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Pferdehufe richtig pflegen: Hufbearbeitung, Hufpflege und Problemhufe

Wann sind die Hufe dran?

Hufe wachsen und verändern sich ständig. Wie oft muss das Horn bearbeitet und der Beschlag gewechselt werden, damit Hufe gut in Form sind?

Pferdehufe sind nicht zu stoppen. In nur einem Monat wächst das Horn durchschnittlich sechs bis acht Millimeter. Bei den meisten Pferden nutzen sich die Hufe jedoch nicht in derselben Geschwindigkeit gleichmäßig ab. Damit der Huf in Form bleibt, muss das Horn regelmäßig bearbeitet werden. Das gilt auch für Pferde, die beschlagen sind. Wie oft muss ein Fachmann Hand anlegen - alle vier, sechs oder sogar nur alle zehn Wochen? Und was darf der Reiter korrigieren?

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Gesunde Hufe sind ein Muss für jedes Pferd. Sind sie nicht optimal, drohen schwere Krankheiten wie Hornspalten, Hufrollensyndrom, Arthrose, Sehnenschäden und Rückenprobleme. Effektive Gesundheits-vorsorge ist kein Hexenwerk: Wissenschaftliche Studien belegen, dass ein Großteil aller Lahmheiten durch eine gute und regelmäßige Hufkorrektur verhindert werden kann. Nur was bedeutet „regelmäßig“? Dafür hat jede Hufbearbeitungsschule ihre eigene Definition. CAVALLO hilft, den optimalen Rhythmus für Ihr Pferd zu finden.

Wie sieht ein perfekter Huf aus?

Auf diese Frage gibt es keine absolute Antwort, da Bearbeitungsschulen verschiedene Ansichten zur opti-malen Form haben. Einige Hufexperten orientieren sich am Horn von Wildpferden. Dass diese Tiere nicht unbedingt gesunde Hufe haben, zeigten australische Wissenschaftler: Rund 80 Prozent der Kaimanawas aus Neuseeland haben chronische Hufrehe, über ein Drittel zu lange Zehen, das Horn ist häufig brüchig.

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Barhuf-Pflege: alle 4 bis 12 Wochen

In diese Kategorie fallen alle Pferde, die nicht beschlagen sind und keine massiven Fehlstellungen sowie Hufprobleme haben. Einzelne Hufe können Missbildungen wie schräge Wände, lange Zehen oder untergeschobene Trachten aufweisen. „Das normale Intervall beträgt vier Wochen“, sagt Isabel Mast aus Baden-Baden, Huforthopädin und Ausbilderin am Deutschen Institut für Huforthopädie (DIfHO). „In diesem Zeitraum haben wir den Huf gut unter Kontrolle. Sind die Bearbeitungsabstände deutlich länger, etwa sechs oder gar acht Wochen, kann der Reiter mit keiner Verbesserung eines negativen Hufzustands rechnen.“

Andere Experten lassen den Hufen mehr Zeit zum Wachsen und variieren je nach Jahreszeit. „Im Winter wächst das Horn lang-samer. Bei den meisten Pferden reicht hier ein Abstand von acht Wochen; im Sommer gehe ich alle sechs Wochen ran“, sagt Detlev Urban vom Barhuf-Institut in Hollfeld bei -Bayreuth. Er orientiert sich an der Natural Hoofcare-Methode von Pete Ramey. Acht Wochen entspricht dem normalen Rhythmus von Rosi Schnitzenbaumer aus Bruckmühl in Bayern, Hufpflegerin und Ausbilderin an der BESW-Hufakademie. „In sehr seltenen Fällen reichen zehn oder sogar zwölf Wochen.“

Bei Pferden mit schiefen Hufen sind die Abstände kürzer. „Hier ist vor allem das Hornwachstum entscheidend. Ich kann unmöglich nachschneiden, wenn kein Horn gewachsen ist. Dann ist die Gefahr groß, dass man zu viel Substanz wegnimmt.“ Was eignet sich für mein Pferd? Fragen Sie den Hufexperten Ihres Vertrauens, welchen Abstand er für sinnvoll hält und folgen Sie seiner Empfehlung. Überlegen Sie vor jedem Termin, ob Sie mit der Entwicklung der Hufe zufrieden sind und halten Rücksprache mit dem Experten. Ist nach spätestens einem Jahr keine Besserung in Sicht oder haben sich die Hufe sogar verschlechtert, sollten Sie den Fachmann wechseln.

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Barhufe müssen regelmäßig gepflegt werden.

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Problemhufe: alle 1 bis 6 Wochen pflegen

In diese Kategorie gehören alle Pferde, deren Hufe besonders stark deformiert oder in -einer besonders schlechten Verfassung sind, sowie Tiere, die beispielsweise an Hufrehe leiden oder bei denen sich Spalten im Horn gebildet haben. „All diese Hufe brauchen intensive Pflege“, sagt Huforthopädin Isabel Mast. „Der Bearbeitungsabstand muss kürzer als vier Wochen sein. Wie oft ich an den Huf gehe, lege ich individuell fest.“ Pferde mit besonders schweren Krankheiten wie Hufkrebs oder durchgebrochener Sohle überweist sie gerne an die Rehastation des DIfHO-Gründers Jochen Biernat im rheinland-pfälzischen Morbach. Härtefälle können hier besonders intensiv betreut werden.

