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Pferde scheren: Darauf müssen Reiter bei der Fellpflege achten

Pferde scheren - Ja oder Nein?

Wenn das Fell der Pferde zum Winter hin dichter wird, schwitzen sie schneller. Aber auch beim Fellwechsel im Frühjahr denken manche Reiter über das Scheren nach, um ihre Pferde schneller vom Winterhaarkleid zu befreien. Ist das nötig? CAVALLO klärt auf.

Kaum werden die Nächte frischer und die Tage kürzer, sprießt nach und nach das dicke Winterfell – und die Debatte übers Scheren kocht hoch.

In manchen Ställen kommt kaum ein Pferd ungeschoren davon; in anderen ist das Scheren verpönt. Tatsächlich gibt es viele Argumente, die für den natürlichen Pelz sprechen; es gibt aber auch einige fürs Rasieren.

Der Streifenschnitt (Rallyeschnitt) eignet sich auch für dickfellige Robustpferde, die schnell ins Schwitzen kommen. Der Streifen reicht von der Unterseite des Halses über Brust, Bauch bis zur Hinterhand. Pferde mit Streifenschnitt kommen ohne Decke aus.

Beim Deckenschnitt bleibt das Fell an Kopf, Beinen und vom Widerrist bis zur Kruppe stehen. Dieser Schnitt eignet sich für Pferde, die einen empfindlichen Lendenbereich haben.

Beim Hunter- oder Jagdschnitt bleiben nur Sattellage, Kopf und Beine ungeschoren. Allerdings braucht das Pferd draußen eine Decke.

Eine Komplettschur eignet sich eigentlich nur für Sportpferde, die im Winter hart arbeiten müssen. Hier bleiben nur die Maulpartie samt der Tasthaare und die Ohren unberührt. Pferde, die komplett geschoren sind, müssen ständig eingedeckt bleiben.

Welchen Nutzen hat das Winterfell?

Pferden, die geschoren sind, fehlt die isolierende Luftschicht im Fell, die sie warm hält. Die Thermoregulation von Pferden funktioniert ähnlich wie bei einem Thermostat. Melden die Sensoren in der Haut Kälte, springt die Heizung an: Je stärker der Kältereiz, desto stärker wird die Muskulatur durchblutet. Pferde stecken etwa 75 Prozent ihrer Stoffwechselenergie in Wärme, nur 25 Prozent in Bewegung.

Die Haut ist für die Isolation zuständig und hat eine geringere Temperatur als das Körperinnere (32 Grad am Pferdemaul, 18 Grad am Rücken). Wird es richtig kalt, stellt das Pferd über feinste Muskeln die Haare auf und sorgt so für ein Luftpolster. Deswegen brauchen Pferde mit Winterfell auch keine Decke.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Pferde 20 Mal weniger frieren als Menschen. Ihre Komforttemperatur liegt zwischen minus 15 und plus 25 Grad; am wohlsten fühlen sie sich vermutlich bei Plus-Werten zwischen 5 und 15 Grad. Die meisten Menschen empfinden dagegen Temperaturen von 20 bis 25 Grad am angenehmsten.

Kurzum: Scheren ist bei Pferden, die in gesunden kalten Ställen gehalten und nicht intensiv geritten werden, schlicht unnötig. Ist das Pferd nach dem Reiten feucht, ist das nicht schlimm. Um das Trocknen zu beschleunigen, können Sie eine Abschwitzdecke auflegen; nötig ist selbst dies aber nicht.

Pferde mit Pelz sind schneller aus der Puste

Muss Ihr Pferd dagegen täglich richtig arbeiten, schwitzt es stark und trocknet nur langsam, kann Scheren nützlich sein – und zwar nicht nur, weil der Reiter weniger Zeit in die Pflege des Fells investieren muss. Der kurze Pelz fördert die Wärmeabgabe während des Trainings und beschleunigt die Erholung; Pferde mit dickem Winterfell brauchen dazu länger und kommen stärker aus der Puste.

