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Helmtest: 8 Reithelme im CAVALLO-Test

Helm-Test: Gutes Klima unter der Kappe?

Der CAVALLO-Reithelmtest setzt acht Modelle unter Druck und heizt ihnen ein: Der neue Test ermittelt das Klima unterm Helm. Was kam noch zum Vorschein?

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Arturo Rivas
Bei der Stoßdämpfungsprüfung wird der Reithelm ganz schön durchgeschüttelt. Getestet wird der Aufprall an drei Punkten der Helmschale.

Ein Reithelm ist bequem, wenn man ihn auf dem Kopf kaum spürt. Und nur ein korrekt sitzender Helm kann optimal schützen. Wie sicher acht aktuelle Reithelme bei einem Sturz sind, testete CAVALLO im Prüflabor der TÜV SÜD Product Service AG in München.

Auch in der Praxis kamen die Helme zum Einsatz. Wie bequem sind die Modelle? Seit 13 Jahren sorgt CAVALLO mit dem Helmtest – der erste war 1998 – immer wieder für Aufsehen; sind doch die Tests härter als die Norm fordert. Der letzte liegt nun zwei Jahre zurück (4/2009). Damals trat Uvex das erste Mal mit zwei Helmen neu auf dem Markt an. Nachdem das Modell fp3 active damals Testsieger wurde und sich weiterhin gut verkauft, ist Uvex dieses Jahr mit dem günstigeren Modell Uvision dabei. Weitere Testkandidaten: Casco (Spirit), Pfiff (Epsilon), Kerbl (TECair), Penta (Military), Kavalkade (Matrix), Charles Owen (Ayr8) und Decathlon (Fouganza C600).

Ein neuer Test zeigt, wie heiß es unterm Helm ist

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Arturo Rivas
Frank Wittmann vom TÜV sÜD Product service erklärt Redakteurin Kristina Glaser die Testergebnisse.

Dieses Jahr testet CAVALLO erstmals mit einem neuen Verfahren, das verlässliche Aussagen übers Helmklima liefert. Es beantwortet die Fragen, wie gut Helme Schweiß aufnehmen, die Feuchtigkeit vom Kopf abführen, und wie stark das Futter Feuchtigkeit aufsaugt. Prüfingenieur Frank Wittmann, TÜV SÜD Product Service, entwickelte den neuen Labortest. „Für Reiter, die stark schwitzen, oder bei heißen Temperaturen im Sommer, eignen sich die Modelle von Uvex, Casco oder Kerbl“, sagt der Helm-Experte. Die drei Testkandidaten haben eine gute Verdunstungsleistung. Reiter, die kaum schwitzen oder sich körperlich nicht sehr anstrengen, können zu Modellen von Pfiff, Penta oder Charles Owen greifen.

Dennoch ist das Gefühl unterm Helm individuell. „Es kommt schließlich auch darauf an, ob der Reiter viele Haare auf dem Kopf hat oder eher schütteres Haar“, sagt Frank Wittmann. Entscheidend ist ebenfalls, wie sehr sich das Helmfutter vollsaugt. „Die aufgenommene Feuchtigkeit empfindet der Reiter als unangenehm.“ Das ist wie bei einem Baumwollshirt, das am Körper klebt. Wer fühlt sich darin schon wohl?

In diesem Jahr prüft CAVALLO die Helme auch nach der Europäischen Norm EN 1384. „Für die Zertifizierung wird ein einzelner Helm stellvertretend für das jeweilige Helm-Modell geprüft“, erklärt Wittmann. „Woher wissen wir, dass die Helme im Handel aus der Serienproduktion die gleiche Qualität haben?“ Dem ging CAVALLO auf den Grund.

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Rund um den Reiter

Spezielle Prüfverfahren für CAVALLO

Helmtest: 8 Reithelme im CAVALLO-Test

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Der Roll-off-Test entlarvte einige Helme, deren Trageeinrichtung nur geklebt war.

Natürlich ist auch die verschärfte Test-Version wieder mit dabei, welche die Norm nicht fordert: So prüfte Frank Wittmann mit dem Roll-off-Test (Abstreiftest) nicht nur, ob der Helm auf dem Kopf bleibt, wenn ihn ein Gewicht von hinten nach vorne zieht, sondern auch, ob er in der entgegengesetzten Richtung hält. Schließlich kann ein Reiter ebenso frontal gegen ein Hindernis oder einen Ast prallen. Auch dann muss der Helm sitzen, ohne zu verrutschen.

„In der Praxis kommt es auch darauf an, dass der Reiter den Helm optimal auf seinen Kopf einstellt und der Helm ihm richtig passt“, sagt Frank Wittmann. „Er sollte den Kinnriemen so eng wie möglich, aber nur so fest wie nötig ziehen. Sonst kann auch der sicherste Helm nicht richtig schützen.“

Ob ein Helm perfekt sitzt, hängt von der Kopfform ab

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Den Durchdringungstest meisterten alle Helme.