Damit die Hufe heilen, werden beispielsweise Wunden bis zu zwei Mal wöchentlich versorgt und Verbände gewechselt. Ans Horn geht Jochen Biernat alle ein bis zwei Wochen. „Bis der korrekte Huf wieder hergestellt ist, können mehrere Monate vergehen“, sagt der Fachmann. Natural Hoofcare-Experte Detlev Urban wählt bei Problemhufen ebenfalls deutlich kürzere Intervalle: „Bei Rehe muss das Horn unter Umständen zunächst ein Mal wöchentlich bearbeitet werden. Je nachdem wie sich die Hufe entwickeln, kann man nach einem halben Jahr den Abstand auf vier Wochen verlängern.“

Um die Behandlung allen Beteiligten zu erleichtern, zeigt Urban dem Besitzer, wo er alle ein bis zwei Wochen raspeln muss. „Nach meiner Anleitung kann der Reiter Wandüberstände und störende Hebel gut selbst bearbeiten.“ BESW-Expertin Rosi Schnitzenbaumer verkürzt das Bearbeitungsintervall ebenfalls: „Bei Hufrehe oder Hornspalten gehe ich zum Beispiel meist alle vier Wochen ans Horn.“ Nur in Ausnahmefällen, beispielsweise einem einseitigen Bockhuf, zeigt sie dem Besitzer, wie er alle zwei Wochen die Trachten leicht selbst kürzen kann. „Somit reicht es, wenn ich alle sechs Wochen vorbei komme.“

Was eignet sich für mein Pferd? Besprechen Sie den Bearbeitungsabstand mit dem Hufexperten und einem Tierarzt. Falls Sie zwischendurch selbst raspeln dürfen: Am Huf zählt jeder Millimeter. Daher ist das Risiko groß, etwas falsch zu machen. Wer unsicher ist, sollte das Raspeln besser lassen.

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Fachmännische Pflege hält die Hufe gesund.

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Beschlagene Hufe: alle 2 bis 8 Wochen pflegen

Hierunter fallen alle beschlagenen Pferde, ob sie gewöhnliche Eisen, Kunststoffbeschläge oder orthopädische Beschläge haben. „Bei den meisten Pferden bearbeite ich die Hufe und wechsele den Beschlag alle sechs bis acht Wochen“, sagt Paul Hellmeier, staatlich geprüfter und anerkannter Hufbeschlagschmied aus Landsberied in Bayern.

„Wie lange das Intervall ist, hängt von Hornwachstum und Verwendungszweck des Pferds ab. Bei manchen Tieren ist der Beschlag sogar schon nach vier Wochen abgenutzt“, sagt der Vorsitzende des Ersten Deutschen Hufbeschlagschmiede Verbands (EDHV). Nach spätestens zwei Bearbeitungsterminen weiß der Profi, welcher Abstand für das Pferd optimal ist. Hat das Tier zu lange Zehen oder einen Bockhuf, kommt Paul Hellmeier alle zwei Wochen in den Stall.

„Ich nehme meist nur zwei Millimeter Horn weg. Das reicht. Diese Art der Korrektur ist besonders wirkungsvoll und schonend fürs Pferd, das sich an die neue Hufstellung gewöhnen muss.“ Auch um Tiere, die auf einen orthopädischen Beschlag angewiesen sind, kümmert sich Hellmeier alle zwei bis drei Wochen. Was eignet sich für mein Pferd?

Sprechen Sie mit dem Schmied Ihres Vertrauens. Benötigt das Pferd aufgrund Fehlstellung oder Krankheit ein besonderes Trimming und einen orthopädischen Beschlag, sollten sich Schmied und Tierarzt abstimmen.

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Erste Hilfe für jeden Huf

Zwischen zwei Bearbeitungsterminen kann es passieren, dass sich ein Stück Horn an Tragrand oder Strahl löst. Ihren Hufexperten müssen Sie deswegen nicht alarmieren. Entfernen Sie den Fetzen vorsichtig mit einer Raspel oder einem Hufmesser und feilen Sie die Bruchkante am Tragrand nach. Vorsicht: Ein Laie nimmt schnell zu viel Horn weg. Minimale Veränderungen können den Huf aus der Balance bringen.

Was tun, wenn ein Stückchen Horn am Tragrand absteht oder plötzlich ein Eisen fehlt?

CAVALLO-Tipp: Lassen Sie sich bei einem routinemäßigen Bearbeitungstermin von Ihrem Experten zeigen, wie Sie allenfalls agieren dürfen. Ist Ihr Pferd beschlagen und ein Eisen hat sich gelockert oder fehlt sogar, müssen Sie einen Hufschmied rufen. In beiden Fällen dürfen Sie den Beschlag nicht selbst wieder befestigen. Das verbietet der Gesetzgeber. Das sollten Sie tun, bis der Fachmann eintrifft: Suchen Sie nach dem verloren gegangenen Beschlag und Nagelüberresten im Horn. Hängt das Eisen noch am Huf, sollten Sie es lösen.

CAVALLO-Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Schmied vorbeugend zeigen, wie man ein Eisen entfernt. Den blanken Huf sollten Sie schützen. „Wickeln Sie eine Windel ums Horn und befestigen den Notverband mit Klebeband“, sagt Schmied Paul Hellmeier. „Das beugt Lahmheiten vor.

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