so sucht man nach der Ursache, denn Ausbinder einfach mal dran machen, kaschiert zwar die Symptome, die Ursache bleibt trotzdem. Michelle Rohlfs aus Diepholz

Ich finde es schade, dass Ausbinder so verteufelt werden. Es ist bei jedem Ausrüstungsgegenstand das gleiche: Man kann mit ihm Schaden anrichten, wenn man ihn falsch verwendet, aber er kann eine gute Hilfe für Pferd und Reiter sein, wenn man ihn richtig benutzt. Susanne Lingemann aus Dringenberg

Das Pferd wird in eine Haltung gezwungen. Ziel einer Ausbildung sollte sein, dass das Pferd die Haltung von alleine annimmt. Tut es das zu lange nicht, sind oft fehlerhafte Hilfen vom Menschen oder körperliche Probleme des Pferdes die Ursache. Schnallt man diese "Hilfszügel" zu locker, kann man sie ohnehin weglassen. Zum Longieren besser eine richtige "Menschenausbildung" und Kappzaum. Anja Lehnerl via Facebook

Das einzige Hilfsmittel, das ich zum Longieren nutze, ist die Doppellonge. Damit kann ich das Pferd in Anlehnung bringen, es einrahmen und, gerade bei meinem Jungpferd, auch gut unterstützen. Mit der Doppellonge spüre ich auch, wie stark ich einwirken muss und kann nachgeben. Und da ich nicht nur auf dem Zirkel longiere, sondern das Pony auch geradeaus schicke, lernt mein Jungspund gleich die wichtigen Signale kennen. Madleen Kohls via Facebook

"In richtigen Händen können Ausbinder unterstützend und aufbauend wirken. Meist nutzen diese aber die falschen Leute." Kathrin Krüger aus Gladrow

Ich longiere ohne Ausbinder! Nur mit Kappzaum. Eine Biegung und Aktivierung der Hinterhand ist mit Ausbindern kaum möglich. Zudem sollte sich das Pferd selbst tragen und nicht auf Ausbinder lehnen! Kristina Tietz aus Bad Lippspringe

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