Der Roll-off-Test gibt Auskunft über den festen Sitz des Helms auf den genormten Prüfköpfen. Individuelle Kopfformen werden nicht berücksichtigt. „Deshalb kann der Helm in der Praxis auf dem Reiterkopf wesentlich besser sitzen“, sagt Wittmann. Fällt ein Helm allerdings vom Prüfkopf, taugt seine Beriemung nichts.

Im Labortest sticht der Casco-Helm positiv ins Auge. Das Modell Spirit rührt sich so gut wie gar nicht von der Stelle. Ähnliche Erfahrungen machen auch die Testreiter. Sie haben stets das Gefühl, dass der Spirit in allen Situationen sicher am Kopf sitzt.

Und wie gut dämpfen die Helme Stöße? Bei der Prüfung mit dem flachen Sockel (simuliert den Sturz auf eine ebene Fläche) und beim verschärften Bordsteinkanten-Test fallen Wittmann zwei Modelle besonders positiv auf: „Die Kandidaten von Kerbl und Pfiff erreichen hier absolute Spitzenwerte.“ Auch das Kavalkade-Modell schneidet gut ab. „Bei allen Test-Helmen liegen die Werte weit unter den erlaubten Grenzwerten der 250fachen Erdbeschleunigung“, erklärt Wittmann. Sämtliche Helme bestehen daher die Stoßdämpfungstests.

Wie gut ein Helm bei diesen Tests abschneidet, hängt von Schaumdichte und Formgebung ab. Gitter mit Einfassungen etwa können die Werte beeinträchtigen. Auch die gleichmäßige Verteilung des Schaums ist wichtig. „Helme, die seitlich dünner werden, liefern an dieser Stelle sicher andere Werte als im dicken Bereich“, sagt Prüfingenieur Wittmann.

Welche Rolle spielt das Helm-Gewicht?

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Rädlein
Sicher ist sicher: Reiten mit Helm schützt.

Helmtest: 8 Reithelme im CAVALLO-Test

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„Der dünne Helm von Uvex etwa leistet aus Sicht des Materials mehr als ein dicker und schwerer Helm.“ Schwere Modelle tragen sich auch nicht unbedingt beim Reiten gut, wobei der Testhelm von Casco eine positive Ausnahme ist. „So gesehen ist der getestete Helm von Kerbl super“, sagt Wittmann. Er wiegt fast nichts und dämpft Stöße richtig gut ab.

In einem anderen Test nimmt der Prüfingenieur die Trageeinrichtung unter die Lupe. Wie gut hält der Kinnriemen, wenn ein Gewicht von zehn Kilo den Helm ruckartig nach unten zieht? Frank Wittmann erlebt eine Überraschung. „Bei dem getesteten Modell von Kavalkade löste sich die Außen von der Innenschale, und der Kinnriemen dehnte sich weit über den erlaubten Wert.“

Bei einigen Helmen sind Gurte nur geklebt

Der Grund: Das Tragesystem des Test-Helms ist nur mit Hilfe eines Klebebands befestigt und zwischen die beiden Schalen geklemmt. „Offensichtlich hält bei diesem getesteten Modell die Verklebung nicht“, sagt Frank Wittmann. Verklebungen reagieren schließlich auf Kälte, Wärme und Feuchtigkeit. Ob sie dann noch halten, ist fraglich.

Beim Fototermin zeigt der getestete Military-Helm von Penta schwache Stellen. Nachdem er wieder und wieder fürs Foto im Roll-off-Test antreten musste – den er zuvor im eigentlichen Test bestanden hatte – löst sich die Helmschale. Zwar sind bei diesem Modell die vorderen Gurte mit der Schale vernietet, nicht aber die hinteren; sie sind nur geklebt. Wittmann kann das nicht nachvollziehen: „Wenn die Gurte vorne genietet sind, spricht doch nichts dagegen, auch hinten zu nieten.“ Das wäre eindeutig besser, da Nieten die Trageinrichtung sicher an der Schale befestigen. Auch beim Pfiff-Modell sind die Gurte nur vorne genietet. Beim Roll-off-Test platzt die Naht und gibt das geklebte Innenleben frei. Riemen und Schalen hielten jedoch.

Die Tests im TÜV SÜD-Labor haben bis auf das Modell von Kavalkade alle Reithelme bestanden. Doch bei der Beriemung gibt es bei einzelnen Modellen Verbesserungsbedarf. Schluss mit kleben – Nieten sorgen einfach für mehr Sicherheit.

Helme im Labor - Knallharte Testverfahren

Helmtest: 8 Reithelme im CAVALLO-Test

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Das Prüflabor

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Arturo Rivas
Frank Wittmann, Prüfingenieur beim TÜV SÜD Product Service in München.

