Klemmender Reitersitz: Lockere Knie und richtige Steigbügellänge

Reitersitz und Kniekontakt im Sattel
Lockeres Knie: So sitzt du korrekt im Sattel

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.07.2026
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Ein Reiter mit gestrecktem Dressursitz auf einem Fuchs im Seitenprofil
Foto: Sportfotos Lafrentz

Was tun bei klemmenden Beinen?

Einfach locker sitzen? Leichter gesagt als getan – das wissen wir Reiter alle. Doch: Klemmt der Reiter, klemmt auch das Pferd. Dressurreiterin Anabel Balkenhol erklärt, warum: "Zunächst ist der Reiter nicht mehr in der Lage, losgelassen zu sitzen. Manche Pferde neigen dazu, sich stark zu machen, wenn das Knie zugeht. Sie sagen dann ‚Ich mach so nicht mehr weiter!’. Andere Pferdetypen spannen den Rücken an, sind auf der Flucht und überlegen, wie sie sich von diesem Druck befreien können."

Alte Meister nutzten den Knieschluss teils zum Ausbremsen des Pferds. Die Hilfengebung wurde für das Parieren und Versammeln eingesetzt. Dressurausbilderin Claudia Butry erklärt, was es damit auf sich hat: "Schließt der Reiter die Knie, stellt er sein Becken fest." So kann er nicht mehr fließend mit der Bewegung mitgehen und signalisiert dem Pferd, langsamer zu werden. Für Reiter, die ihren Körper gut unter Kontrolle haben, ist der kurze Knieschluss ein gutes Werkzeug. Butry nutzt die Hilfe für Pferde, die in den Übergängen nicht gut reagieren, oder aber um ein Pferd in die Piaffe oder in die Passage zu führen. "Vom inneren Bild her möchte ich das Pferd mit den Knien unter mich ziehen und hochbringen", erklärt sie.

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Dein Körper gibt vor, wie du am besten sitzt

Kugelrund oder schlank: die Pferdefigur hat gewichtigen Einfluss. Peter Kreinberg möchte für jeden Reiter eine individuelle Lösung finden: "Es gibt kein pauschales ‚Ihr müsst alle so sitzen’." Je nachdem, ob das Pferd rundrippig ist, einem barocken Typ entspricht oder eher vollblütig und schmal gebaut ist, müssen Bügellänge und Kniewinkelung laut Kreinberg angepasst werden.

"Die Idee des Steigbügels ist, dass er die Gelenke anbeugt, damit diese besser federn können", erklärt Anke Recktenwald. Voraussetzung fürs Federn: Der Fuß dürfe sich nicht verkanten oder verdrehen. Wie lang der Steigbügel dafür sein muss, sei individuell. "Die Oberkante des Steigbügels sollte etwa mit der Unterkante des Fesselgelenks des Reiters abschließen." Auch die Oberschenkelform des Reiters ist zu beachten, ebenso das Sattelmodell an sich. Große Pauschen verleiten Reiter zum Klemmen, baumlose Sättel auf runden Pferden bringen Reiter dazu, "mit nach außen gestellten Füßen und pendelnden Unterschenkeln auf den Pobacken und hinteren Oberschenkelmuskeln zu sitzen", kritisiert Kreinberg. Es fehlt dann die Taillierung, die ein Sattelbaum dem Reiter bietet. Das Knie ist ein Knotenpunkt, der die Bewegung locker durch den Körper lässt. Beugen und rotieren: das sind die Bewegungen, die ein anschmiegsames Reiterknie ausführt. Dann kann die Bewegung des Pferds durch den Reiterkörper fließen. Doch oft halten die inneren Muskelbereiche der Oberschenkel, die Adduktoren, dagegen. "Klemmen diese, müssen sie gelöst werden", sagt Peter Kreinberg.

Die richtige Steigbügellänge finden

Diesen Test von Anke Recktenwald führst du mit einer zweiten Person zusammen durch. So findest du die richtige Bügellänge: Das Pferd steht, der Reiter sitzt im Sattel und hat die Füße aus den Bügeln genommen. Die Person am Boden greift von beiden Seiten unten an den Fuß und legt von jeder Hand zwei bis drei Finger ans hintere Ende der Fußballen des Reiters. Das Bein etwas anbeugen. Dabei den Fuß unter das Reiterbecken bringen. Dort aufwärtsschwingen lassen, wie es dem Reiter angenehm ist. So testen, an welcher Position sich das Bein am leichtesten bewegen lässt. Die Höhe dabei variieren. So wird das Kniegelenk in unterschiedliche Winkelungen gebracht. Auf der Höhe und Position, wo es sich am leichtesten schwingt, die Bügel einstellen.

Pferd mit Reiter von vorne, Fokus auf Mittelpositur mit geschnürten Stiefeln, die locker am Pferdebauch liegen neben den hängenden Steigbügeln.
jw-fotografie

Übung 1: Sanft anschmiegen

Mit dieser Übung werden Knie anschmiegsam: Setze dich auf einen Stuhl und stelle die Füße hüftbreit auf. Stütze einen Ellbogen auf das gleichseitige Knie. Mit der zugehörigen Hand eine Faust ballen und von innen seitlich gegen das andere Knie halten. Drücke mit dem Oberschenkel so gegen die Faust, dass der Unterarm nicht herunterfällt, ohne dass es dich anstrengt. Diesen Muskeltonus brauchst du.

Wie du mit weiteren Übungen lockere Adduktoren und ein bewegliches Knie bekommst? Das verraten dir unsere Experten im vollständigen Artikel:

Fazit