Das stellten Wissenschaftler der Universität Uppsala in Schweden in einer aktuellen Studie fest. Sie untersuchten, wie der Haarschnitt während und nach der Arbeit Herzfrequenz, Atmung und Hauttemperatur beeinflusste. Testpferde waren ein Warmblut, ein New Forest Pony und ein Gotland Pony, die eine festgelegte Strecke im Schritt, Trab und Galopp zurücklegten – mal im Winterfell, dann halbseitig geschoren und schließlich nach einer Komplettschur.

Auf die Herzfrequenz wirkte sich die Rasur zwar nicht aus; doch die ungeschorenen Pferde atmeten schneller, bei den geschorenen Tieren sank die Hauttemperatur, weil sie die Körperwärme besser abgeben konnten.

Pferdefrisöre kommen zum Scheren

Die beste Zeit zum Scheren ist Ende Oktober bis Anfang November. Manche Reiter schneiden im Januar oder Februar noch einmal nach, je nachdem, wie üppig das Fell sprießt. Rasieren ist jedoch kein reines Wintergeschäft: Frühjahrs- und Sommerhaarschnitte sind für viele ältere Pferde empfehlenswert.

Sie verlieren ihr Winterfell oft nicht mehr richtig, so dass sie bei warmen Temperaturen zu stark schwitzen und schlapp sind. Der Pferdebesitzer kann zwischen unterschiedlichen Haarschnitten wählen – passend für das jeweilige. Inzwischen gibt es sogar professionelle Pferdefrisöre, die zu Ihnen in den Stall kommen.

Das Frisieren ist nicht einmal sehr teuer. Einfache Streifenschnitte kosten rund 15 Euro; eine Komplettschur, die bis zu drei Stunden dauern kann, gibt es ab etwa 50 Euro. Wollen Sie selbst scheren, müssen Sie einige Dinge beachten: Das Fell Ihres Pferds muss sauber und trocken sein, sonst hat die Schermaschine keine Chance.

Gutes Equipment ist wichtig, Billiggeräte lohnen sich nicht. Sie gehen entweder schnell kaputt oder schneiden schnell nicht mehr richtig. „Ich empfehle eine Schermaschine mit 300 bis 320 Watt Leistung“, sagt Stephanie Brumann, die rund um das nordrhein-westfälische Haltern am See einen Pferde-Scher-Service anbietet.

Schermaschinen mit Batterie- oder Strombetrieb

Es gibt batterie- oder strombetriebene Geräte. Batteriebetriebene sind zwar leiser als strombetriebene Maschinen, aber oft auch nicht so leistungsstark. Läuft die Schermaschine schwerfällig, ist die Spannschraube eventuell zu fest eingestellt; ist sie sehr laut und klappert womöglich, ist die Schraube vielleicht zu locker. Die Messer müssen scharf und geölt sein. Der Verschleiß ist hoch: Spätestens nach drei Komplettschuren sind sie stumpf und müssen ausgetauscht werden. „Bei einem guten, neuen Gerät sollten daher schon Ersatzmessser beiliegen“, sagt Esther Dürr aus dem schwäbischen Bodelshausen, die ebenfalls professionell Pferde schert.

Wer die Investition in ein eigenes Gerät scheut, sollte beim Reitsportfachhandel nachfragen: Manche Händler vermieten Maschinen. Der Schnitt selbst erfordert etwas Übung, ist aber nicht allzu kompliziert. „Letztendlich funktioniert es wie beim Rasieren: Fahren Sie mit der Maschine langsam gegen die Wuchsrichtung des Fells“, rät Stephanie Brumann. Um zu testen, wie Ihr Pferd reagiert, fangen Sie am besten an unempfindlichen Stellen wie der Schulter an. Achten Sie darauf, dass ein Teil des Scherblatts immer noch auf dem bereits geschorenen Stück ansetzt. „Sonst gibt es unschöne Streifen“, sagt Brumann.

Wichtig: Setzen Sie den Scherkopf stets plan am Fell an; sonst reißen Sie Ihrem Pferd die Haare aus oder schneiden es womöglich sogar in die Haut.

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