Pferdehufe richtig pflegen: Hufbearbeitung, Hufpflege und Problemhufe

Problemhufe: alle 1 bis 6 Wochen pflegen

Foto: Rädlein
Hufe wachsen und verändern sich ständig. Wie oft muss das Horn bearbeitet und der Beschlag gewechselt werden, damit Hufe gut in Form sind?

In diese Kategorie gehören alle Pferde, deren Hufe besonders stark deformiert oder in -einer besonders schlechten Verfassung sind, sowie Tiere, die beispielsweise an Hufrehe leiden oder bei denen sich Spalten im Horn gebildet haben. „All diese Hufe brauchen intensive Pflege“, sagt Huforthopädin Isabel Mast. „Der Bearbeitungsabstand muss kürzer als vier Wochen sein. Wie oft ich an den Huf gehe, lege ich individuell fest.“ Pferde mit besonders schweren Krankheiten wie Hufkrebs oder durchgebrochener Sohle überweist sie gerne an die Rehastation des DIfHO-Gründers Jochen Biernat im rheinland-pfälzischen Morbach. Härtefälle können hier besonders intensiv betreut werden.

Damit die Hufe heilen, werden beispielsweise Wunden bis zu zwei Mal wöchentlich versorgt und Verbände gewechselt. Ans Horn geht Jochen Biernat alle ein bis zwei Wochen. „Bis der korrekte Huf wieder hergestellt ist, können mehrere Monate vergehen“, sagt der Fachmann. Natural Hoofcare-Experte Detlev Urban wählt bei Problemhufen ebenfalls deutlich kürzere Intervalle: „Bei Rehe muss das Horn unter Umständen zunächst ein Mal wöchentlich bearbeitet werden. Je nachdem wie sich die Hufe entwickeln, kann man nach einem halben Jahr den Abstand auf vier Wochen verlängern.“

Um die Behandlung allen Beteiligten zu erleichtern, zeigt Urban dem Besitzer, wo er alle ein bis zwei Wochen raspeln muss. „Nach meiner Anleitung kann der Reiter Wandüberstände und störende Hebel gut selbst bearbeiten.“ BESW-Expertin Rosi Schnitzenbaumer verkürzt das Bearbeitungsintervall ebenfalls: „Bei Hufrehe oder Hornspalten gehe ich zum Beispiel meist alle vier Wochen ans Horn.“ Nur in Ausnahmefällen, beispielsweise einem einseitigen Bockhuf, zeigt sie dem Besitzer, wie er alle zwei Wochen die Trachten leicht selbst kürzen kann. „Somit reicht es, wenn ich alle sechs Wochen vorbei komme.“

Was eignet sich für mein Pferd? Besprechen Sie den Bearbeitungsabstand mit dem Hufexperten und einem Tierarzt. Falls Sie zwischendurch selbst raspeln dürfen: Am Huf zählt jeder Millimeter. Daher ist das Risiko groß, etwas falsch zu machen. Wer unsicher ist, sollte das Raspeln besser lassen.

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17.05.2013
Autor: Redaktion CAVALLO / Christiane Wehnert
© CAVALLO
Ausgabe 02/2013