2011 schickte CAVALLO die acht Test-Kandidaten nach München zum TÜV SÜD. Im Bereich Product Service ist man unter anderem auf die Sicherheit von Sportartikeln sowie die Sicherheit von Protektoren und persönlicher Schutzausrüstung spezialisiert. Tagtäglich testen die Ingenieure, ob die Produkte den Sportler einwandfrei schützen. Darunter fallen neben Reithelmen auch Ski- und Fahrradhelme. Frank Wittmann, Prüfingenieur beim TÜV SÜD Product Service, nahm für CAVALLO die aktuellen Reithelme unter die Lupe. Der leidenschaftliche Biker und Skifahrer weiß genau, was einen guten Helm ausmacht, und wie ein Helm konstruiert sein muss, dass er überhaupt getragen wird.

1. Roll-off-Test nach vorne und nach hinten
Nach EN 1384 wird an der Hinterkante des Helms ein Seil befestigt, das über eine Umlenkrolle läuft. Am freien Seilende hängt ein Zehn-Kilo-Gewicht, das aus 175 Millimetern Höhe ruckartig nach unten fällt und den Helm nach vorne zieht. Je größer der Winkel, mit dem er nach vorne rutscht, desto wackliger sitzt der Helm. Für den verschärften CAVALLO-Test geht es zusätzlich noch in die andere Richtung. Auch hier zählt der Winkel.

2. Aufprall an drei Punkten der Helmschale (Stirn, Seite, Hinterkopf)
Der Helm wird auf einen mit Bewegungssensoren ausgestatteten Prüfkopf gesetzt und aus 1,5 Metern Höhe auf einen flachen Sockel fallen gelassen. Die Beschleunigung, die dabei im Prüfkopf entsteht, darf 250 g nicht überschreiten (1 g entspricht der Erdbeschleunigung). Für CAVALLO mussten die Helme auch noch auf eine Bordsteinkante stürzen. Reiter fallen oft auf scharfe Kanten, oder das Pferd trifft den Reiter mit seinem Huf am Kopf.

3. Verdunstung
Ein speziell von Frank Wittmann entwickelter Test soll zeigen, wie gut die Helme Feuchtigkeit vom Kopf weg transportieren und wie viel Feuchtigkeit das Helmfutter aufsaugt.

4. Weitere Tests
Die Festigkeit der Trageeinrichtung wurde geprüft. Dabei darf sich der Kinnriemen höchstens um 25 Millimeter verlängern. Ebenso die Durchdringung der Helmschale, wobei ein Dorn aus 50 Zentimetern Höhe auf den Helm saust, den Prüfkopf darunter aber nicht berühren darf. Zusätzlich wurde geprüft, wie stark sich der Schirm des Helms durchbiegt.

Kurz notiert: Klima-Daten der Testhelme

Helmtest: 8 Reithelme im CAVALLO-Test

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Casco "Spirit"

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Gibt als einziger Helm Feuchtigkeit ab, ohne sich vollzusaugen. Der Helm fühlt sich immer trocken an. Niveau der Belüftung stimmt, trotz Schwere des Helms.

Zum Test des Casco "Spirit"

Charles Owen "Ayr 8"

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Gibt am meisten Feuchtigkeit ab, saugt aber auch viel auf. Gute Wahl für Reiter, die wenig schwitzen. Helm muss nach dem Reiten trocknen.

Zum Test des Charles Owen "Ayr 8"

Decathlon "Fouganza C600"

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Rädlein

Hat die geringste Verdunstungsleistung. Nur für Reiter, die nicht viel schwitzen, oder sich beim Reiten nur wenig anstrengen.

Zum Test des Decathlon "Fouganza C600"

Kavalkade "Matrix"

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Rädlein

Gibt wenig Feuchtigkeit nach außen ab, nimmt aber auch nur wenig auf. Nichts bei warmen Temperaturen oder großer körper-licher Anstrengung.

Zum Test des Kavalkade "Matrix"

Kerbl "TECair"

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Durchschnittliche Leistung bei der Feuchtigkeitsabgabe, saugt sich aber kaum voll. Luftiger Helm auch bei warmen Temperaturen.

Zum Test des Kerbl "TECair"

Penta "Military"

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Rädlein

Mäßiger Feuchtigkeitstransport nach außen. Futter saugt sich extrem voll. Helm ist nichts für Reiter, die stark schwitzen, oder für warme Tage.

Zum Test des Penta "Military"

Pfiff "Epsilon"

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Rädlein

Kann sehr viel Feuchtigkeit abführen, Futter nimmt aber auch sehr viel auf. Nichts für Reiter, die stark schwitzen.

Zum Test des Pfiff "Epsilon"

Uvex "Uvision"

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Rädlein

Gute Verdunstungsleistung, nimmt wenig Feuchtigkeit auf. Leichter und luftiger Helm auch für warme Temperaturen.

Zum Test des Uvex "Uvision"

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