Ratgeber für Reiter: Was tun wenn der Trainer grabscht?

Wann wird eine Grenze verletzt?

Grapschereien im Stall? Missbrauch in Reitställen ist immer noch ein Tabuthema. CAVALLO erklärt worauf Kinder, Jugendliche und deren Eltern achten sollten und wo Betroffene schnell Hilfe finden.
Foto: Linke CAVALLO Missbrauch im Stall - Ursula Enders

Ursula Enders ist Mitbegründerin von Zartbitter e.V.

CAVALLO: Wie erkennt man sexuelle Belästigung bei Kindern?
ENDERS: Es gibt den sogenannten Drop-Out, das heißt, ein heißgeliebtes Hobby wird von einem Tag auf den anderen unter einem Vorwand eingestellt. Ansonsten gibt es kaum eindeutige Zeichen, die Eltern warnen könnten. Sie erfahren davon meistens als Letzte. In der Regel vertrauen sich Kinder und Jugendliche zuerst ihren besten Freunden an.

Wie kann man seine Kinder denn schützen?
Indem Sie ihnen klar machen, dass sie ein Recht auf Selbstbestimmung haben. Wenn jemand Grenzen verletzt – das muss nicht nur ein Grapscher sein, oft handelt es sich auch um verbale Gewalt – dürfen sie sich wehren. Auch indem sie Hilfe holen. Das ist kein Petzen und kein Verrat. Eltern sollten sich außerdem über Täterstrategien informieren.

Warum treffen Opfer bei anderen häufig auf Ablehnung?
Viele Menschen können sich einfach nicht vorstellen, dass sich der nette Vereinsreitlehrer an einem Kind oder Jugendlichen vergreift. Wer den Vorwurf glaubt, muss sich außerdem die Frage nach der eigenen Mitschuld stellen. Zum anderen gelten die Täter nach außen meist als untadelig und wehren Vorwürfe oft ab, indem sie sich selbst als Mobbing-Opfer darstellen. Deswegen darf nicht sein, was nicht sein darf. Für die Opfer ist diese Erfahrung oftmals genau so belastend wie die ursprüngliche Verletzung.

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01.09.2013
Autor: John Patrick Mikisch
© CAVALLO
Ausgabe 04/2011